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Mercedes 540K Cabrio Special


Pocher150
Pocher Classic Modell K82
Maßstab 1:8
L-68cm, B-25cm, H-23cm
Gewicht ca. 8Kg

Bestehend aus 2366 Einzelteilen, davon
515 Plastikteilen, 866 Messingteilen, 213 Eisen, Kupfer, Stahl, Gummi, Kunstleder usw.



Das Bild links zeigt den Mercedes kurz vor Fertigstellung, alle weiteren Bilder präsentieren das Fertigmodell.



Ich erwarb dieses Modell von jemandem, der sein Hobby aufgab. Das Auto war teilweise aufgebaut und erstaunlicherweise stellte sich später heraus, daß absolut keine Teile fehlten.

Es handelte sich um ein Modell aus der frühen Produktion mit Metall- Felgen und Speichen.

Wahrscheinlich hatte der Modellbauer die Türen beim Bauvorgang beschädigt und neue Türen gekauft, denn diese waren in der Farbe heller als die restlichen Karosserieteile.


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Nachdem der Bausatz bei mir lange Zeit unberührt blieb, begann ich zu allererst, die verbauten Teile wieder zu zerlegen, um eventuelle Baufehler zu korrigieren.

Da die Pocher Modelle allesamt ohne Kleber verschraubt werden, stellte das Zerlegen des Mercedes kein Problem dar. Allerdings sollte man die Bauteile sortiert aufbewahren, um den späteren Aufbau problemlos zu gewährleisten.

Selbst mit Bauanleitung ist der ordentliche Aufbau der vielen Teile eine schwierige Angelegenheit. Bei den Pocher Classic Modellen ist nicht alles 100% passgenau, was oftmals eine Nachbearbeitung erfordert.

Und obwohl dem Hersteller die Farbgebung der Plastikteile sehr gut gelungen ist, eine Lackierung der Karosserie, des Motors und weiterer Plastikteile wertet diese Modelle immens auf. Bei diesem Modell habe ich auf eine Lackierung verzichtet.


P1020766 Das Pocher Mercedes Modell K82 verfügt über

 * funktionierende Lenkung
 * gefederter Vorder- und Hinterachse
 * mit Türgriffen schließbare Türen
 * mit Kurbel versenkbare Seitenscheiben
 * zu öffnender Motorhaube
 * aufklappbarem Rücksitz
 * an- und abschaltbaren Scheinwerfern
 * drehbarer Kurbelwelle, beweglichen Kolben

Die Montage der beweglichen Funktionen erfordert sorgfältige Bearbeitung der Teile, um eine leichtgängige Mechanik zu erhalten. Ansonsten hat man nicht lange Freude an beweglichen Teilen.



Eine schöne Funktion der Classic Modelle ist die Beweglichkeit von Kolben , Pleuelstangen, Antriebswelle mittels Handkurbel. An dieser Funktion kann man sich nur solange erfreuen, als der Motor nicht verbaut ist, danach sieht man das Kolbenspiel nicht mehr.


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Folgt man der Bauanleitung, ist der Aufbau des Fahrgestells sicher der einfachste Teil. Schwierig gestaltet sich hierbei der Einbau der Bremsleitungen, die man nur schwerlich so straffen kann, daß sie eine reale Optik vermitteln. Ich empfehle hierbei andere Bremszüge und Schläuche zu kaufen, als die im Bausatz enthaltenen.

Man sollte sich auch schon zu Anfang über die Verkabelung der Scheinwerfer Gedanken machen, später ist dies nur noch schwierig durchzuführen. Zumal dieser Arbeitsgang im Bauplan nur unzureichend dargestellt ist.

Eine weitere schwierige Angelegenheit ist die Verlegung der verschiedenen Rohrleitungen, die aus dem Kupferdraht derart geformt und gebogen werden, daß sie passend und elegant im Modell verlegt werden können. Auch an diese Arbeiten sollte man frühzeitig herangehen, am besten gleichzeitig mit dem Einbau des Motors.


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Ein weiterer Knackpunkt ist die Verklebung des Kunstleders, der allerhöchste Sorgfalt erfordert. Das erste Problem ist die Wahl eines geeigneten Klebers.
Ohwohl die Lederteile bereits zugeschnitten sind, muß man bei einigen Teilen gehörig ziehen und spannen, um die zu überziehenden Flächen abzudecken. Ich denke mit Unbehagen an das Verkleiden der Türinnenseiten und der Sitze zurück.



Die Einzelteile solcher Baukästen sind ebenfalls mit großer Vorsicht vor Beschädigung zu behandeln. Die Organisation von Ersatzteilen gestaltet sich äußerst schwierig und teuer.

Ein im Baukasten befindlicher Ersatzteil-Gutschein ist wertlos, die Firma Pocher ging 2003 in den Konkurs und existiert somit nicht mehr.

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Ist das Fahrgestell erst einmal aufgebaut, steht der nächste Schritt bevor, die Montage der Karosserie.

Erst nun machen sich durch nachlässigen Bau des Fahrgestells die Fehler bemerkbar. Wenn die Karosserie nun nicht exakt paßt- was tun? Sicher läßt sich der bisherige Zusammenbau umkehren, doch wer möchte an diesem Punkt noch einmal von vorne beginnen?

Daher sei angeraten, von Anfang an peinlichst genau nach Plan mit Sorgfalt zu arbeiten.



Eine unangenehme Bauphase stellt die Montage der Türen dar. Sowohl Fensterkurbel als auch Türgriffe sollten von vornherein so bearbeitet werden, daß sie leichtgängig arbeiten. In meinem Fall mußte ich die Türen mehrfach bearbeiten, ohne zufriedenstellende Ergebnisse zu erreichen. Die Fenster ließen sich nicht so einfach kurbeln.


P1020929 Die Türen selbst passen nicht einwandfrei in den Türrahmen. Sie lassen sie sich mit Druck schließen, die Verriegelung mittels Türgriffen spielt nicht so richtig mit. Hier ist eine Behandlung der Türen mit Schleifpapier dringend nötig.

Auf das Problem der Türverriegelung fand ich kene Lösung. Vielleicht funktioniert dies bei anderen Modellen, bei meinen zwei Mercedes klappte dies nicht.

Obwohl ich vereinzelt Modelle hatte, bei denen die Türverriegelung funktionierte, meist ist dies nicht der Fall.



Das nächste Ärgernis dieses Mercedes waren die beiden Alu-Auspuffschläuche. Das Biegen der steifen Teile, ohne sie zu beschädigen, ist ein Unding. Das Einstecken derselben in das folgende Rohr, welches in den ersten Auspufftopf mündet,

P1020930 erzeugte einen derartige Spannung, daß die Verschraubung mit dem Holm lautstark brach. Jeder Modellbauer weiß, wie unangenehm die Reparatur eines solchen Mißgeschicks ist.

Mit denselben Auspuffschläuchen hatte ich ein Problem beim späteren Aufsetzen der Motorhaube. Ich weiß nicht, wie andere Modellbauer diese Fehl- Konstruktion beheben, zu einem befriedigenden Ergebnis kam ich nicht.



Apropos Motorhaube: Es istunverständlich, daß sich ein Hersteller derart komplexer und perfekter Modelle erlaubt, Bausätze mit nicht passenden Motorhauben auszuliefern.

Sehe ich von den bei mir aufgetretenen Schwächen des Bausatzes ab, die mit Nachbearbeitung behoben werden können, läßt sich mit viel Geduld und Aufwand ein außergewöhnlich schönes Pocher-Modell aufbauen.


P1020767 Ist das Auto erstmal perfekt fertiggestellt und man möchte zuletzt die Motorhaube aufsetzen, muß man erfahren, daß diese nicht paßt. Weder am Kühler sind glatte Übergänge gegeben, noch an der Fensterfront.

Versucht man nun, den Kühler so zu zentrieren, daß die Motorhaube besser paßt, es läßt sich nicht richtig korrigieren. Für mich der Einzige, aber auch ein immenser Fehler im Bausatz. Den wahrscheinlich auch nur der Modellbauer registriert, mit einem flüchtigen Blick ist kein Makel bemerkbar.



Nichtsdestotrotz, diese Pocher Classic-Modelle sind schon etwas Besonderes. Für den Betrachter eine Augenweide, für den Modellbauer eine große Herausforderung.

Umso größer, je mehr Mühe man sich gibt, das Fahrzeug noch besser Aussehen zu lassen, als der Baukasten dies ohnehin schon zuläßt.

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