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Arno W. Team - Teil III

8001-1579

Ohne Pause traten wir bereits am Neujahrstag wieder auf. Diesen Monat brachten wir wieder im Münchner Park-Cafe zu. Und es gab wie bisher einen freien Tag in der Woche.



Wie üblich wohnte ich im Hause. Da die erste Etage renoviert wurde, wurde ich diesmal eine Etage höher einquartiert. Das erhaltene Zimmer war um Klassen schlechter, als mein bisheriges in der ersten Etage.




Mittlerweile ging bereits das Gespräch um, daß der Pächter das Haus abgeben wollte.

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Clara Nightclub, Basel. Jedesmal, wenn ich hierher kam, bekam ich das gleiche Zimmer, dies war auch bei vielen anderen Spielstätten so. Mittlerweile fühlte ich mich darin heimisch und vielerorts wie zu Hause.

Eines abends fragte der Bandleader, ob ich nach Dienst Zeit hätte, wir verabredeten uns für 3:30 Uhr. Er wollte mir keinen Hinweis geben, um was es sich handle, aber ich sollte unbedingt zur Stelle sein.

In dieser Nacht erlebte ich um 4:oo Uhr erstmalig den Basler Morgestraich und die nächsten vier Tage die Basler Fasnacht (die im Übrigen mit einigen Sitzungen auch in unseren Nightclub einzog.

Dies war jedenfalls eines der beeindruckensten Erlebnisse meines Lebens und ich kann nur jedem empfehlen, die Basler Fasnacht einmal zu besuchen.



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Gleich im Anschluß ging es im Terrasse Nightclub in Zürich für einen Monat weiter.


Wie immer traten auch diesmal einige Artisten auf, sowie eine ganze Reihe Strip-teusen, die die Abende abwechslungsreich gestalteten.


Der Direktor pflegte immer am ersten Tisch hinter dem Eingang teilnahmslos bei Kaffee, Cognac, Zigarette und Zeitung zu sitzen. Obwohl er sein Umfeld scheinbar nicht wahrnahm, sah er alles. So mußte man, obwohl er es nur selten erwiderte, beim Eintreten grüßen, sonst kam postwendend eine Beschwerde beim Bandleader an.

8005-1648

Nach zwei Wochen Pause gingen wir für eineinhalb Monate wieder nach Essen in den Blumenhof im Grugapark.



Wir quartierten diesmal in einem Hotel in der Nähe, Fußweg höchstens zehn Minuten und hatten wöchentlich zwei Tage frei.



Auch in diesem Mai fand der Rockpalast in der Grugahalle statt. Ich hatte einen kleinen Fernseher dabei und verfolgte nachts die wunderbaren Konzerte im Hotelzimmer.

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Den folgenden Monat sollten wir in Singen, in der Diskothek "Tiffany" mit einem freien Tag je Woche verbringen.

Die europaweit bekannten Thielmann- Brothers hatten unmittelbar vor uns gespielt, trotzdem waren wir sehr erfolgreich. Das Lokal war gut besucht, vor allem waren laufend viele sekttrinkende Gäste da.

Unser Aufenthalt verkürzte sich leider auf zwei Wochen, nach denen der Hausherr Konkurs anmeldete. Somit standen wir vor verschlossener Türe und hatten Mühe, unsere Instrumente aus dem Lokal zu retten.

Meine geplanten Ausflüge an den Bodensee und nach Schaffhausen mußte ich abschreiben. Die Besteigung des Hohentwiel mit seiner Burgruine führte ich aber durch.


Wir waren in einem Privathaus sehr gut untergebracht, ich wäre gerne länger geblieben. Von unserer Gage bekamen wir nicht mehr viel zu sehen.


8008-1692
In diesem Jahr gastierten wir nun zum zweiten Mal im Züricher Terrasse Nightclub.

Eines Abends (30. August 1980?) kam ich auf dem Weg zum Auftritt in die unerwartet stattfindende Studenten-Revolte, die ihren Höhepunkt an diesem Abend fand.

Das Schlachtzentrum fand am Bellevue statt, also direkt vor dem Nightclub. Ich muß von Glück reden, daß ich es schaffte, zwischen den steine-werfenden Jugendlichen und den mit Gummigeschossen und Wasserstrahl hantierenden Polizisten schadlos durchzukommen.

Ich fand die Eingangstüre verschlossen, die mir erst nach heftigem Klopfen mit der Faust geöffnet wurde. Alle Kollegen waren bereits im Club.

Die Unruhen hatten viele Verletzte und Sachschäden in der Stadt hinterlassen.

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In Zürich bewohnten wir jedesmal die oberste Etage eines Altbaus in der Badenerstraße, direkt an der Sihlbrücke. Ich konnte mich jedesmal auf das gleiche Zimmer freuen, das ich bisher immer bewohnte.



Zum Nightclub benötigte man ca. 20 Min. zu Fuß. Besonders schön war immer der Heimweg durch die nächtliche Innenstadt mit ihren Prachtbauten.



Für das Auto fand man ohnehin kaum einen Parkplatz am Bellevue.




8009-1700
Der Paradieshof in Frankfurt/M. war unser Aufenthaltsort für den nächsten Monat. Wir wohnten in der obersten Etage und hatten wöchentlich einen Tag frei.


Das Tanzlokal, gelegen inmitten des Weinviertels Sachsenhausen, war immer gut besucht von Einheimischen wie auch von Angereisten, die der Tanz- und Wein-Kultur fröhntem.


Ich unternahm allerlei Ausflüge:
U.a. besuchte ich den Palmengarten, die Kaiserpfalz in Gelnhausen, Burg Kronberg, Saalburg und verfolgte den Limes mehrere Kilometer über den Taunus.


8010-1748 Im Herbst verbrachten wir diesmal nur einen Monat im L´Escale Nightclub, Neuchatel.

Die Engagements in der französischen Schweiz übten auf mich immer einen besonderen Reiz aus, nicht nur auf Grund der schönen Sprache und des guten Weines.

Die Mentalität der Menschen strahlte eine derartige Zufriedenheit und Lebensfreude aus, die auf einen selbst übersprang. Ein beruhigendes, sorgenloses Dasein, in dem alles wie von selbst seinen Lauf ging.

Ich nutze die Zeit zum Kennenlernen der alten Stadt, Kloster und Kirche La Collégiale, fuhr nach Avenches mit seinen Überresten aus römischer Zeit, nach der verträumten Stadt Murten, sowie zum Tour de Chaumont, hoch über Neuchatel gelegen, von dem man ein umwerfendes Panorama über Stadt, See und bis zur fernen Alpenkette genießen kann.


8011-1784 Das neuerliche Engagement im Cafe Marquardt, in Stuttgart, verlief in fast gewohnter Weise.

Ursprünglich ohne freien Tag, hatten wir im vorhergehenden Jahr einen Tag pro Woche frei, diesmal waren es zwei.

Wie immer bewohnte ich mein Zimmer in der Heusteigstraße. Obwohl der Fußweg über 40 Minuten betrug, lief ich ihn meist zu Fuß. Nicht nur wegen der Parkplatznot.

Nach dem Auftritt im verrauchten Saal war der Heimweg in frischer Nachtluft immer eine Wohltat für die Lungen.


Meine Ausflüge umfaßten in diesem Monat das Mausoleum bei Rotenberg, Bad Cannstadt, Schloß Ludwigsburg mit seinen über hundert Prachräumen und einiges mehr.

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Den Adventmonat gastierten wir wieder für eine Weihnachtsgala im Hotel Frankfurter Hof, Frankfurt/M. (Bild rechts).




Wir hatten zuletzt im Jahr meines Einstiegs in die Band in diesem Hause gastiert. Es war dieselbe Gala für eine Ärzte-Vereinigung.

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Eine Woche später waren wir in Weinheim an der Bergstraße vertreten (Bild rechts).



Die Veranstaltung, die im Jahr zuvor in der Wachenburg stattgefunden hatte, war diesmal in eine Sporthalle umgezogen.



Wir traten zur Weihnachtsfeier einer schwedischen Firma auf, die in nahen Hemsbach ihre Niederlassung hatte.




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Das jährliche Weihnachtsfest in Neustadt an der Weinstraße konnte nicht mehr im Saalbau gefeiert werden, das denkmalgeschützte Haus war kurz zuvor durch einen Brand zerstört worden.





Die Feier wurde deshalb in diesem Jahr im festlich geschmückten Saal des Gast-Betriebes "Pfälzer Land" (Bild rechts) ausgerichtet.

Die letzten sechs Tage des Jahres spielten wir im Clara Nightclub in Basel. Das erfolgreiche Jahr lief schließlich mit dem krönenden Sylvesterball feierlich bei einem Glas Champagner aus.


Oftmals arbeiteten wir monatsweise ohne freien Tag, dies erstreckte sich manchmal auch über mehrere Monate. Einen Krankheitsfall gab es nicht, wer krank war, stand trotzdem auf der Bühne. Ein Kollege brach sich eines Tages die Schulter (Feldschlößchen-Sturz), er spielte trotzdem einige Tage weiter. Glücklicherweise hatten wir danach vierzehn Tage frei, in denen er sich bestmöglich verarzten ließ.

Es bleibt noch anzumerken, daß die Engagementswechsel direkt, also ohne Reisetag, erfolgten. War der letzte Abend in einem Lokal zu Ende, spielten wir am folgenden Abend im nächsten Spielort, egal wie weit entfernt.


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