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Metallfiguren

und wie ich zu sammeln begann


Sie waren von Anfang an (1974) dabei, und sogar in großer Anzahl. Anfang der 80er nur noch in jedem siebten Ei, später immer seltener, bis zur völligen Einstellung, nachdem die Produktion für Metallfiguren wahrscheinlich zu teuer wurde.

Die Erscheinungsweise von 2-3 Metall-Serien war jeweils für ein Jahr konzipiert, beginnend im Spätsommer, endend mit Sommeranfang. Da sich Schokolade mit der Hitze des Sommers nicht gut verträgt, gab es jährlich eine Sommerpause, im Herbst erschienen dann die neuen Sätze - mit Ausnahmen.

Etliche Serien wurden wiederholt, meist mit geringen Unterschieden, oder auch ohne, so daß eine Einstufung der Ausgabe schwer bis unmöglich war und ist. Das krasseste Beispiel sind Cowboys und Indianer in Chrom, die zweimal wiederaufgelegt wurden, also in Deutschland insgesamt dreimal in Chrom erschienen, später zusätzlich noch in anderen Farben.

Oft liefen zwei Serien parallell, es kam aber auch vor, das sich Serien im laufenden Jahr ablösten, dies geschah dann zum Neujahrsanfang.

Die Produktion


Ferrero produzierte die Ü-Eier-Inhalte nicht selbst. Diese wurden bei entsprechenden Herstellern angekauft, oder in Auftrag gegeben. Die Produktion stammte von verschiedenen Herstellern, was durch etliche Indizien belegbar erscheint. Als wichtigstes Indiz hierfür muß der Fußsockel gewertet werden.

Da jeder Hersteller mit anderen Maschinen, und nach eigener Methodik arbeitet, bleiben entsprechende Produkt- Teile meist unverändert. Ein derartiges Teil ist der Fußsockel. Man kann bei Serien mit gleichem Fußsockel auch Ähnlichkeiten in der Figurengestaltung erkennen. Überhaupt lassen sich die Serien durch Vergleiche in der Verarbeitung (Gußspuren) bestimmten Herstellern zuordnen. Näheres dazu in der Übersicht, trotzdem sollte hier ein wenig auf die Hersteller eingegangen werden:


2-Barlux-1
  1. Als erster Figurensatz waren entweder die 4 Ballerinas oder die 4 Cowboys + 4 Indianer im Sortiment, die Serien entstammen der unter "Vorgeschichte" erwähnten Herkunft. Während der Hersteller der Ballerinas keinen Wert auf Gesichtszüge legte, sind die Cowboys/Indianer etwas detaillierter. Obwohl beide Figurensätze aus einer Herstellung stammen könnten, werden sie in meiner Figuren-Übersicht als Herstellung A + B geführt.

    Verwendung fanden nur jeweils 4 Figuren der Originalserie (siehe Seite "Vorgeschichte"). Man konnte nur die Modelle verwenden, deren Ausmaße ins Ü-Ei paßten. Trotzdem mußten auch hier Kompromisse eingegangen werden, weshalb jeder dieser drei Sätze 1-2 Figuren in kleinerem Maßstab enthält, angepaßt an den Plastikbehälter im Ei. Bei dem knienden Cowboy mußte - entgegen dem Original - das Gewehr gekürzt werden, um die Figur unterzubringen. Daß es den Cowboy auch mit langem Gewehr gibt, läßt vermuten, daß einige Exemplare davon irgendwie überleben. Aber sie waren sicher nicht in den Ü-Eiern, oder besitzen ein verbogenes Gewehr.

  2. Die 4 Piraten entstammen sicher einem anderen Hersteller (Herstellung C)

  3. als die 4 Griechen, 4 Römer und 4 Franzosen ( Herstellung D).

  4. Für die 12 Söldner aus verschiedenen Jahrhunderten zeichnet der Modellauto-Hersteller BARLUX aus Bologna, Italien. Obwohl diese 12 Figuren in deutschen Katalogen in drei Sätze geteilt werden, handelt es sich hierbei um einen Zwölfersatz. (Näheres dazu später). Die Figuren wurden auch auf dem freien Markt unabhängig von Ferrero angeboten. BARLUX wurde 1972 gegründet und existierte bis 1983. (Herstelllung E)

  5. Die 6 Gallier hingegen stammen aus einer weiteren Herstellung (F),

  6. ebenso wie die die 6 Preussen (G).

  7. 2-Barlux-2 Für alle weiteren Figuren mit ovalem Sockel zeichnet ein Hersteller (H). Zu Beginn produzierte er den 4-Satz Berufe/Zivilisten (die ersten Metallsätze waren jeweils 4 Figuren), danach folgten nur noch 6-er Sätze.
    Anfangs mit kleinerem Sockel die jeweils 6 Geschichtlichen Krieger, sowie Europäischen Soldaten, danach folgten mit größerem Sockel einige Sätze wie Musketiere, Samurai, Schotten, und schließlich ab ca. 1980/81 der höhere Sockel mit Kennung im Boden.
    Ein um 1995 prodizierter Satz Amerikaner vom Hersteller "H" (Serie 11A-11F) fand wahrscheinlich aus Kostengründen nicht mehr den Weg ins Ei. Alle Sätze aus dieser Herkunft (H) erschienen auch in 35mm, aber "nur" die Römer und Wikinger waren (1984/85) im Ei. Alle anderen 35mm Figuren waren nie im Ü-Ei.
    Die Skulpturen (fast) aller Sätze aus dieser Produktion stammen vom italienischen Meister ELIO SIMONETTI (siehe Seite "Größere Formate")

  8. Der achte Hersteller (I) (aus Italien) zeichnet für alle Figuren mit viereckigem Sockel (immer 4-er oder 8-er Sätze) und SCAME-, RP PATENT-, oder MADE IN ITALY- Kennung. Wobei Scame für Italien und RP Patent/Made in Italy (aus rechtlichen Gründen/Kopierschutz) für andere Länder stehen dürfte. Diese Erzeugnisse wurden ausschließlich für Ferrero produziert und tauchten nie im freien Handel auf. Die nachlassende Qualität im Detail der jüngsten Ausgaben von Hunnen, Schweizer und allen weiteren wie K93n... usw resultieren mit Sicherheit aus Einsparungen an Material und Herstellung.

  9. Bleiben nur die Chinesischen Sagen (könnten auch Punkt 7 (H) zugeordnet werden), sowie die sechs Clowns, für die ein weiterer Hersteller (J) zeichnen dürfte, sowie die Reiter zu Roß (K). Näheres zur Zuordnung in der Figuren-Übersicht.

Hersteller:
A - wahrscheinlich DCMT (GB)
B - DCMT - Lone Star (GB)
C - wahrscheinlich aus Italien (ev. Maraja?)
D - wahrscheinlich Play Me (Spanien)?
E - Barlux (It.)
F - wahrscheinlich aus der Tschechei?
G - Maraja, 1.Auflage?
H - Toffano (It.)
I - Scame (It.)
J - vielleicht Fontanini (It.)?
K - bisher unbekannt

Der Einfachheit halber und - weil es Sammler wenig interessieren dürfte, werden die Hersteller weiterhin mit A-K bezeichnet.

Anmerkung: Mittlerweile sind mir weitere Informationen durch das sogenannte "Ferrero-Archiv" bekannt. Da diese Unterlagen teilweise irreführend sind, werde ich mich auf dieser Seite weiter unten mit deren Problematik befassen.


Einige Gedanken zu Produktion und Geschichte der Metallfiguren:

  1. (1974-75) Zu Anfang fanden Figuren den Weg ins Ü-Ei, die bereits in irgendeiner Form oder Material existierten. Solche "Vorläufer" wurden auf die nötige Grüße verkleinert (40mm) und in Metall gegossen (Hersteller A,B).

  2. (1975-76) Auf der Suche nach Skulpteuren und Herstellern für neue Figuren wurden anfangs einige Erzeugnisse erprobt (Hersteller C,D,E,F,G), bis man glaubte, die Besten für eine Zusammenarbeit gefunden zu haben.

  3. (1977-85) Als man sich mit einem Liferanten geeinigt hatte (Hersteller H), funktionierte die Zusammenarbeit die ersten Jahre vorzüglich. Aufgrund einiger Differenzen nahm man aber Abstand von diesem Hersteller. Obwohl der Vertrag noch einige Jahre (bis 1992?) Gültigkeit hatte, hielt man den Lieferanten bis dahin kurz (siehe Seite "Andere Figuren).

  4. (1985-96) Da die italienischen "Kinder Sorpresa" bisher mit "Scame" sehr zufrieden war, einigte man sich mit Scame. Nachdem Scame aber in seiner Produktion überlastet war, mußte man zwischendurch auch auf andere Hersteller zurück greifen, deren Erzeugnisse nicht zu den bisherigen Serien paßten (Clowns, Fingerhutfiguren, Chinesen).

  5. (1993-2000) Da die Herstellung neuer Serien zu kostspielig wurde, hatte man bereits begonnen, existierende Serien in anderer Farbgebung (Westmänner, Indianer) mehrfach aufzulegen. Da schließlich die Verkäufe nachließen, keine neuen Sätze mehr vorhanden waren, erschienen nach 1996 nur noch- Schweizer Garde, Ritter zu Roß und Hunnen- also Serien in schlechterer Qualität als bisher, sowie mit- Die alte Burg und Märchenfiguren- Sätze die nicht ins Schema der bisherigen Metallfiguren paßten.

  6. (2000-2004) Ein Abschluß des Kapitels Metallfiguren in den Ü-Eiern fand sich mit der nochmaligen Herausgabe der Indianer/Cowboys (Messing) im Maxi-Ei 2000. Der höhere Preis eines Maxi-Eis rechtfertigte eine nochmalige Herausgabe von Metallfiguren. Sowie die Wiederholung der bereits bekannten Figuren (als K93 Sätze in minderer Qualität) in Spanien (und anderen Ländern Europas?). Das war´s.

Da ich auf Figuren aus dem Ü-Ei spezialisiert bin, und hier nur auf solche mit menschlicher Gestalt, sind die 35mm Ausgaben auf der Seite "Andere Figuren" aufgeführt (Römer und Wikinger waren die einzigen 35 mm Figuren, die im Ü-Ei waren).

In der Auflistung sind keine Zwerge, keine der zuletzt erschienenen Burgbewohner, keine Tiere, Metallausgaben wie Geschirr, Fahrzeuge und Sonstiges, behandelt. Auschließlich reale menschliche Figuren, die auch im Ü-Ei waren.

Die oben genannte Reihenfolge gibt auch ungefähr den zeitlichen Erscheinungsspiegel wieder. Allerdings ist zu beachten, daß die Serien in verschiedenen europäischen Staaten, teilweise parallell, erschienen sind.

Die in Punkt 7 beschriebenen Serien versorgten in erster Linie den deutschen Markt, während die unter Punkt 8 beschriebene Produktion den italienischen und frankobelgischen (Ausnahme: Cowboys und Indianer) Raum belieferte.

Inwieweit die in Deutschland erschienenen Serien im Ausland vertreten waren, läßt sich aus meiner Erfahrung nicht sagen. So wie auch einige Serien aus Italien nie in den deutschen Ü-Eiern waren.
Der viereckige Sockel z.B. fand mit den chromfarbenen Cowboys und Indianern erstmalig 1984 in Deutschland Einzug.

Mein Einstieg ins Sammeln geschah zeitlich mit denen in Punkt 7+8 beschriebenen Serien. Daher läßt sich der Erscheinungszeitraum der einzelnen Figurensätze ab diesem Termin nachvollziehen. Für die Sätze vor meinem Einstiegstermin mußte ich auf persönliche Gespräche, Erfahrungen anderer Sammler, Recherchen, aber auch logische Erklärungen zurückgreifen.

Beipackzettel?
Die ersten Beipackzettel zu Metall-Figuren wurden gleichzeitig mit der Herstellung der "ovalen" Sockel mit Kennung (Hersteller H), (1980/81) eingeführt. Alle davor erschienenen Serien waren ohne Beipackzettel im Ei.

Für Hin- und Nachweise, Ergänzungen, Berichtigungen usw. bitte ich um Kontaktaufnahme.

Das sogenannte Ferr.- Archiv?


Etwa um das Jahr 2010 tauchte das "Ferrero-Archiv" auf. Es handelt sich dabei um Abbildungen von Papp-Schubladen mit den Ü-Ei-Inhalten der jeweiligen Jahresausgaben der Ü-Eier.

ArchDeut Ich habe mehrere Probleme damit:

1. Jeder, der nicht den Beginn der Ü-Eier miterlebt hat, wird glauben, was er sieht.
2. Die Artikel sind teils in anderen Jahren erschienen als abgebildet, teils gar nicht.
3. Außerdem sind die Jahrgangsbilder unvollständig.

Erkenntnisse:

1. Die Bilder stellen die Planung der nächsten Verkaufssaison dar. Da in einer Firma, die von vielen Herstellern beliefert wird, nicht immer alles klappt, gab es mit Sicherheit oft Probleme mit Zulieferung, Paßgenauigkeit, Beanstandung aus diversen Gründen, und, und, und...

Wer Einblick in den Produktionsrhythmus einer Firma hat, wird wissen, daß nicht immer alles wie geplant funktioniert. Die Ü-Eier begannen 1974, vor Jahrzehnten, als Europa noch nicht geeint war und Zulieferungen komplizierter waren als heute.

2. Als jahrelanger Käufer Tausender Ü-Eier habe ich noch gut in Erinnerung, was in den Eiern zu finden war. Beim Vergleich dieses Archivs muß ich zugeben, daß vieles in den jeweiligen Jahren erschien. Allerdings finden sich auch Eier-Inhalte, die sich erst Jahre später darin befanden. Lieferschwierigkeiten?
ArchItal




3. Von meinen ehemaligen Funden besitze ich noch etliche Plastikmodelle, die auf keinem der Jahrgangsblätter zu finden sind. Ich muß folglich daraus schließen, daß einiges aus dem Archiv nicht zum Verkauf gelangte, anderes kurzfristig dazukam.

4. Manche der Blätter weisen den Schriftzug "Test Berlin, Hessen, usw..." auf, was bedeutet, daß manche Programme in den entsprechenden Ländern getestet wurden, bevor sie in den folgenden Jahren in den anderen Bundesländern verkauft wurden. Bei diesen Testjahren existieren aber keine Blätter für die anderen Bundesländer. (zu diesem Punkt werde ich noch etwas anmerken -siehe weiter unten).

5. Obwohl ich das "Ferrero-Archiv", wie es nun in Sammlerkreisen genannt wird, nicht in Frage stellen möchte - es könnte sich im Prinzip auch um die Sammlung eines Ferr.- Mitarbeiters, oder eines Privatiers handeln.

Wenn man die aufgeführten Punkte berücksichtigt, kommt das "Archiv" meiner Website sehr nahe. Ich weise deshalb darauf hin, weil ich vereinzelt bereits Hinweise auf Unterschiede mit dem "Archiv" gemailt bekam.

Für mich existiert kein Beweis, der das "Archiv" der Firma FERRERO zuordnen kann und deren Echtheit bestätigt.


Anmerkung: SCAME produzierte 1979 die 16 Westmänner/Häuptlinge (Made in Italy) für den deutschen Markt. Um den Verkauf zu erproben, erschien eine Testausgabe, die 1979 in Teilen Italiens im Ü-Ei war. Im eigentlichen Zielgebiet Deutschland erschienen die zwei Sätze erst 5 Jahre später (1984), begleitet von der Silberausgabe zu Werbezwecken. Soviel zu Testausgaben.

Vielen Dank an Boris M. für alle Informationen, die zur Erstellung des Artikels "Das sogenannte Ferrero-Archiv" führten.

Wie meine Sammlung zustande kam


1979 beobachtete ich Kinder, die unter anderem mit 2 Metallfiguren spielten. Von Ihnen erfuhr ich, woher diese stammten, und mit Freude verkauften sie mir diese zu entsprechendem Gegenwert. Das war der Startschuß zur Suche im Lebensmittel-Handel, zum Training im Schütteln der Ferrero-Eier und zur Gehörschulung im Erkennen. Ich fand bald heraus, daß immer die gleichen Figuren in den Eiern waren, bzw. daß es ab Herbst neue Figuren-Sätze gab.

Sehr erfolgreich verlief die Suche auf Flohmärkten, wo man jede Menge Figuren zu 10 Pfennigen erbeuten konnte. Allerdings beschränkte sich der Erfolg auf Einzelfiguren aus den allerjüngsten Sätzen, sodaß ich nach 4 Jahren zwar um die 300 Figuren besaß, davon aber nur 35 unterschiedliche, alles andere waren Dubletten. Ich nannte es deshalb erfolgreich, da ich nicht wußte, was es an Figuren überhaupt alles gab.

Als 1984 zwei Serien gleichzeitig im Handel waren, Römer und Wikinger in 35mm, bekam ich zwar 11 der Figuren zusammen, die zwölfte aber trotz intensiver Suche nicht. Alles schütteln und kaufen half nichts, und nachdem ich von jeder Figur bereits 10 Stück und mehr besaß, ging ich einen anderen Weg. "Wer kann mir Römer Nr.4 aus dem Ü-Ei anbieten", hieß das Zeitungsinserat, auf das eine einzige Reaktion erfolgte.

Zum Abholen der Figur sollte ich den Herrn besuchen. Als er mir aber seine Sammlung präsentierte, fiel ich aus allen Wolken. Er besaß ca. 110 Figuren, darunter auch Komplettsätze, die er auf dem Tisch fein säuberlich aufgereiht hatte. Bis dahin ging ich von Einzelfiguren einerseits und einigen Sätzen andererseits aus, nun mußte ich aber erkennen, daß es sich bei den Figuren um viele zusammengehörige Sätze handelte und daß viel mehr davon existierten, als ich je geahnt hatte.


ca.1986-01
Es gab 1984 keine Übersicht und keinen Katalog. So brachte das Inserat nicht nur eine Sammlerfreundschaft, sondern auch viel Wissen, sowie auf einen Schwung über vierzig unbekannter Figuren für meine Sammlung.

Mein Sammeltrieb war entfacht, ich beschloß alle Möglichkeiten zu wagen.

Da ich mich des Öfteren in Frankfurt aufhielt, ließ ich mich bei Ferrero, bei einer Führungsperson voranmelden.

Schließlich besuchte ich die Firma, um den Termin wahrzunehmen. Der Manager konnte mir zwar nur wenige Auskünfte zu den Metallserien/Erscheinungen geben, versprach aber, sich um Informationen zu bemühen.

Bei meinem nächsten Besuch, einige Monate später konnte er dieses Versprechen nicht einlösen, dafür erhielt ich aber ca. 40 Figuren, von denen mir fast alle noch fehlten. Darunter befanden sich 15 Silberfiguren (Cowboys, Indianer), eine Farbe, die für mich bis dahin völlig unbekannt war. "Dies sei das Einzige, was er für mich tun könne".

Ich beschloß, mein Glück bei Comic- und Figuren-Börsen zu suchen, eigenständige Figurenmärkte gab es damals noch nicht. Hier gelang mir so mancher Fund, aber im Ergebnis wurde die Suche immer schwieriger, je mehr Figuren ich besaß.

An einer Börse in Köln traf ich einen Sammler, von dem ich etliche Figuren, und jede Menge Informationen erhielt. Es stellte sich heraus, daß er eine - bis dato - fast komplette Sammlung besaß, sowie ein selbstverfaßtes Verzeichnis mit Abbildungen, sozusagen ein privater Katalog. Ein Komplettverzeichnis, das war es, was ich brauchte - bei meinem nächsten Besuch in Köln erhielt ein Exemplar (Kopie) von ihm. Hiermit war die gezielte Suche um einiges einfacher geworden. Der erste offizielle Figurenkatalog erschien erst Jahre später.

8706-2085

Ende der 80er Jahre lernte ich einen Kölner Geschäftmann kennen, der mir die "12 Söldner aus verschiedenen Jahrhunderten" anbieten konnte. Und zwar von jeder Figur soviele ich wollte, sofern ich diese einige Tage vorher bestellte.


In längeren Abständen besuchte ich sein Geschäft wiederholt, um jeweils vorher bestellte Figuren, auch für andere Sammler, abzuholen.


Bei einem dieser Besuche erhielt ich von ihm die 12 Figuren in einer Packung (siehe links), die den Satz als Komplettsatz darstellt. Irgendwann konnte ich den Herrn telefonisch nicht mehr erreichen. Als ich mit dem Auto hinfuhr, fand ich den Shop geschlossen vor. Es gelang mir nicht mehr, den Geschäftsführer ausfindig zu machen.


6-Krieger

Anfang der 90er erspähte ich in einem Spielwarengeschäft am Gardasee etliche Figurenserien des Herstellers Nr.7 (G) (siehe oben). Als einzige unbekannte Farbvariante kaufte ich etliche aus der Serie "Europäische Soldaten" in Eisen.



Mitte der 90er bot ein Aussteller einer Wiener Figurenbörse die neuen, damals unbekannten Nordstaaten (Eisen), mindestens 200 Stk. in einem Stoffbeutel an, die eindeutig dem Ü-Ei zuzuordnen waren. Erst später erfuhr man, daß dieser Satz nicht mehr im Ü-Ei Verwendung gefunden hatte. Ich erwarb einige der Figuren zu je öS 20,-- (DM 2,80).



Bei einem Paris-Besuch 1997 fand ich in einem Souvenirgeschäft denselben US-Satz, sowie ca. 10 weitere Ü-Ei-Sätze des gleichen Herstellers (H) zum Einzelverkauf. Ich kaufte dort etliche Figuren zu ungefähr DM 3-- das Stück.


Mit dem Entstehen von eigenständigen Figurenbörsen wurde auch das Angebot größer, es tauchten Farbvarianten auf, die ersten Kataloge und - Sammlerpreise. Von da an wurde das Sammeln von Metallfiguren teuer.

Von dem ersten Ü-Ei-Katalog war ich enttäuscht, er erhielt viele Lücken und Fehlinformationen, von denen einige in den folgenden Jahren zwar berichtigt wurden, die meisten jedoch weiterhin Falsches weitergaben.

Ich bot dem Verleger des ersten Kataloges meine kostenlose Mithilfe in Form von Informationen an, diese wurde jedoch verschmäht. Er fand es nicht einmal nötig, auf mein Schreiben zu antworten, er ignorierte es einfach.

Schon bald nach Erscheinen des ersten Kataloges tauchten zögerlich auch die ersten Fälschungen der teuren Figuren (Gallier, Preußen, Tänzerinnen) auf den Comic-Börsen auf. Davon blieben auch die Plastik-Figuren nicht verschont und die Händler übten sich eifrig darin, Informationen über die Erkennung der Fälschungen auszutauschen.

Erwähnenswert wäre, daß die Sammler der Metall-Figuren eine höchst geringe Minderheit darstellten, was sich auch an dem stiefmütterlichen Anteil des Metalls in den Katalogen wiederspiegelte. Es gab sogar Kataloge ohne Metall-Figuren. Die meisten Sammler belagerten die Angebote der Plastik-Figuren und bedrängten sich gegenseitig, um seltene Ausgaben zu bekommen.


Um die Sammelleidenschaft nicht zu übertreiben, beschloß ich anfangs auf Farbvarianten der Metaller zu verzichten. Je weiter ich aber der Komplettierung entgegenkam, umso mehr löste ich mich von meinem Vorsatz. Zumindest eine Mitschuld daran trug mein Setzkasten.

Einen einstmals gekauften Setzkasten baute ich derart um, daß ich meine Sammlung von ca. 280 Figuren gerecht unterbringen konnte.

6-Setz1 Da der Kasten in der Tiefe Platz für drei Figuren bot, stellte ich Duplikate, die ich bereits besaß, einfach hintereinander auf. Es ließ sich nicht vermeiden, daß mir manchmal günstige Farbvarianten in die Hände fielen, denen ich nicht widerstehen konnte. Als die Lücken der zweiten und dritten Reihe schließlich ausgefüllt waren, tummelten sich dazwischen schon ein ganze Menge davon.

Der nächste Schritt war unweigerlich, Duplikate gegen Farbvarianten auszutauschen, und so gerieten meine einstigen Vorsätze ins Hintertreffen.

Als um 1995 der Figurenbörsen weniger wurden und ich außerdem kaum mehr Sucherfolge verzeichnen konnte, ließ auch meine Euphorie stark nach. Dies änderte sich abrupt nach dem Millenium, als ich die Möglichkeiten im Internet erfaßte, Figuren auch im Ausland einzukaufen.

6-Setz2 Hier mußte ich wiederum erfahren, daß im europäischen Ausland einige Varianten existierten, von denen ich bisher keine Kenntnis hatte, die auch in den bisherigen Katalogen nicht verzeichnet waren.

Auf diversen Internet-Plattformen fand ich auf diese Weise viele weitere Figuren für meine Sammlung.

Als ich wiederum mit Platzproblemen zu tun bekam, plante und baute ich zwei neue Setzkästen - genau passend für alle existierenden Sätze. Es gelang mir nun, alles unterzubringen und es sieht so aus, als ob dieses Problem für alle Zeiten erledigt sei.

Bis auf wenige Varianten und Exoten, die ich im Setzkasten noch unterbringen kann, bin ich komplett. Aber was, falls doch weitere Ü-Ei-Metallserien erscheinen???

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