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Metallfiguren

Größere Formate


Die ursprüngliche Idee zu dieser Seite war, etwas Ordnung und Wissen in das Thema "Ü-Ei-Metallfiguren" zu bringen. Denn was uns diverse Kataloge und sonstige Informations-Quellen vermittelten, war unvollständig und teilweise sogar falsch.

Nach der Vervollständigung der Übersicht der Metaller stand die Frage nach Herkunft und Werdegang der Figuren im Raum, die ich zum Teil beantworten konnte. Dies war der erste Schritt, die Seite zu erweitern.

Schließlich fand ich es der Aufklärung wegen nötig, auch etwas Wissen über (Ü-Ei-) Figuren, die nicht in den Eiern waren, sondern für den freien Markt geschaffen wurden, weiterzugeben. Und natürlich auch ein Wort über Fälschungen zu verlieren.

Und nun, zuletzt, wurde ich auch noch mit Metellfiguren größerer Formate konfrontiert. Hier erhielt ich von einem Sammler etliche Hinweise, so daß ich nicht wiederstehen konnte, auch noch diese Sammelkategorie zu bearbeiten.


Durch diese ständigen Erweiterungen ist die Seite zu einem Werk angewachsen, bei dem jeder zufällige Besucher schnell aufgibt. Ein komplettes Durchforsten der Seite ist wirklich nur für den eingefleischten Metallfiguren-Sammler interessant. Daher wird diese Zusatzseite über "Größere Formate" auch die Letzte sein.

Es wird unweigerlich zu einigen Wiederholungen von bereits Gesagtem kommen, was auf Grund der Zusammenhänge aber unvermeidlich ist. Auch müssen wir einige Plastikfiguren mit einbeziehen, deren Produktion in einer gewissen Beziehung zu den Metallern stehen.

Ich bin daher weiterhin sehr dankbar für alle Infos, die meine Ausführungen ergänzen, berichtigen oder auch revidieren.


Der Inhalt dieser Seite - mit einem Klick zum Kapitel

1.   Louis Marx (USA) -         und seine Figuren-Produktion
2.   Werbe-Figuren -             deutsche Produktionen
3.   Werbe-Figuren -             französische Produktionen
4.   Werbe-Figuren -             aus Australien
5.   Lone Star -                   Metall-Hersteller aus England
6.   Hubley -                       amerikanischer Metall-Pionier
7.   True Life (Lone Star) -    Piraten, Napoleoner, Wikinger
8.   Pika Toy -                     und der große Deal (Hongkong)
9.   Cane -                         und der italienische Markt
10. Die Tänzerinnen -           aus Frankreich
11. Jumbotoys -                  der italienische Metall-Pionier
12. Metalminiatura -             ein weiterer Versuch in Italien
13. Play Me (Spanien) -         und die Bleistiftspitzer
14. Durham -                      Hongkong-die dortigen Anfänge
15. Ferrero -                      mit Kinder-Eiern zu Weltruhm
16. Winter Reproductions -   England übernimmt Italien
17. Fontanini, Depose, Peltro    die Herkunft der Meister-Figuren
18. Elio Simonetti -             der große Meister-Skulpteur
19. Peltro (Italia) -              Dekorationen und Sammelobjekte
20. Fontanini (Italia) -         Die Anfänge in Kunstharz
21. Depose (Italia) -            Plastik und Vorläufer


Ein kleiner Rückblick


Nach dem zweiten Weltkrieg erfuhr die Herstellung von Spielzeug aus Metallguß, die durch den Krieg unterbrochen war, einen gewaltigen Aufschwung. Daß die amerikanische und die englische Industrie hier marktführend waren, ist kein Wunder. Alle anderen europäischen Staaten mußten sich erst von den Kriegsschäden erholen. Bei uns z.B. wurden Figuren aus Holzmehl und Leim (Elastolin-Figuren) hergestellt.

Mit der industriellen Verarbeitung von Plastik, Ende der 50er, nahm der Absatz von Metallspielzeug in vielen Bereichen ab. Davon betroffen waren auch Metallfiguren. Während nun allenthalben Figuren aus Plastik hergestellt wurden, begegnete die englische Firma DCMT, die auf Metallguß spezialisiert war, dem Verkaufstief mit einem Angebot von Metall-Figuren in bisher nicht gekannter Perfektion.

Die Mitte der 60er erschienenen Figuren wurden zum Verkaufserfolg, was auch die Qualitätskriterien der Plastikproduktionen herausforderte. Auf Grund der Renaissance der Metall-Figuren wurden diese schließlich für die beginnende Produktion der Überraschungs-Eier neu entdeckt.

Der über viele Jahre andauernde Verkauf der Ü-Eier baute im Laufe der Zeit eine ernstzunehmende Sammlergemeinde auf. Trotzdem mußte der Vertrieb der Metaller aus den Ü-Eiern in dem Moment ein Ende finden, in dem die Herstellungskosten einen Gewinn des Verkaufes nicht mehr garantierten. Seit Mitte der 90er wird der Sammlermarkt durch einige englische Hersteller mit Figuren versorgt, die aber die Qualität der früheren Produktionen nicht mehr erreichen.


Über Produktionen, die Figuren in unterschiedlichen Größen herstellten, wird auf dieser Seite berichtet. Um die Zusammenhänge der zeitlichen Abfolge besser zu verstehen, sind die Produktionen zeitlich entsprechend aufgelistet.

Louis Marx (USA)


LOUIS MARX, USA, gründete 1919 eine Firma die sich später zum weltweit führenden Spielzeug-Hersteller entwickelte. Marx, immer vorausblickend, produzierte viele Jahre aus Metall und anderen Materialien. Als Ende der 50er Plastik den Markt eroberte, war er bei der Herstellung mit diesem Werkstoff sofort dabei.

Marx hatte schon seit langer Zeit Figuren-Serien im Angebot, in unterschiedlichen Größen und Materialien produziert. Mit Plastik war es aber erstmals möglich, Figuren in absoluter Qualität, was die Konturen und Realistik betrifft, herzustellen. Die Figuren-Sätze stellten Mensch und Tier, Zivilisten und Soldaten verschiedener Völker und Epochen dar, samt Zubehör wie Landschaftsteile, Häuser, Zäune, Farmen, Wigwams, Forts, die bis heute hoch begehrt sind (siehe US-Auktionen).

2-Cowboy-2 Bei Marx erschienen im Laufe der Jahre mehrere Cowboy-und Indianer-Sätze, die sich in Größe und Farbe unterschieden.

Aus all diesen Produktionen führen wir hier nur Figuren zweier Serien an, die bereits auf der Seite 1 (Vorgeschichte) zur Sprache kamen, 5 Cowboys und 5 Indianer (von 1964) in braun, Größe ca. 14 cm.

Beim Betrachten dieser 12 Figuren kann man wirklich erstaunt sein über die Perfektion der Figuren.

2-Indianer-2 Jedes Detail, jeder Gesichtszug, ist derart realistisch, daß man von Perfektion sprechen muß. Wer in dieser Zeit lebte, wird bestätigen können, daß es damals nichts Vergleichbares an Figuren gegeben hat.

Die insgesamt 12 Cowboys und Indianer wurden als Werbefiguren für den Lebensmittel-Produzenten "Rubinstein" hergestellt, der diese in seinen Haferflocken- und Ceareal- Packungen als Werbegeschenk beilegte.

Den Ursprung aber haben diese Figuren seit ca. 1910. Sie wurden von der amerikanischen Company "Tiffany" als Bronze-Figuren gegossen.


Die Gußformen dieser 6-er Sätze (die Abbildungen zeigen nur je 5 der Figuren) wurden später von dem Lebensmittelhersteller "Rubinstein" erworben, der die Figuren an den Handel zum Verkauf auslieferte. Die italienische Firma "Cane" kopierte in den 60ern diese zwei Sätze in kleinerem Maßstab (ca. 70 mm), womit der Patentschutz umgangen werden konnte. "Cane" brachte auch weitere (Marx-) Plastik-Sätze auf den Markt.

Zwei der Figuren, ein Cowboy und ein Indianer (Mitte der Abb.) fanden sich 1965 als Metallfigur in zwei "Lone Star" Serien wieder. Warum Lone Star nur zwei Figuren kopierte und nicht alle zwölf Figuren, bleibt rätselhaft.

Die gleichen zwei Figuren befanden sich 1974 als 40mm Metallfiguren in der Eröffnungs-Auslieferung der Kinder- Überraschungseier.


Die Firma Marx verlor Anfang der 70er ihre Vormachtsstellung an andere Konkurrenten und wurde 1972 für 54 Millionen Dollar verkauft. Der (Die) Käufer ("Fisher") wurde mit dem Marx-Imperium nicht glücklich, da elektronisches Spielzeug die Marktführung übernahm, und verkaufte 1976 an die englische Firma "Dunbee-Combex-Marx", die aber 1980 in Konkurs ging. Die Konkursmasse des einst weltweit größten Spielzeug-Herstellers wurde unter mehreren Käufern aufgeteilt, die die Marx-Produkte teilweise unter anderen Namen weiter produzierten.

Werbefiguren (Deutschland)


So wie es "Rubinstein" in USA mit seinen Haferflocken machte, so wurden weltweit Werbefiguren in Lebensmitteln als Werbegeschenk plaziert. Im deutschsprachigen Raum kannte man in erster Linie die "Margarine-Figuren" (Plastik, weiß), die in den Margarine-Packungen zu finden waren, aber auch in allen möglichen sonstigen Lebensmitteln.

Während unsere Werbefiguren "sparsam" produziert wurden, sie waren meist flach auf einem Standfuß, waren die in den Nachbarländern besser ausgeführt. Sie waren vielmals schon voll plastisch, entsprachen also richtigen kleinen Statuen.


1-Zwerge-11
In den 60er Jahren wurden von der deutschen Firma "Manurba" sieben Plastikzwerge (Größe ca.7 cm) produziert, die auch durch die Fa. Heinerle (Wundertüten), vertrieben wurden.

Da Heinerle immer Gegenstände in seinen Tüten ausgab, die vorher in einer anderen Quelle vertrieben wurden, liegt es nahe, daß die Zwerge ursprünglich als Werbefiguren genutzt wurden.







1-Oesen-11






Die identischen Plastik-Zwerge erschienen auch in der kleineren Ausgabe von 40mm, allerdings mit einer Öse auf der Zipfelmütze.

Aus welchem Land die Figuren stammen und für welche Lebensmittel sie zur Werbung genutzt wurden, ist mir nicht bekannt.

Sechs der Zwerge fanden später durch die Ü-Eier als "Metall-Zwerge mit Ösen" Verbreitung.


Den Ursprung hatten die Zwerge bereits Jahre vorher, produziert von der italienischen Firma "Peltro" als Silber-Figuren.

Werbefiguren (Frankreich)


Die französische Kaffee-Marke "Cafes Maurice" lieferte in Ihren Kaffee-Packungen seit Ende der 50er weiße Plastikfiguren aus. Es erschienen etliche unterschiedliche Serien in verschiedenen Größe, die wahrscheinlich je nach Größe der Packung darin zu finden waren.

Daß diese Werbemaßnahmen ein Verkaufsargument war, zeigt der Umstand, daß sich auch andere Kaffee-Marken dieser Strategie bedienten. Erstaunlicherweise verwendeten die unterschiedlichen Kaffee-Firmen oft identische Figuren.

Dies zeigt auf, daß der Hersteller der Plastikfiguren unabhängig war und diese ohne Beschränkung an Firmen ausliefern konnte. Über den Hersteller dieser Plastik-Figuren wird weiter unten berichtet. Ein Schriftzug am Sockel der Figuren benennt die Kaffee-Firma, von der die Figur vertrieben wurde. Demzufolge kann man völlig identische Figuren finden, mit den Aufschriften "Cafes Maurice", "Mokaden", "Lutin" und anderer Marken.


Auch dieses Mal beschränken wir uns auf wenige Beispiele, die einen Zusammenhang zu Metallfiguren aufzeigen.

1-Ballett-2 Am interessantesten dürften die sechs Tänzerinnen sein, beeindruckend in einer Größe von 13 cm. Sehr schön und grazil geformt, wurde dieser Satz zum Such-Objekt für viele Sammler.

Was diesen Satz für uns interessant macht, ist der Umstand, daß er später in Metall gegossen in den französischen Verkaufsweg gelangte. Die Metallausgabe konnte allerdings mit der feinen Verarbeitung der Plastiker nicht mithalten.

Eine Metall-Ausgabe, allerdings in 40mm Größe erschien 1975/76 in den Kinder-Überraschungs-Eiern, diesmal auf vier Figuren beschränkt

1-Chin-11 Ein weiterer Satz der gleichen Produktionsfirma bestand aus achtzehn Chinesischen Figuren in der Größe von 7-8 cm. Auch dieser Satz wurde von mehreren Kaffee-Firmen ausgegeben.

Davon werden hier nur die sechs rechts abgebildeten Figuren vorgestellt. Dieser Satz fand in den Kinder-Ü-Eiern ihre Wiedergeburt als Metall-Satz "Chinesische Berufe". Allerdings erst 25 Jahre nach ihrer Kaffee-Karriere und verkleinert auf ca. 35mm.

Der Ursprung beider Sätze, Tänzerinnen und Chinesische Berufe lag bei der italienischen Firma "Fontanini" in Kunstharz bzw. Metall.

Werbefiguren (Australien)


1-Grot-11
Die australische Firma "R&L Company" (Rosenhain&Lipmann) in Melbourne war Produzent von Haferflocken und ähnlichem.

Während in Europa die Zeit der Werbefiguren Mitte der Fünfziger begann und Mitte der Sechziger schon wieder vorüber war, lieferte "R&L" diese von 1954 - 1977 in ihren Lebensmittel-Packungen aus.

Unter den vielen von R&L vertriebenen Figuren befand sich auch der Satz "Crazy Pirats", bestehend aus acht Plastik-Figuren in
40 mm Größe, hergestellt von der australischen Firma "Nabisco".

Dieser Piraten-Satz erschien in vielen unterschiedlichen
Farbgebungen in "R&L" Cereals und in "DARRELL LEA" Schokolade.


Die Original-Figuren tragen in der Bodenplatte den Schriftzug "Australia". Es existieren aber auch Figuren ohne Schriftzug.

Die Figurenproduktion wurde schließlich 1978/79 an eine mexikanische Firma verkauft, die einige der früheren Serien wieder auflegte. Diese sind allerdings erkennbar an den grellen Farben und dem glänzenden Material.


Auch dieser Satz erschien in den 70ern als Metall-Figuren in 40mm Größe in den Kinder-Überraschungs-Eiern.

Lone Star (England)


Die englische Produktionsfirma DCMT Ltd (Die Cast Machine Tools) in Southgate, North-London, Hatfield, 1939 gegründet, spezialisierte sich auf Metallguß. 1949 wurde eine Abteilung zu Herstellung und Vertrieb von Kinder-Spielzeug eingerichtet, die den Namen "Lone Star" erhielt. Sie stellte Autos, Eisenbahnen, Pistolen, usw., und unter anderem Figuren her.

Die Produktion von Metallfiguren setzte 1953 ein. Ende der 50er erschienen die Lone Star Figuren, entsprechend dem Trend, auch aus Plastik. Ob Lone Star die Plastiker selbst herstellte oder von anderer Seite produzieren ließ? Immerhin erschienen viele der Figuren identisch auch von Timpo Toys, Timpo war ein Plastik-Produzent.

Um die Herstellung von Metall, auf die DCMT, und somit Lone Star spezialisiert war, wieder marktfähig zu machen, wollte man Figuren herstellen, die an die Qualität der "Marx-" Figuren (siehe oben) herankam, allerdings in Metall-Ausführung.


Lone Star nahm die Figuren einiger Marx-Plastik-Serien (Cowboys und Indianer), verkleinerte sie auf 60mm, und schuf mit der Herstellung von sechs Cowboys und sechs Indianern zwei erstklassige Metall-Sätze.

3-Cowboy-2 Antique finished Cowboys

6 Figuren (ca.1965)
Größe: 60mm
Farbe: Eisen
Hersteller: Lone Star

Kennung (von li.nach re.):

Billy the Kid
Kit Carson
Pat Garrett
Bat Masterson
Wyatt Earp
Jesse James

3-Indianer-2 Antique finished Indians

6 Figuren (ab ca.1965)
Größe:  60mm
Farbe:   Eisen
Hersteller: Lone Star

Kennung (von li.nach re.):

Crazy Horse
Red Cloud
Black Hawk
White Eagle
Geronimo
Lone Wolf

Beide Sätze tragen unter der Fußplatte die Kennung: LONE STAR, Made in England


Obwohl die zwei Sätze von 1965 sehr gelungen waren, ein weiterer Figuren-Satz folgte erst 1981, sechzehn Jahre später. (Mehr darüber weiter unten). Immerhin verkauften sich diese beiden Sätze nicht nur in Europa, sondern auch in den USA.

Lonestar-cowboy-packung
Die zwölf Figuren wurden bis in die 80er, also 20 Jahre lang produziert und vertrieben. Es gab sie als Komplettsatz ebenso wie als Einzel-Figuren.

Die Verpackungen erhielten im Laufe der Jahre verschiene Designs und waren je nach Vertrieb, oder Land entsprechent verändert ausgeführt und beschrieben.

Diese beiden Sätze brachten der Firma "Lone Star" 1973 auch einen deutschen Auftrag ein.

Die Firma Ferrero bestellte zur Einführung der Kinder- Überraschungs-Eier je einen Vierer-Satz Cowboys und Indianer für die Start-Ausgabe, die im Jahre 1974/75 erfolgte.

Die Verkleinerung der acht Figuren auf 40mm wurde eindeutig von dem gleichen Skulpteur ausgeführt, der diese vor Jahren in 60mm geformt hatte.

Wer dieser Skulpteur war, blieb leider bis heute ein Geheimnis. Unter Umständen hatte "Lone Star" einen eigenen Meister für solche Arbeiten.

Ursprung der Cowboys/Indianer: Louis Marx (USA)/Lone Star (GB).


Lonestar-Arthur2
Sechzehn Jahre nach den Cowboys/Indianern erschien ein Nachfolge-Satz:

Knights of the Round Table
(Ritter der Tafelrunde)

6 Figuren (1981)
Größe: 60mm
Farbe: Eisen
Hersteller: Lone Star



Kennung (von li.nach re.):

Sir Gareth
King Arthur
Lonestar-Arthur3 Sir Lancelot
Sir Bedivere
Sir Galahad
Sir Percivale


Kennung unter der Bodenplatte:

LONE STAR
Made in England




Lonestar-Art-Pack





Auch diese Serie wurde sowohl als kompletter Satz, wie auch als Einzelfiguren verkauft.

Die Verpackung zeigt auf der Rückseite alle 6 Figuren, die Daten "Ref.3004", "C 1981" und "Lone Star Products Ltd. England".

Beim Betrachten der Figuren fällt einem die erstklassige Arbeit des Skulpteurs, obwohl die Körper-Proportionen nicht absolut stimmig sind, sowie die gute Verarbeitung des Materials auf.



Ursprung der sechs Ritter: Lone Star (GB).

Hubley/Gabriel (USA) (Lone Star)


Die Hubley Manufacturing Company, Lancaster, PA (USA) wurde 1894 gegründet und produzierte Spielzeug. Bis 1909 wurden elektrische Eisenbahnen samt Zubehör in Gußeisen und anspruchsvoller Qualität gebaut. Die Modelle waren Originalen nachempfunden.

Als sich die Auto-Industrie etablierte, setzte auch Hubley auf Automodelle und wurde im Laufe der Jahre zum weltgrößten Spielzeug-Hersteller. Mittlerweile führte Hubley in seinen Produktionen auch Spielzeugpistolen und Tierfiguren. Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs ließ die Nachfrage nach und Hubley mußte sich umstellen.

Ab 1959 hatte Hubley erstmalig detaillierte Automobil-Bausätze zum Zusammenbauen im Katalog-Angebot, ausgeführt in Zink-Druckguß. Die Linie der Baukästen wurde fortgesetzt, bis die gesamte Firma im Juli 1965 durch die Gabriel Company übernommen wurde.

Gabriel führte die Produktion unter dem Namen "Hubley" ein Jahr weiter, bevor die Produkte mit dem Namen "Gabriel ausgezeichnet wurden. 1980 wurde mit der Übernahme der Firma durch CBS Toys die Produktion der Baukästen eingestellt.

Nach über zehn Jahren begann JLE (Ertl) die alten Baukästen in Originalform wieder zu produzieren, bis zur endgültigen Einstellung der Produktion im Jahre 2000.


Lonestar-Hubley Was die Geschichte mit den Metallfiguren zu tun hat? Die abgebildeten Verpackungen tragen das Logo Hubley, seitlich "Hubley Division, Gabriel Industries".
Die Figuren sind unter der Bodenplatte mit "Lone Star - Made in England" gezeichnet.

Dem oben erklärten Werdegang von Hubley entnehmen wir, daß Hubley-Artikel nach der Übernahme durch Gabriel noch ca. ein Jahr lang mit dem Hubley-Emblem gekennzeichnet wurden.

Folglich waren die abgebildeten Figuren seit 1965/66 in Hubley´s Verkaufskatalog.

Nun gab es indentische Figuren in gleicher Verpackung auch von Lone Star, England. Nachdem Lone Star ebenso wie Hubley auch Spielzeugpistolen und eine ganze Menge Western-Spielzeug im Programm hatte, ist es klar, daß ein Warenhandel zwischen den Firmen bestand.



Ursprung der Cowboys/Indianer: Lone Star (GB)


Lonestar-cowboy-packung
Die Hubley-Metall-Cowboys sind unter der Bodenplatte mit "Lone Star - Made in England" gezeichnet. Die Verpackung weist auf der Rückseite auf: "Made and printed in England exclusively for Gabriel Industries, Inc. by Lone Star Products, Ltd.


Figuren und Verpackungen sind bis auf das Firmenlogo absolut identisch mit den "Lone Star-Verpackungen/Figuren. Damit steht fest, daß Hubley, USA, die Cowboys und Indianer von Lone Star, London, geliefert bekam.

Zum Vergleich der Verpackungen (oben) ist rechts eine mit "Lone Star"-Markung abgebildet.



Informationen auf der Verpackung:

Kit Carson - Trapper who became the Colonel of the 1st New Mexico Cavalry. No. 23101-9
Pat Garrett - Sheriff of Lincoln County who tracked down Billy the Kid
Billy the Kid - Notorious outlaw, gunman and bank robber.
Bat Mastersen - Front peace officer of Dodge City and Deputy United States Marshal.
Jesse James - Notorious bank and train Rubber. A reward of $ 10.000 was offered for his capture
Wyatt Earp (bisher keiner Information)

Red Cloud - Sioux Indian Chief who besieged Fort Phil Kearny in 1866. No. 23101-4
Geronimo - Apache Warrior who surrendered to General Miles at Skeleton Canyon
Crazy Horse - Sioux Chief who surrendered to the US Cavalry at Fort Robinson in 1877
Lone Wolf (bisher keiner Information)
White Eagle (bisher keiner Information)
Black Hawk (bisher keiner Information)

True Life (Lone Star)


Die drei Figuren-Sätze "Famous Pirates", "Napoleon Soldiers", "Vikings" fallen eindeutig in die "Lone Star"- Produktion.

1. Die Sockel sind in jeder Einzelheit mit den bereits beschriebenen Lone-Star-Sätzen identisch.
2. Während die oben genannten Lone-Star-Sätze jeweils 6 Figuren umfaßten, sind sie hier auf je 4 beschränkt.
3. Die Figurenbezeichnung auf der Bodenplatte trägt auf der Rückseite die Prägung "Hongkong".
4. Unter der Bodenplatte fehlt die Prägung "Lone-Star, Made in England".
5. Alle drei Sätze wurden von dem italienischen Meisterskulpteur Elio Simonetti geschaffen.

Zu Punkt 3 und 4 ist zu bemerken, daß es auch Cowboy- und Indianer- Ausgaben gibt, die unter der Bodenplatte mit "Lone-Star, Made in Hongkong", oder aber ganz ohne Prägung produziert wurden. Letztere tragen allerdings auf der Rückseite der Figuren-Bezeichnung den Schriftzug "Made in Hongkong".


"Lone-Star" ließ ab Anfang der 70er aus Kostengründen in Hongkong herstellen und eröffnete dort eine Produktions-Filiale. Hongkong war bis Mitte 1997 englische Kronkolonie und die Arbeitslöhne/Produktionskosten waren dort weit geringer.

Nachdem die "Lone Star"-Betriebe in England zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, ließ man den Firmenschriftzug auf den Figuren und Verpackungen weg.

Die drei unten beschriebenen Sätze wurden meines Wissens ausschließlich für den amerikanischen Markt produziert. (Manufactured in Hongkong for S.S.Kresge). Es existieren aber auch Verpackungen, die die Firma in Hongkong preisgeben.

Es leuchtet ein, daß S.S.Kresge (damals eine der größten US-Supermarktketten) das Emblem "Lone-Star, Made in England" ablehnte und diese drei Sätze exklusiv mit eigener Firmen-Bezeichnung geliefert bekam.

"S.S.Kresge" wurde 1977 umbenannt in "K-Mart", dieser wiederum verschmolz 2005 mit "Sears", wobei seitdem beide Namen für die Supermärkte verwendet wurden. Nachdem S.S.Kresge nur bis 1977 existierte, fällt die Produktion der drei hier besprochenen Sätze in die Jahre davor. Da mir zwei Piraten in Originalverpackung vorliegen, die auf der Rückseite mit 1975 gekennzeichnet sind, bezeichne ich die Herstellung der "Famous Pirates", "Napoleon Soldiers", "Vikings" mit ca. 1975.


Lonestar-Piraten2 Famous Pirates

4 Figuren (1975)
Größe: 60mm
Farbe: Eisen
Skulpteur: Elio Simonetti
Manufactured by:
Universal Die Casting Co. Ltd.
TSUEN WAN Hongkong

Kennung (von li. nach re.):

Captain Blood
Red Dog
Long John
Black Beard

Kennung: Hongkong

Lonestar-Pir-Port

Dieser Figuren-Satz wurde von Lone Star produziert, wahrscheinlich exklusiv für die amerikanische Supermarkt-Kette "S.S.Kresge".


Bei Betrachtung dieser vier Piraten fällt einem sofort die Handschrift eines großen italienischen Meisterskulpteurs ins Auge: Elio Simonetti. Wir werden uns, weiter unten, mit dem Meister noch etwas näher befassen.


Da Simonetti Anfang der 70er an ähnlichen Piraten in anderen Maßstäben arbeitete, scheint es logisch, daß er zu dieser Zeit den Auftrag für die 4 Piraten in 60mm von "Lone Star" erhielt.




LoneStPirBlo LoneStPirRed LoneStPirLong LoneStPirBla

Lonestar-Napol2 Soldiers of Napoleon

4 Figuren (ca. 1975)
Größe:  60mm
Farbe:   Eisen
Skulpteur: Elio Simonetti
Manufactured by:
Universal Die Casting Co. Ltd.
TSUEN WAN Hongkong

Kennung (von li. nach re.):

213 (der junge Napoleon)
214, 215, 216

Kennung: Hongkong


Lonestar-Napol-Portr
Auch dieser prachtvolle Figuren-Satz wurde von Lone Star produziert, wahrscheinlich exklusiv für die amerikanische Supermarkt-Kette "S.S.Kresge".


Für diese "Soldaten um Napoleon" gilt das gleiche bereits Gesagte wie für die oben behandelten "Piraten".


Formgebung, Stil und Perfektion der Figuren lassen auch hier die Arbeit des Meisters Simonetti erkennen.


Da Simonetti Anfang der 70er an ähnlichen Napoleonern in anderen Maßstäben arbeitete, scheint es logisch, daß er zu dieser Zeit den Auftrag für die Napoleoner in 60mm von "Lone Star" erhielt.


LoneStNapo13 LoneStNapo14 LoneStNapo15 LoneStNapo16

Lonestar-Wiking2 Vikings

4 Figuren (ca. 1975)
Größe:  60mm
Farbe:   Eisen
Skulpteur: Elio Simonetti
Manufactured by:
Universal Die Casting Co. Ltd.
TSUEN WAN Hongkong

Kennung (von li. nach re.):

Leif Erickson
Thorwald
Karlsefni
Eric the Red

Kennung: Hongkong

Lonestar-Wiking-Port
Als weiterer Figuren-Satz, der eindeutig von "Lone Star" stammt, wurden die "Vikings" für S.S.Kresge produziert.


Für diese vier "Wikinger" gilt das gleiche bereits Gesagte wie für die oben behandelten "Piraten" und "Napoleonischen Soldaten".


Auch diese vier "Wikinger" entstammen eindeutig der Arbeit des Meisters Elio Simonetti.


Da Simonetti Anfang der 70er an ähnlichen Wikingern in anderen Maßstäben arbeitete, scheint es logisch, daß er zu dieser Zeit den Auftrag für die 4 Wikinger in 60mm von "Lone Star" erhielt.


LoneStVikLeif LoneStVikThor LoneStVikKarl LoneStVikEric

LoneStPirPist Beschriftung der Verpackungen:

TRUE LIFE         Die Cast Metal Miniatures
MEN OF HISTORY

A Series           For Children three
                      years old and older

(Figurenbez.) z.B. VIKINGS-THORWALD
SSK   Key 1      4-31-02     46 c(ent)

SAFE! NON-TOXIC

Manufactured in Hongkong for SSK
S.S. Kresge Company, Troy, Michigan, 4808


Rückseite:

(Figurenbez.) z.B. Famous Pirates:

Long John
The famous one-legged rogue
of the pirate era.


Die Produktionen der Firma "DMTC Ltd." und der Spielwarenabteilung "Lone Star" wurden 1988 mit einem Konkurs beendet. Die Produktionen der Filiale in Hongkong liefen unter anderem Namen weiter. Mit unterschiedlichen Marken-Namen wurde die gleiche Ware, wie schon unter "Lone Star, England", weiterproduziert. Der Aufdruck "4-31-02" auf den Verpackungen bestätigt dies.

Ursprung der Pirates, Soldiers of Napoleon, Vikings: Simonetti, Fontanini (Italia).

Pika Toy (Hongkong)


Um es vorwegzunehmen, die Industrie arbeitete bereits vor vielen Jahren global. Global heißt mit Staaten, die politisch und wirtschaftlich in der Lage waren, miteinander zu handeln.

Auch Lone Star produzierte seine Waren "Made in England" und verkaufte diese weit über die Grenzen Englands hinaus. Wie oben berichtet, belieferte Lone Star auch Firmen anderer Staaten mit derem aufgedruckten Firmenlogo.

Nach dem Konkurs von "Lone Star" 1988 wurden die Produktionen in der Filiale in Hongkong unter anderem Namen weitergeführt.


5-Indianer-4 Der Name der Produktions-Firma in Hongkong:
Universal Die Casting Co. Ltd. TSUEN WAN Hongkong
Es kann angenommen werden, daß dies die Weiterführung der englischen Firma "Lone Star" war.

Sicher ist, daß die Produktionsware fortan mit verschiedenen Markennamen ausgezeichnet wurde. Einer davon war "Pika Toy, Made in Hongkong"

Von den Metall-Figuren erschienen die sechs Cowboys und sechs Indianer, bis auf die Farbgebung, identisch mit den Lone Star- Ausgaben. Die Figuren trugen die Kennung "Made in Hongkong", die Marken-Bezeichnung fehlt. Im Zuge dieser Veränderungen erhielt die Ware auch neue Verpackungen.

Lonestar-Einz

Daß die Produktionen aus Hongkong schon bald im Design verändert wurden, wird an der linken Abbildung sichtbar.

Stellte man die Figuren anfänglich noch in der von Lone Star gekannten Form her (siehe oben), so wurden später die Bodenplatten verändert und anderes Metall verwendet (siehe links).

Außerdem gab es die Figuren als Komplettsatz, oder auch als Einzel-Figuren zu kaufen, so wie wir es auch bei Lone Star kennengelernt haben.



Lonestar-Pika











Im Laufe der Zeit veränderten sich die Verpackungen der Figuren-Sätze mehrfach und es fanden verschiedene Marken-Namen Verwendung, "Pika Toy" ist nur einer davon.


Auch die neue Produktion in Hongkong lieferte seine Produkte weltweit an andere Vertriebsfirmen mit derem Logo aus.




Ursprung: Lone Star (GB)

Cane (Italien)


Der Familien-Betrieb in Bologna, Italien, bestand schon seit 1930 und produzierte Puppen und Figuren aus Keramik- und Terrakotta. Mit dem beginnenden Plastik-Zeitalter plante der Betrieb, die Produktionen zu erweitern. Ein Besuch der Spielzeug-Messe in Nürnberg, 1958, ließ in Paolo Canè, dem Sohn der Familie, der Plan reifen, das Unternehmen durch eine Kunststoff- Produktion zu erweitern. 1963 meldete Paolo seine Firma mit dem Namen "Canè Giocattoli srl" an.

Mit der Anschaffung der Herstellungsmaschinen begann bei "Canè" die Produktion von Plastikfiguren, die in der Anfangszeit ausschließlich aus Kopien der Figuren von Louis Marx (USA) bestanden.


Der erste Katalog von Canè erschien 1967 und beinhaltete fünf Artikel, welche im folgenden waren:

1 Sechserpack Römer, 1 Sechserpack Cowboys, 1 Sechserpack Indianer und 1 Sechserpack US-Marines. Außerdem eine Packung von 9 Figuren mit einer Auswahl aus den vier Sätzen.

Alle Figuren waren Kopien von Marx-Figuren, verkleinert auf 70/80 mm, womit die Patentrechte von Marx umgangen wurden. Die Figuren von "Canè" entsprachen einer bis dahin in Europa nicht gekannten Qualität und entwickelten sich schnell zum Verkaufserfolg.

1968 erweiterte sich die Palette um einen Sechserpack Kreuzritter.
1970 kam ein Sechsersatz japanischer Soldaten hinzu.
1971 In diesem Jahr erschienen sechs Figuren mit Kopien der "Wikinger" von "Fontanini" in der Größe von 80mm.
        Außerdem zwei Sechsersätze, "Nordisti", "Sudisti", Kopien von Figuren der englischen Firma "Britain".
        Schließlich erschien ein Satz von sechs Türken, Kopien der deutschen Firma "Elastolin".
1972 wurde das Warenangebot erweitert um das "Fort Laramie", als Spielfeld für die "Cowboy/Indianer" Figuren.
        Sowie um ein Kampfgelände für die Soldaten "Japaner/Marines".
1973 zwei Sechsersätze italienischer Soldaten, "Bersaglieri" und "Alpini", beide geformt von Elio Simonetti
        (Fontanini).

Bisher wurden die Figurensätze in Plastikbeutel verkauft. Um der Konkurrenz entgegenzutreten, wurden die Figuren fortan in kartonierten Boxen vertrieben.

1974 wurden nur noch 3 der Wikinger von Fontanini (Simonetti) weiterproduziert, dafür kamen 3 neue Figuren von
        Elastolin in den Sechsersatz.
1975 erschien ein neuer Satz bei Canè, sechs napoleonische Soldaten, geformt von Elio Simonetti (Fontanini).


1987 wurde der Betrieb durch ein Konkursverfahren eingestellt. "Canè Giocattoli srl." erzeugte in seiner besten Zeit an die fünf Millionen Figuren jährlich.


Im Zusammenhang mit Metall-Figuren ist zu bemerken, daß insbesondere einige Serien Simonettis später als Metallfiguren erschienen. Einige bei "Lone Star", andere in den "Kinder-Überraschungs-Eiern.

Ursprung etlicher Figuren: Louis Marx, Fontanini, Elastolin, Canè, weitere.

Tänzerinnen (Frankreich)


Leider ist über diesen Satz, der auf der ersten Seite, "Metall-Figuren", schon vorgestellt wurde, nicht viel bekannt. Der Sechser-Satz "Ballett-Tänzerinnen" aus Metall erschien mit großer Wahrscheinlichkeit in Frankreich. Ob Ende der Sechziger oder Anfang der Siebziger, ich tippe auf das Letztere. Die Figuren sind Kopien der "Cafes Maurice" Ausgaben (s.o.), können mit der Qualität der Plastik-Originale aber nicht ganz mithalten.

1-Ballett-16 Tänzerinnen

6 Stück
Hersteller: unbekannt
Erschienen: ca. 1968-74
Material: Metall
Farbe: verchromt
Figurengröße:
Kopf mit Sockel: ca.50mm.

Kennung: keine


1-Ballett-12 Tänzerinnen

6 Stück
Hersteller: unbekannt
Erschienen: ca. 1968-74
Material: Metall
Farbe: verchromt, gold, brüniert
Figurengröße:
Kopf mit Sockel: ca.80mm.

Kennung: keine


Vier Tänzerinnen dieses Satzes fanden sich in der Größe von 40mm 1975/76 in den Ü-Eiern wieder. Mehr darüber auf der Seite "Die Vorläufer".

Ursprung: Fontanini

Jumbotoys (Italien)


Jumbotoys Jumbotoys war ein weiterer italienischer Plastic-Figuren-Hersteller.

Mit dem beginnenden Trend zu Metall, Anfang der 70er, versuchte sich auch Jumbotoys mit Metallfiguren zu etablieren.

Hierfür übernahm der Produzent die Modelle der hauseigenen Plastik-Ausgaben.



Jumbotoys-Cowboys-K
Cowboys
(collezione soldatini metallo)

Hersteller: Jumbotoys (Made in Italy)
Erschienen: ca. 1970
Material: Metall (oben: Plastik)
6 Figuren
Größe: 56mm
Farbe: Eisen



Sieht man genau hin, fällt auf, daß alle Figuren Kopien der ürsprünglichen Marx Plastik-Figuren sind. Die verkleinerten Kopien sind teils gut, teils schlecht kopiert. Sie können mit der Qualität der original Marx-Figuren nicht mithalten.



Indianer
(collezione soldatini metallo)

Jumbotoys-Indianer-K Hersteller: Jumbotoys (Made in Italy)
Erschienen: ca. 1970
Material: Metall
6 Figuren
Größe: 58mm
Farbe: Eisen


Auch hier gilt das weiter oben Gesagte. Alle Figuren sind Kopien von Marx-Figuren.


Jumbotoys-Pack1














Jumbotoys-Indianer-Front



Jumbotoys-Pack2














Jumbotoys-Verpackung-Back



Die Jumbotoys Figuren wurden in Packungen als kompletter Satz, als Dreier-Satz und auch als Einzelfigur verkauft.


Laut Rückseite der Verpackung sollen folgende Metallsätze von Jumbotoys im Handel gewesen sein:

Indianer - Abbildung weiter oben
Cowboys - Abbildung weiter oben
Afrika Corps - Soldaten
Deutsche Infanterie - WK II
Amerikanische Infanterie - WK II
Englisches Kommando - WK II
Russische Infanterie - WK II
Japanische Infanterie - WK II
Italienische Fallschirmjäger - WK II
Französische Infanterie - WK II


Von diesen Sätzen kann ich nur die "Deutsche Infanterie" bestätigen.


Jumbo-Ind-Vergl Zum Vergleich:

In der Mitte die Lone Star-Figur
rechts die Jumbotoys-Figur
Die kleine Figur links ist die Ü-Ei-Ausgabe

Urprung: Louis Marx



Jumbo-Cow-Ver




Zum Vergleich:

Links die Lone Star-Figur
rechts die Jumbotoys-Figur

Urprung: Louis Marx

Metalminiatura (Italien)


Eine weitere italienische Firma, die Metall-Figuren herstellte, war Metalminiatura.

Metalmin-Napol Napoleonische Soldaten

Hersteller: unbekannt
Erschienen: ca. 1970
Material: Metall 3 (6?) Figuren
Größe: ca. 60mm
Farbe: Eisen

Hersteller: Metalminiatura (Made in Italy)

Kennung (von li. nach re.):

Husaren
Napoleone
Maresciallo

Metalminiatura-FT-Packung Metalmin-IndCow















Cowboys und Indianer

2 (6?) Figuren
Größe: 60mm
Farbe: Eisen
Hersteller: Metalminiatura (Made in Italy)

Kennung (von li. nach re.):

Sam Bass, Aquila Bianca



Wieviele Figuren von diesem Hersteller erschienen sind, entzieht sich meiner Kenntnis, aber es waren sicher mehr, als hier vorgestellt wurden.

Ursprung: Marx, Canè, Metalminiatura

Play Me (Spanien)


Als ich das erste Mal im Jahre 2010 mit einer dieser Figuren konfrontiert wurde, wußte ich gar nichts darüber. Im Sockel ist als Kennung - PlayMe Fdo.en Espana - sichtbar, ein Hinweis auf die Produktionsfirma. Mit etwas Recherche ließen sich aber doch einige Erkenntnisse und Informationen zusammentragen.

PlayMe de Beniparrell (Valencia, Spanien) begann mit der Produktion von Miniaturen mit integrierten Bleistiftspitzern im Jahre 1969, wobei Design, Verarbeitung und Güte des Materials von erstklassiger Qualität war. Die Spitzer selbst wurden von der Firma "T.S.R." in Valderrobres (Teruel) geliefert und von PlayMe in die Miniaturen eingebaut.

PlayMeBru Da das Produkt in vielen verschiedenen Ausführungen außer praktischem Nutzen auch eine optisch schöne Präsentation darbot, die es einerseits zum Spielzeug machte, andererseits zum Sammelobjekt, stieg der Absatz der PlayMe-Spitzer in den ersten Jahren sprunghaft an. So wurden die Spitzer bereits nach wenigen Jahren auf allen fünf Kontinenten gehandelt.

PlayMe2a Es existieren Unmengen von solchen Spitzern, die in alle möglichen Miniaturen eingearbeitet sind. Und es gibt viele Sammler allenthalben, die solche Spitzer zu ihrem Sammelobjekt gemacht haben.

Die abgebildete Figur ist ca. 55mm groß, brüniert und stellt einen Piraten dar. Sie wurde in den Jahren 1969/70 produziert und gehört einer Reihe von Figuren an, die im folgenden beschrieben werden.


Die Produktion von Bleistiftspitzern der Firma "PlayMe" begann 1969. Um für diese Artikel einen Blickfang zu bieten, wurden in der Anfangszeit fünf Diorama mit der Bezeichnung "Canones de Guerra", bestehend aus je zwei Figuren und einer Kanone hergestellt.

Die Kanonen gab es im Handel als Bleistiftspitzer, im Diorama sind keine Bleistiftspitzer enthalten. Der leere Raum wurde hier mit einer Blechplatte abgedeckt. Alle Kanonen von PlayMe, sowohl die aus den Diorama, als auch die mit integriertem Bleistiftspitzer sind aus Metall, aber mit Plastikrädern ausgeführt.

PlayMe501
Diorama Ref.-Nr. 501
Epoche Napoleon

Anzahl: 2 Figuren, 1 Kanone
Farbe: Brüniert
Größe: 55mm
Erschienen: 1969/70












PlayMe502
Diorama Ref.-Nr. 502
Epoche Mittelalter

Anzahl: 2 Figuren, 1 Kanone
Farbe: Brüniert
Größe: 55mm
Erschienen: 1969/70
















PlayMe503
Diorama Ref.-Nr. 503
Epoche Spanisches Imperium

Anzahl: 2 Figuren, 1 Kanone
Farbe: Brüniert
Größe: 55mm
Erschienen: 1969/70
















PlayMe504
Diorama Ref.-Nr. 504
Epoche Amerikanischer Bürgerkrieg

Anzahl: 2 Figuren, 1 Kanone
Farbe: Kupfer
Größe: 55mm
Erschienen: 1969/70
















PlayMe505
Diorama Ref.-Nr. 505
Epoche Piratenzeitalter

Anzahl: 2 Figuren, 1 Kanone
Farbe: Kupfer
Größe: 55mm
Erschienen: 1969/70












PlayMe stellte die Produktion von Bleistiftspitzern im Jahre 1982 ein.


Damit enden meine Informationen über diese Marke auch schon fast, wäre da nicht ein Indiz, das mich stutzig machte. Das Indiz wurde bereits in dieser Website unter "Entwicklung" erörtert und bezieht sich auf den Sockel, also die Standplatte.

Vergleiche ich den Sockel mit den Ü-Ei-Metallern, kommen mir unweigerlich die 4er-Sätze "Griechen, Römer und Franzosen" in den Sinn, die einen identischen Sockel besitzen, allerdings ohne Gravur. Ich bin mir daher ziemlich sicher, daß der Hersteller der "PlayMe"-Figuren, die eben genannten Sätze im Auftrag für die Ü-Eier (Hersteller "D") produziert hat, allerdings in einer Größe von 40mm.

Nehmen wir hypothetisch an, PlayMe erhielt den Auftrag, Figuren für die Ü-Eier herzustellen. Anfangs erschienen in den Ü-Eiern nur 4er Sätze, daher wurden auch von PlayMe nur 4er Sätze hergestellt. Nach drei Serien endete der Auftrag, ein anderer Hersteller ("H") übernahm die Herstellung (6er Sätze) zu besseren Bedingungen.

Die Hypothese paßt zeitlich genau in die Anfangszeit der "Kinder-Ü-Eier".

Ursprung: Play Me (Espana)


Vielen Dank an Heidi St., an Albert G., an Wolfgang B. für Hinweise und Informationen zu den Playme-Serien.

Durham (Hongkong)


DurhamCan
Auf Grund des großen Erfolges der PlayMe-Spitzer fanden sich schon bald Nachahmer (z.B. Zinc Alloy), die ähnliche Artikel herstellten.


Außerdem wurden die PlayMe-Artikel von einer chinesischen Firma (Durham, Hongkong) kopiert, allerdings in minderer Qualität.


Auch die fünf Kanonen aus den "Play Me"-Diorama, erschienen unter den Namen anderer Marken. Eine davon war Durham (Made in Hongkong).


Von den Kanonen existieren auch welche mit Metallrädern. Ausgaben mit Metallrädern sind allerdings im Gegensatz zu denen mit Plastikrädern äußerst selten.



Ursprung: Play Me (Espana)

Ferrero (Deutschland)


Wie wir aus diesen Seiten wissen, erschienen in den Überraschungs-Eiern fast ausschließlich Figuren im Format von 40mm. Die wenigen Ausnahmen dieser Regelmäßigkeit kann man an einer Hand aufzählen.

Da waren "Clowns" in ca. 30mm, die "chinesischen Sagen" in 35mm, in der gleichen Größe "Roms Soldaten" und die "Wikinger", die "Burg und ihre Bewohner" und schließlich noch die "Märchenfiguren". Und all diese Ausgaben waren kleiner als 40mm.

Mit der Einführung der Maxi-Oster-Eier in Italien 1992 und später der Maxi-Weihnachts-Eier gelang der Produktionsfirma ein Verkaufserfolg, der später auch von Deutschland übernommen wurde.


50mmNap1 Um das Millenium, als die Metall-Figuren schon seit geraumer Zeit nicht mehr in den Ü-Eiern zu finden waren, erschienen in einer Maxi-Ei-Ausgabe drei der "Napoleonischen Soldaten", die wir aus der 40mm Serie kennen, in einer Größe von 50mm.

Die drei 50mm-Figuren waren in einer Plastik-Box, die eine stoßsichere Masse beinhaltete, in die die drei Soldaten exakt hineinpaßten. Ein Beipackzettel war auch dabei. Diese Figuren-Ausgabe erschien in Goldfarbe und dies war auch der einzige 50mm Satz, der bei Ferrero erschienen ist.

Die kursierende Aussage, die Figuren wären echt vergoldet, ist reiner Unsinn. Die Farbgebung ist unglücklich, es ist eine matte, goldähnliche Farbe.

Gold sieht jedenfalls anders aus. Wer dies abstreitet, möge mit seiner Figur zum Juwelier gehen und sich Gewißheit holen.

Ursprung: Simonetti, Fontanini, Winter Rep.

Winter Reproductions


Wie bereits auf der vorhergehenden Seite aufgeführt, übernahm die englische Firma "Winter Reproductions" Mitte der 90er die Figuren-Produktion einer italienischen Firma. Diese Firma, die im Kapitel "Entwicklung" (Seite 2) mit Hersteller "H" bezeichnet wurde, war in den 60er Jahren für die Produktion aller Ü-Ei-Serien mit ovalem Sockel verantwortlich.

Winter vertrieb nach der Übernahme all diese Serien auf dem freien Markt weiter (siehe Seite "Andere Figuren"). Winter produzierte aber über kurze Zeit auch 50mm Figuren aus folgenden Ü-Ei-Serien:

50mmSch 50mmRom


1.Drei Römer
2.Drei Schotten
3.Drei napoleonische
Soldaten



Alle Figuren sind in
Goldfarbe
Größe: 50mm.




Der 3-er Satz "Napoleonische Figuren" erschien außerdem auch im Maxi-Ü-Ei (2000?), in einer roten Plastik-Schachtel mit Beipackzettel. Die Ausgabe erschien in Goldfarbe. Und dies war auch der einzige 50mm Satz, der im (Ü-) Maxi-Ei war (linke Abb.).

50mmNap2 50mmNap1

















Vergleicht man die Farbgebung der Maxi-Ei-Figuren mit denen der Verkaufsversion von "Winter", erkennt man einen optischen Unterschied. Dieser Unterschied liegt darin, daß die Shop-Version mit einer klaren Farbschicht nachgedunkelt wurde, so wie man dies auch von vielen 40mm-Serien her kennt.

Die farblichen Unterschiede der vier Bilder resultieren aus der Beleuchtung beim fotografieren (ohne Blitz - mit Blitz).


Jede der 9 Figuren wurde im öffentlichen Handel in einer Schachtel verpackt (Hersteller-Aufdruck: Winter) angeboten.

8-Neuauf-22 8-Neuauf-21





















Weitere 50mm Figuren aus dieser Produktion gab es nicht. Den Hinweis einer anderen Figuren-Seite, es gäbe acht 50mm Figuren-Sätze, muß ich dementieren. Eine dort abgebildete Schachtel (Collezioni Soldatini) trägt die Werbeaufschrift "Soldatini in Miniatura" und den Hinweis "Scala di Riduzione 35", was nichts anderes bedeutet, als daß die acht aufgeführten Serien in der Größe von 35mm (und nicht in 50mm) im Handel waren. Es handelt sich hierbei um die 35mm Ausgaben des Herstellers "H". Die eben beschriebene Schachtel stammt noch aus der italienischen Produktion (90er Jahre).


50mmSch-V 50mmSchV





















Ursprung: Simonetti (Italia)

Fontanini, Depose, Peltro (Italien)

Der Name "Fontanini" tauchte auf dieser Seite schon mehrmals auf, es läßt sich nicht vermeiden, daß wir an dieser Stelle näher auf diese Firmenbezeichnung eingehen.

Fontanini01
Die italienische Firma Fontanini wurde 1908 von Emanuele Fontanini in Bagni di Lucca gegründet und spezialisierte sich auf die Herstellung anspruchsvoller Figuren. Die Firma war sehr erfolgreich mit der Herstellung von Weihnachtskrippen samt Figuren und lieferte bereits in den 1930er Jahren Ware nach USA aus. In den 60er Jahren übernahm die Familie Fontanini die neue Technik des Kunststoff-Spritzguß-Verfahrens und die eigene Produktion der Gußformen.

Mit der Zunahme des Erfolges und der Exporte wuchsen auch die Angebote. So produziert Fontanini mittlerweile Krippen mit Figuren bis zu einer Größe über 125 cm. Der Betrieb arbeitet heute in der vierten Generation.

Zahlreiche namhafte Skulpteure arbeiteten in der Vergangenheit für die Firma. So z.B. "Ado Santini", oder "Elio Simonetti". Wir werden uns im folgenden nur mit "Elio Simonetti" befassen, da viele seiner Skulpturen später verkleinert im Ü-Ei als Metall-Figuren erschienen.

Fontanini ist eine Meisterwerkstatt zur Herstellung von Kunstharzfiguren. Für Depose trifft das Gleiche in Bezug auf Plastikfiguren zu. Und bei Metallfiguren fällt unweigerlich der Name Peltro.

Alle drei Namen sind in Mittelitalien zu Hause. Alle drei Firmen stellen Figuren her, jede mit ihrem eigenen Werkstoff. Und es gibt die gleichen Figuren in allen drei Materialien, in gleichen, aber auch unterschiedlichen Größen. Fontanini und Depose stehen sicher unter einer Firmenführung. Ob dies heute auch für Peltro zutrifft, wäre möglich.

Das Figurenpärchen oben (50er Jahre) aus Kunstharz (Fontanini) wurde von "Maffi", einem Skulpteur, geformt. Die Größe der Figuren beträgt fast 50cm. Die Figuren gibt es in ähnlichen Ausgaben von anderen Herstellern (z.B., Norleans) allerdings nicht in dieser Qualität.

Figuren asiatischer Fischer und Fischverkäufer wiederholten sich bei Fontanini immer wieder. Von unterschiedlichen Künstlern, in verschiedenen Größen.

Elio Simonetti (Italien)


Peltro-Lonestar
Elio Simonetti begann 1945 seine Karriere als Skulpteur, die er zu großer Perfektion führte. Der Meister arbeitete über 40 Jahre für das Haus Fontanini, das in erster Linie auf Figuren, Statuetten heiliger Figuren, Engel, Weihnachts-Krippen spezialisiert ist. Simonetti arbeitet trotz seinem Ruhestand, bis heute fallweise mit der Firma Fontanini zusammen, für die auch seine Söhne tätig sind.

In den 70er Jahren wurde Simonetti von Spielzeug-Herstellern beauftragt, Figuren für deren Verkaufs-Angebot herzustellen. Die erste uns bekannte Auftrags-Arbeit, die bereits auf dieser Seite angemerkt war, war die Schaffung einiger Serien für die italienische Firma "Cane Giocattoli srl."

In den Jahren 1971 bis 1975 schuf Simonetti für "Cane" sechs Figuren-Serien mit je sechs Figuren. Dies waren im Einzelnen Wikinger, italienische Soldaten, italienische Alpini, amerikanische Nordstaaten, amerikanische Südstaaten und Napoleonische Soldaten. Die ca. 8cm großen Plastik-Piraten sind diesen Ausgaben identisch.



Lonestar---Peltro







Die Plastikfiguren führten dazu, daß Simonetti weitere Aufträge erhielt. Wie weiter oben beschrieben war die englische Spielzeug-Firma "Lone Star" ein solcher Auftraggeber. Für diese Firma schuf Simonetti drei Sätze zu je vier Figuren, dies waren Wikinger, Napoleonische Soldaten und Piraten. Die Figuren wurden in einer Größe von 60mm geformt.

Da Simonetti die Wikinger und die Napoleonischen Soldaten schon vorher für Canè gestaltet hatte, fielen die beiden Sätze für Lone Star von dem Design sehr ähnlich aus. Sie unterscheiden sich nicht in der Körperhaltung, aber in einigen Details. Es wurden wieder Meisterwerke unter den vielen weltweit produzierten Figuren.



Pirat3a








Die Abbildungen oben zeigen zwei der vier Piraten "Simonetti´s". Die Messing-Figuren mit der Prägung "Peltro" sind je 19 cm groß und wiegen ca. 1,5 kg. Zum Vergleich die "Lone Star"- Figuren.

Links ist der dritte Pirat abgebildet. Die schlechte Qualität des Gusses zeigt allerdings, daß es sich hierbei um den Nachguß einer Dritt- Firma handelt.




Die nächste Auftragsarbeit Simonetti´s, die uns bekannt ist, war die Herstellung einiger Sätze für die Kinder-Überraschungs-Eier. Es handelt sich hierbei um die Sechser-Sätze Wikinger, Europäische Soldaten, sowie weitere. Auch die beiden genannten Serien, sind denen der Firmen Canè und Lone Star sehr ähnlich, sie unterscheiden sich in nur wenigen Details.

Peltro (Italien)


"Peltro Italy" war ein traditioneller italienischer Hersteller allerlei versilberter Haushalts-Accessoires wie Besteck, Geschirr, Kerzenständer, Miniaturen usw. Eben alles Mögliche aus Silber. Peltro-Artikel sind heute gesuchte Raritäten. Im Übrigen heißt Peltro auf deutsch nichts anderes als "Zinn".

PeltClowns1

Laut Hinweisen sollen die sechs versilberten Clowns in der Größe von ca. 60mm bereits 1970 existiert haben. Es könnte aber durchaus sein, daß diese Clowns älter sind als eben genannt.

PeltClowns2

In jedem Fall sind die "großen" Silberausgaben Vorläufer des 30mm-Satzes, der erstmals im Jahre 1988 (Messing) in den Ü-Eiern zu finden waren.

Ursprung: Fontanini


PeltZwerge
Ein weiterer Satz, den wir aus den Ü-Eiern kennen, sind die sechs Zwerge. Auch diese sind bei "Peltro Italy" versilbert in der Größe von 60mm erschienen.


Hier sind drei der Zwerge abgebildet.
PeltClowns11a










Ursprung: ev.Fontanini


Viking
Rechts sind zwei der vier Wikinger abgebildet, die in verkleinerter Größe auch bei Lone Star erschienen sind. Diese großen Skulpturen unterscheiden sich in nur wenigen Details von der Lone Star-Ausgabe.

Leider fehlt der linken Figur die Axt und der rechten der Speer.

Jede der Messing-Figuren ist ca. 19cm groß, das Gewicht beträgt je Figur ca. 1,5 kg.

Die Skulpturen wurden geschaffen von Meister Elio Simonetti. In der Bodenplatte ist die italienische Firma Peltro eingeprägt.

Die Ähnlichkeit mit den kleinen 40mm Metallfiguren aus den Ü-Eiern läßt keinen Zweifel zu, auch sie sind geformt von Elio Simonetti.

Wobei ich hier vermute, daß fast alle (Ü-Ei-) Metall- Figuren des Herstellers H (Toffano) Werke Elio Simonettis sind, die Ähnlichkeiten sind nicht zu verleugnen.

Fontanini (Italien)


MusketKunsth
Zwei der vier Musketiere. Die Skulpturen sind in Kunstharz gegossen.

Ihre Größe beträgt ungefähr 19cm. Der Sockel ist aus Carrara-Marmor.

Hersteller: Fontanini, Italy



Die Figuren sind meisterhaft gearbeitet, ob von Meister Simonetti, kann ich nicht erkennen. Sie treffen nicht Simonettis Stil? Trotzdem zeugen sie von der großen Meisterschaft eines Skulpteurs

Was mir beim Betrachten des Bildes sofort auffällt, ist die Standplatte. Sie ist identisch mit der der Piraten weiter oben.



Die vier Kunstharz-Piraten sind den 40mm Metall "Degenfechtern" aus den Ü-Eiern ähnlich.

RokokoKunsth

Das Bild rechts soll die große Kunst der Skulpturen aufzeigen, die bei den kleineren Geschwistern aus Plastik und Metall, nicht mehr so großartig zur Geltung kommen.


Dieses Rokoko-Pärchen entstammt einem Vierer-Satz und trägt zweifelsohne das Trademark des Hauses Fontanini. Der Name des Skulpteurs ist mir nicht bekannt.


Die Figuren sind aus Kunstharz, mit einer Größe von ca. 19cm. Die Standplatte ist unverkennbar von Fontanini, der Sockel wieder aus Carrara-Marmor.


Ein ähnlicher 4er-Satz fand sich in der französischen Kaffee-Marke "Café Quotidien", aus Plastik in weiß, ca. 7cm groß (Depose).

TaenzerinKunsh
Ballerina oder Tänzerin:
Eine Figur aus dem Satz der sechs Tänzerinnen.

Die Skulptur ist aus Kunstharz gegossen. Ihre Größe beträgt ungefähr 18cm. Der Sockel ist aus Carrara-Marmor.

Hersteller: Fontanini, Italy


Auch hier fällt mir sofort der Standsockel auf, auch er ist identisch mit dem der Musketiere und dem der Piraten.

Aber das Wichtigste: Mit dieser Figur ist die Herkunft der sechs Tänzerinnen aus den französischen Kaffeemarken und der vier Tänzerinnen aus dem Ü-Ei geklärt.



Taenzerin100mm









Der Satz stammt von Fontanini, der Skulpteur ist unbekannt. Simonetti formte zwar auch einen Satz Ballerinas, sie sehen aber anders aus (siehe links).

Damit steht fest: "Depose" stellte somit die Plastik-Figuren für die französischen Kaffeemarken her.

Die Ballerinas wurden allerdings in mehreren Produktionen nachgegossen. Die Ausgabe in Chrom (aus der Seite "Vorgeschichte") stellt noch eine gute Verarbeitung dar, wahrscheinlich wurde sie von Peltro hergestellt.


Die nebenstehende Ballerina entstammt einer früher Version der Ballerinas von Simonetti. Sie hat leider nicht den Ausdruck der farbigen Statue in Kunstharz.

Depose (Fontanini)


clown1
Somit sind wir wieder bei den Plastikfiguren von Depose angelangt. Die Plastikfiguren erschienen alle in den 60er Jahren.

Die sechs Clowns sind bekannt als Metallsatz aus den Ü-Eiern. Der einzige Unterschied besteht in der Größe, dem Material und dem Alter, sie sind nämlich ca.25 Jahre älter als die aus dem Ü-Ei.




Die Clowns sind aus Plastik, ihre Größe 6-7cm. In der Bodenplatte ist der Hersteller ersichtlich:
Depose, Italy

Wie bereits oben dargestellt, gibt es den gleichen Satz in Metall versilbert von Peltro, Italy, sowie in Kunstharz (Fontanini) - alle in der gleichen Größe.



clown2
Auf Grund der Perfektion wollte ich schon fast behaupten sie sind von Meister Simonetti geformt? Ich weiß es nicht.

Und etwas fällt auf. Faßt man sie an, fühlen sie sich genauso an wie die Plastik-Figuren von Café Maurice und Konsorten aus Frankreich.



Es wurde bereits geschrieben, sowohl die "Cafe Maurice", wie auch die abgebildeten Zwerge und viele weitere hier besprochenen weißen Plastikfiguren (es gab sie auch in anderen Farben), sind unter "Depose" erschienen.

Es existieren viele weitere Depose-Figuren und Sätze, die hier nicht erwähnt wurden. Wir gehen nur auf wenige Beispiele ein.

P1040516a P1040512a

Zwei chinesische Gestalten. Die Figuren sind aus Plastik. Ohne Markenzeichen, "Italy" im Standsockel. Das Markenzeichen "Depose" fehlt, da die Figuren auch für Firmen anderer Staaten produziert wurden. Diese klebten dann ihr Firmenetikett in den Standsockel.

Die Größe beträgt 21cm, die linke Figur durch das erhobene Schwert 24cm.



Es gibt viele dieser "Depose"- Figuren, die immer auf dieser Art von Sockel stehen.


ChineseMetal

Eine chinesische Sagengestalt. Die Skulptur ist aus Plastik. Ihre Größe beträgt ungefähr 12cm.

Hersteller: Depose, Italy



Diese Figur existiert auch aus Kunstharz (Fontanini) in 49cm Größe. Ebenso in Plastik mit 21 cm, sowie in weiß (12cm). Womöglich gibt es auch eine Ausführung in Metall von Peltro.



Eine absolut identische Figur in weiß war Teil der zwölf chinesischen Sagen- Figuren, die in den französischen Kaffeemarken Verbreitung fanden.

Der Sockel der Kaffee-Figuren war allerdings anders geformt (Kaffee freundlicher).


P1040514a
Eine weitere Gruppe chinesischer Figuren aus Plastik. Ihre Größe beträgt ungefähr 14cm.

Hersteller: Depose, Italy



Die Seite hat uns somit wieder zum Anfangspunkt zurück gebracht. Die weißen Figuren von Depose, mit denen die erste Seite begonnen hat. Der Kreis hat sich somit geschlossen.


Fischerjunge-20cm
Als letztes Beispiel der großen Kunst des Skulpteurs Elio Simonetti, sowie der
Meisterwerkstatt Fontanini sei der Fischerjunge abgebildet, ebenfall in ca.19cm
Größe, aus Kunstharz auf einem Sockel aus Carrara-Marmor.
Und auch hier - die unverkennbare Standplatte.

Und immer wieder - sehe ich diese Figur, mit dem Korb in der linken Hand und
dem Fisch in der Rechten- stellt sich in meinem geistigen Auge sofort die
Verbindung zu dem chinesischen Fischer, aus dem 18-Figuren-Satz, dto. aus
den sechs chinesichen Berufen, aus den Ü-Eiern, her.

Bei Betrachtung der großen Statuetten erkennt man erst die meisterhafte
Arbeit und die große Kunstfertigkeit Elio Simonettis. Die Einzelheiten, die bei
den kleineren Figuren weniger erkennbar waren, fallen dem Betrachter bei den
großen Ausfertigungen erst richtig ins Auge.

Die Kunstwerke erreichten ihre endgültige Schönheit aber auch durch die
vollkommenen Reproduktionen der Werkstätten von Fontanini, Depose
und Peltro. Ein erstklassiges Team, deren Erfolg nicht von ungefähr kam.


Zu bemerken wäre noch, daß bei Fontanini im Laufe der Zeit tausende unterschiedlicher Figuren geschaffen wurden. Auf dieser Seite wurden nur wenige davon vorgestellt.

Vielen Dank an Heidi St., Wolfgang B. und Rocco N. für Hinweise und
Informationen zu den Peltro-Serien.


Notizen zum Abschluß


Abschließend hat sich herausgestellt, daß nur wenige Künstler und Firmen zu Herstellung und Auslieferung von Figuren tätig waren, und der Handel über Grenzen hinwegging, sogar weltweit.


Ich hoffe es ist auf dieser Seite gelungen, etwas Klarheit über Herkunft und Zusammenhänge bezüglich der Ü-Ei-Metallfiguren und deren Original-Vorläufer herzustellen.


Mein abschießender Dank gilt all jenen, die mir wertvolle Informationen und Material zukommen ließen, was den Umfang des Themas mit allem Wissenswerten möglich machte. Ein weiteres Danke allen interessierten Besuchern der Seite, sowie dem zustimmenden Feedback, das ich in vielen Mails erhalten habe.

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