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Joe Cocker


geboren 1944 in Sheffield, England.
Wie alle jungen Leute seiner Zeit war Joe ein Fan von Lonnie Donegan, sein großes Vorbild aber war Ray Charles. Im Alter von vierzehn nahm er zusammen mit seinem Freund Phil Crookes selbst eigene Musik auf, mit ihm formierte er 1959 auch die erste Band, die 1960 wieder zerfiel.

In seiner nächsten Group, "The Cavaliers", spielte Joe Schlagzeug und Harmonika. Als er in der Band 1961 zum Sänger wurde, änderte diese den Namen in "Vance Arnold & The Avengers". Joe arbeitete tagsüber als Gas-Installateur, abends sang er als "Vance Arnold". Ein Auftritt im Vorprogramm der Rolling Stones 1963, bei dem sie die Show machten, war der Höhepunkt der "Avengers". Es existiert eine Live-CD, aufgenommen 1963 von Manager Terry Thornton auf einem Tonband, das 36 Jahre in einem Regal lag.

1964 erhielt Joe über Dick Rowe einen Vertrag bei Decca Records für eine Single, es erschien "I'll Cry Instead" (Cover des Beatles-Songs). Er wurde von Manfred Mann als Vorprogramm für eine UK Tour engagiert, beendete seine Tätigkeit als Installateur, und ging mit der neuen "Joe Cocker Big Blues" auf Tour. Anschließend trat die Band zwei Monate in US-Clubs in Frankreich (wo man ihn "Le Petit Ray Charles" nannte) auf. Wieder zurück in GB trennte sich die Band, Joe ging wieder in die Gasfirma und hatte ein Jahr lang keine Aufrtitte mehr.


Eines Tages (1967) kam Joe mit Chris Stainton in Kontakt, die beiden formierten "The Grease Band". Schon bald wurde Manager Denny Cordell (Moody Blues, Georgie Fame, Procul Harum) auf die Group aufmerksam, brachte sie u.a. im Marquee Club, London unter und organisierte die Veröffentlichung der Single "Marjorine", die zu einem kleineren Hit avancierte.

Cordell produzierte das Album "With a Little Help from My Friends" mit den Gastmusikern Jimmy Page (Led Zeppelin), Steve Winwood (Traffic) und Matthew Fischer (Procol Harum). Die LP floppte in UK, wurde aber in USA zum großen Hit. Die eigenwillige Version des Titelsongs "With a Little Help from My Friends" (Beatles) stürmte aber die Charts, wurde zum Welt-Hit und zum Klassiker.

Mit einer US-Tournee 1969 und einem Auftritt in der "Ed Sullivan (TV) Show" machte sich Joe einen Namen in USA. Unter Hinzunahme von einigen Musikern (Leon Russell) und der beeindruckenden Performance beim Woodstock Festival 1969 gelang Joe Cocker der internationale Durchbruch und der Sprung zum Superstar.


Joe und Chris waren von dem amerikanischen Songwriter/Sänger/ Pianisten Leon Russell zutiefst beeindruckt. Mit zwei weiteren Hits, "Feelin' Alright' (Dave Mason) und "Delta Lady" (Leon Russell), endete das Jahr, im Februar 1970 löste Joe Cocker The Grease Band auf. Seine drei ersten Album wurden alle zu Platin.

Im Juni 1970 formierten Henry, Alan und Bruce mit Keyboarder Mick Weaver und Sänger/Gitarrist Neil Hubbard "The Grease Band" neu. Sie nahmen 2 Alben auf und tourten eine Zeit lang, Chris Stainton spielte ab und zu mit, die Band trennte sich aber 1971.

McCullough ging 1971 zu den "Wings". Hubbard und Spenner stiegen erst in die Chris Stainton Band" ein, später bei "Kokomo". Rowland ging zu "Fairport Convention".
1975 gab es eine Wiedervereinigung, die sich nach einem Album 1976 endgültig auflöste. McCullough und Weaver spielten in eienr späteren Version der "Joe Cocker Band" wieder mit.

Joe Cocker, Mad Dogs & Englishmen


Joe Cocker wollte nach den endlosen Tourneen ausruhen, aber sein Manager Dee Anthony hatte bereits die weitere Tournee gebucht. Als dieser mit Klage drohte, fragte Joe Leon Russell (Musiker und Produzent) um Rat, der innerhalb kurzer Zeit eine elf-köpfige Band und zehn Sänger(innen) formierte, alles erklassige Musiker.

Nach nur vier Tagen Probearbeiten ging eine Big Band in nie dagewesener Form auf Tour, die in 56 Tagen in 48 Städten USA´s auftrat. Mit Musikern, Roadies, Technikern und einer Film-Crew reisten über 50 Personen mit, die Tour wurde verfilmt, es erschien ein Live-Doppel-Album, sowie ein zwei- stündiges Film-Dokument. Die Tour begann am 20. März 1970 in Detroit, endete am 16. Mai in San Bernadino (Kalifornien).

Auf Grund intensivem Alkohol- und Drogen- Mißbrauchs war Joe Cocker nach der Tour physisch und psychisch am Ende. Von den Einnahmen war nichts übriggeblieben, um die Steuern zu bezahlen, Joe ging mit hohen Schulden zurück in seine Heimat.

Joe Cocker


1971-74 tauchte Joe Cocker häufig wegen Alkohol- oder Drogen- Geschichten in den Schlagzeilen auf. Im Oktober 1972 wurde Joe mit sechs seiner Musiker in Adelaide, Australien wegen Besitz von Marihuana verhaftet und tags darauf des Landes verwiesen. Seine in dieser Zeit produzierten Songs hatten, vergleichsweise mit früheren Arbeiten, wenig Klasse und verkauften sich entsprechend schlecht. Ungefähr vier Jahre brachte Joe überhaupt keine Songs mehr heraus und trat nur noch in kleinen Clubs auf, um seine Schulden zu bezahlen.

Anfang der 80er hatten "The Crusaders" den Song "I´m so glad i´m standing here today" für Joe geschrieben und ihn eingeladen, diesen gemeinsam zur Grammy Verleihung vorzutragen. Der Auftritt wurde zum triumphalen Erfolg und eröffnete für Joe eine anhaltende Karriere.


1983 sang Joe zur Oscar-Verleihung das Duett mit Jennifer Warnes "Up were we belong", den Titelsong zum Film "An Officer and a Gentleman". Der Song wurde zum Welthit und zum Platz 1 Chart-Hit in USA. Joe sang auch die Filmtitel zu "9 1/2 Weeks", "Harry and the Hendersons", "Bill Durham" und "An Innocent Man".

1987 heiratete Joe die Erzieherin Pam, die beiden lebten und betrieben in Crawford, Colorado ihre Mad Dog Ranch. Seit dem ersang sich Joe einige Platin-Alben, hatte etliche große Hits weltweit (z.B. Unchain my heart), und war unfranglich einer der größten Stars unserer Zeit. Sein Talent, Songs zu covern und mit seinem Soul neue Hits daraus zu machen, dürften nur wenige (vielleicht niemand) beherrschen. Auch nach dieser langen Karriere absolvierte Joe terminbepackte, ausverkaufte Welt-Touneen.


"Joe Cocker singt den schwärzesten Soul, den ein Weißer je sang".
Als Joe einst sein großes Idol Ray Charles persönlich traf, fragte dieser, wo Joe so singen gelernt hat.
Joe antwortete: "Ich habe mir Deine Songs angehört".


Joe Cocker verstarb † 22. Dezember 2014 an Lungenkrebs.


Vance Arnold & the Avengers
vocal keyb guitar bass drums
1961 Joe Cocker Phil Crookes Bob? ???

Joe Cocker Big Blues
1964 Joe Cocker Vernon Nash Dave Hopper Dave Green Dave Memmott

The Grease Band
1966 Joe Cocker Vernon Nash Frank Myles Chris Stainton Freddy Guite
1968 Joe Cocker Tommy Eyre Mickey Gee Chris Stainton Tommy Reilly
1968 Joe Cocker Tommy Eyre Henry McCullough Chris Stainton Kenny Slade
1969 Joe Cocker Chris Stainton Henry McCullough Alan Spenner Bruce Rowlands

The Grease Band (ohne Joe Cocker)
1970 Neil Hubbard Mick Weaver Henry McCullough Alan Spenner Bruce Rowlands
1971 Neil Hubbard Mick Weaver Henry McCullough Alan Spenner John Weathers
1975 Neil Hubbard Mick Weaver Henry McCullough Alan Spenner Bruce Rowlands

Joe Cocker, Mad Dogs & Englishmen
vocal keyb, guit guitar bass drums perc horns
1970 Joe Cocker Leon Russell
Chris Stainton
Don Preston Carl Radle Jim Gordon
Jim Keltner
Chuck Blackwell
Sandy Konikoff
congas-
Bobby Torres
trump-
Jim Price
sax-
Bobby Keys
vocals: Don Preston, Rita Coolidge, Claudia Lennar, Daniel Moore, Donna Weiss,
Pamela Polland, Matthew Moore, Donna Washburn, Nicole Barclay, Bobby Jones.

Die Daten und Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch nicht auf absolute Richtigkeit. Die Hitliste zeigt die höchste Plazierung in den Charts, oftmals auch den Zeitraum der Plazierung in den Top 10.

Hit Singles GB US D
1964 I'll Cry Instead / Precious Words
1968 Marjorine / New Age Of The Lily 48
1968 With A Little Help From My Friends / Something's Coming On 1 1 3
1968 Delta Lady / She's So Good To Me 10
1970 The Letter 39 10
1972 Midnight Rider 27
1975 You're So Beautiful 5
1983 Up Where We Belong (mit Jennifer Warnes) 7 1 6
1984 Civilized Man 58
1985 Shelter Me 65
1986 Don't You Love Me Anymore 26
1986 You Can Leave Your Hat On 60
1987 Now That You're Gone 33
1987 Unchain My Heart 33
1988 A Woman Loves A Man 63
1989 When The Night Comes 11 25
1990 What Are You Doing With A Fool Like Me 39
1991 Night Calls 37
1992 I Can Hear The River 60
1992 All I Know (Feels Like Forever) 25
1992 Now That The Magic Has Gone 28
1992 Unchain My Heart 17
1992 Feels Like Forever 64
1994 Summer In The City 24
1994 The Simple Things 17
1994 The Simple Things 41
1994 Let The Healing Begin 32 51
1996 Don't Let Me Be Misunderstood 64
1997 Could You Be Loved 77
1997 N'oubliez jamais 61
1998 Tonight 73
1998 What Becomes Of The Broken Hearted 67
1998 Difendero (That's All I Need To Know) (mit Eros Ramazzotti) 86
1999 Different Roads 68
1999 First We Take Manhatten (Than We Take Berlin) 74
2002 You Can't Have My Heart 75
2007 Hymn 4 My Soul 60

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