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Desmond Dekker


geboren 1941 in Kingston, Jamaika, gest. † 2006 in der Grafschaft Surrey, England.
Desmond verlor als Kind beide Elternteile, sang früh im Kirchenchor, erlernte nach der Schule den Beruf des Schneiders, arbeitete dann aber als Schweißer. Er sang zu allen Gelegenheiten und ließ sich dazu ermuntern, bei Jamaikas Plattenproduzenten vorzusingen.

Der dritte Versuch führte Desmond zu Leslie Kong's Beverley Record Label, bei dem ein Sänger namens Jimmy Cliff bereits unter Vertrag war. Erfolgs-Sänger Derrick Morgan war zugegen, auf seinen Zuspruch erhielt Desmond 1961 einen Vertrag, die ersten zwei Songs wurden wenige Tage danach aufgenommen. Zurück an seinem Arbeitsplatz riet Desmond seinem jungen Kollegen Robert (Bob) Nesta Marley den gleichen Weg zu nehmen, was dieser auch tat.


Erst 1963 veröffentlichte die Plattenfirma die Single "Honour your Father and Mother", die in Jamaika zum Top-Hit wurde. Seine vierte Single aber, "King of Ska", begleitet von "The Cherrypies" (später "The Maytals"), machte Desmond zu einem der größten Stars Jamaikas.

Desmond wählte für Background-Vocals die Howard Brüder Carl, Patrick, Clive, Barry,"The Four Aces". Die nächsten Aufnahmen gestalteten sich zu einer Erfolgsserie ohnegleichen, Desmond hatte in den 60ern zwanzig Nr.1-Hits in Jamaika.

Sänger Derrick Morgan nahm 1967 "Tougher than Tough" auf, der als erster Rocksteady-Song der Geschichte gilt. Desmond sang mit seinem Halbbruder Background und schrieb anschließend einige Songs in diesem Stil. Sein "007 (Shanty Town)" erschien in GB bei Blackwell´s Island Redords (Blackwell war jamaikanischer Abstammung), und erreichte Platz 14 der UK-Charts. Dekker ging daraufhin auf eine sehr erfolgreiche England-Tournee.

Im gleichen Jahr belegte Desmond beim jamaikanischen Song-Festval mit "Unity" den zweiten Platz. 1968 gewann er das Festval mit "Intensified". Sein 1968 aufgenommenes "The Israelites" erreichte Anfang 69 Platz 1 der UK-Charts und kam sogar in die US-Top-Ten. Die Single verkaufte sich über fünf Millionen mal.

Der Song war der erste in Jamaika produzierte Hit, der- in GB die Charts toppte, in die US-Charts kam, der von Jamaika die Welt eroberte.


Nach einer UK-Tounee wurde Desmond Dekker in GB wohnhaft. "It Mek" plazierte sich in den UK-Top Ten. 1970 erschien "You Can Get It If You Really Want" (geschrieben Jimmy Cliff) und kam in UK bis Platz 2. 1971 verstarb † Desmond´s Entdecker/Manager und Platten-Produzent Leslie Kong mit 38 Jahren an einem Herzschlag, der Schock warf Desmond lange Zeit aus der Reihe.

1974 fand er mit den Produzenten Bruce Anthony und Bruce White wieder Anschluß, produzierte über Cactus Records, eine Neuauflage von "Israelites" erreichte die Top Ten, das neue "Sing a little Song" kam bis auf Platz 16. Danach waren die Erfolge vorbei. Auf Grund von Fehl-Investitionen seines Managers wurde Desmond 1984 gerichtlich für Bankrott erklärt.

Desmond Dekker nahm seither immer wieder Songs auf und trat bis zuletzt auf. Er verstarb † Mai 2006 an einem Herzinfarkt, in seinem Haus in Surrey. Er war 64 Jahre alt.

Desmond´s Begleitband, "The Aces", treten mit seinen Songs weiterhin auf.


Desmond Dekker wurde 1963-69 fünf mal mit der "Golden Trophy" als bester Sänger Jamaikas geehrt.
Desmond Dekker war wahrscheinlich der erfolgreichste Vertreter Jamaicas Musik. Kein anderer machte die Musik seiner Heimat in der Welt so populär- und Desmond war der Erste.
Er brachte erstmalig in Jamaica produzierten Ska, Rocksteady und Reggae nach GB und in die Welt.
"Israelites" war der erste jamaikanische Song und Reggae, der in USA Erfolg hatte und dort in die Charts kam (zu einer Zeit, als niemand Bob Marley oder Reggae kannte). Sein "Israelites" machte Reggae Musik erstmals international bekannt und öffnete die Türen für alle späteren Reggae Stars.

Keine Frage, daß Desmond in seiner Heimat der größte Star war und Jamaikas Musik beeinflußte, wie kein anderer.


Desmond Dekker & the Aces (The Four Aces)
vocal vocal vocal vocal vocal
1964 Desmond Dekker Barry Howard Wilson James
Barry Howard Carl Howard Patrick Howard Clive Howard
1966 Barry Howard
Carl Winston Samuel Clive Campbell

The Aces - die Band
guit, voc guitar keyb bass drums
Delroy Williams Steve Roberts Aubrey Mulrain
Charles Nelson
Gordon Mulrain
Ian Austin
Leroy Green

Die Daten und Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch nicht auf absolute Richtigkeit. Die Hitliste zeigt die höchste Plazierung in den Charts, oftmals auch den Zeitraum der Plazierung in den Top 10.

Singles GB US D
1963 Honour Your Mother & Father / Madgie
1963 Sinners come home
1963 Labour for Learning
1964 King of Ska
1964 Parents
1965 Get up Adina
1965 This Woman
1965 Mount Zion
1967 007 (Shanty Town) / El Toro 14
1967 Rudy Got Soul (mit The Aces)
1967 Rude boy train
1967 Wiseman
1967 Hey Grandma
1967 Mother's Young Girl
1967 Sabotage
1967 It's a Shame
1967 Unity (mit The Aces)
1967 Pretty Africa
1968 It Pays
1968 Intensified (Music Like Dirt)
1968 Beautiful and Dangerous
1968 Shing a Ling
1968 Writing on the Wall
1968 Bongo Girl
1968 Fu Man Chu (mit The Aces)
1969 Israelites 1 9 1
1969 It Mek 7 17
1969 Problems
1969 Pickney Gal / Generosity
1970 You Can Get It If You Really Want 2 9
1970 Song we used to sing
Everybody Join Hands
1975 Israelites 10
1975 Sing A Little Song / No Place Like Home 16

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