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Long John Baldry


geboren 1941 in East Haddon, England.
John wurde auf Grund seiner Körpergröße von über zwei Metern "Long" John genannt. Er interessierte sich schon während der 50er Jahre für Blues- und Folk-Musik, lernte Gitarre und sollte einer der Ersten werden, die britischen Blues in Clubs sangen.


Long John Baldry tourte Ende der 1950er Jahre mit der Band des US-Folk-Sängers Ramblin´ Jack Elliott.

Als Blues-Interessierter besuchte er den ersten Blues-Club Londons, "The Blues & Barrelhouse Club". Dort lernte er Alexis Korner und Cyril Davies kennen. Bereits in diesem Club spielte und sang John bei seinen Besuchen mit Alexis und Cyril.

Als Alexis 1961 seine erste englische Blues-Gruppe, "The Blues Incorporated" gründete, war Long John Baldry als Sänger dabei. In dieser Band sangen zeitweise junge Musiker wie Mick Jagger, Paul Jones, Eric Burdon, weitere, es spielten Keith Richards, Charlie Watts (bevor die Stones gegründet waren) und im Publikum befanden sich viele Musiker (z.B. Eric Clapton, Manfred Mann, Ray Davies, Jeff Beck, viele weitere), die später berühmt wurden.

"Alexis Korner´s The Blues Incorporated" nahm 1962 das erste britische Blues Album, "R&B at the Marquee" auf, Long John ist darauf mit drei Gesangstiteln zu hören.

Cyril Davis war mit der musikalischen Entwicklung der Band nicht zufrieden, er gründete Ende 1962 seine "R&B All Stars", die den Chicago Blues interpretierten. Im Januar 1963 wechselte Long John Baldry zu "Cyril Davies R&B All Stars". Auch hier spielten Musiker, die später zu den Erfolgreichsten der Welt gehören sollten.

Cyril Davies verstarb † am 7. Januar 1964.
Cliff Barton verstarb † am 16. Mai 1968 in London an Heroin, im Alter von 24 Jahren.


The Blues Incorporated (erste englische Blues-Band)
vocal harp sax piano guitar bass drums
1962 Long.J.Baldry
Mick Jagger
Cyril Davis Dick Heckstall-Smith Keith Scott
Dave Stevens
Alexis Korner A.Hoogenboom
Jack Bruce
Charlie Watts
Ginger Baker

Cyril Davis & The All Stars
1963 Long.J.Baldry
The Velvettes
Cyril Davis
† 1964
Nicky Hopkins Jeff Bradford
Bernie.Marsden
Jimmy Page
Ricky Brown
Cliff Barton
† 1968
Carlo Little
Ernie.O´Malley

The Hoochie Coochie Men


Als Cyril im Januar 1964 † verstarb, übernahm Long John Baldry die Band und nannte sie "The Hoochie Coochie Men". Anfang Januar war Baldry an der Twickenham-Bahnstation ein junger angetrunkener Mann aufgefallen, der "Smokestack Lightning" (Howlin´ Wolf) auf der Mundharmonika spielte. Er lud den unbekannten Rod Stewart ein, in der Band mitzuspielen und als er herausfand, daß dieser auch sang, sollte er auch mitsingen.

Ihren ersten Auftritt hatte die Band am 6. Februar 1964 im Marquee-Club in London, in dem sie die nächsten 17 Monate regelmäßig auftraten. Im August desselben Jahres nahm die Gruppe am "4. National Jazz & Blues Festival" in Richmond teil. Auch im folgenden Jahr war die Band bei dem 5. Festival mit dabei.

Baldry wurde von den Beatles für ihr TV-Special "Around the Beatles" eingeladen. Er wirkte in der Show als Sänger mit.

Nach einer Meinungsverschiedenheit mit Baldry verließ Rod Stewart die Band im Oktober 1964. "The Hoochie Coochie Men" hatten während ihrer Existenz einige Musikerwechsel zu beklagen, waren aber stets sehr gut besetzt. Ihr letzter Auftritt im Marquee-Club fand am 18. August 1965 statt.

Steampacket


Als Long John Baldry seine Band auflöste, hatte er mit der neuen Formation den Debut-Auftritt vom 22. Juli 65 bereits hinter sich. Er hatte "The Brian Auger Trinity" im Marquee gehört und war mit Brian übereingekommen, eine gemeinsame Band zu gründen.

Zu diesem Zweck versöhnte sich Baldry wieder mit Rod Stewart, was zu einer lebenslangen Freundschaft führte. Rod war in den letzten Monaten seit den "Hoochie Coochie Men" mit "The Soul Agents" aufgetreten, Baldry engagierte ihn nun als Sänger für die neue Band "Steampacket".

Brian Auger brachte Rick Brown (bass) und Micky Waller (drums) von seiner Band "Trinity" mit. Beide hatten schon bei Cyril Davies "All Stars" mit Baldry gearbeitet. Micky hatte zwischenzeitlich bei Georgie Fame gespielt, bevor er zu Brian Auger ging, Ricky bei Lord Sutch, danach in Marty Wilde´s (Vater von Kim Wilde) Band "The Wildcat´s, schließlich in "Brian Auger´s Trinity". Die Gitarre wurde mit Vic Briggs besetzt.

Manager der Band war Giorgio Gomelsky (der bereits mit den Rolling Stones und Yardbirds arbeitete). Seine Sekretärin Julie Driscoll wurde Sängerin der neuen Band.


"Steampacket" tourte im Sommer mit den Rolling Stones und den Walker Brothers, hatte regelmäßige Auftritte im Marquee-Club und andernorts, war sozusagen gut ausgebucht. Hauptsänger war Rod Stewart. Trotz der großen Erfolge konnte die Band keine Platten aufnehmen, da die einzelnen Musiker Verträge mit unterschiedlichen Plattenfirmen und Managements hatte. Einzig ein von Gomelsky aufgenommener Auftritt der Gruppe im Marquee-Club erschien letztendlich lange nach Auflösung der Band.


Rod Stewart verließ "Steampacket" im März 1966, um der Band "Shotgun Express", mit der Sängerin Beryl Marsden, Phil Sawyer, Peter Green und Mick Fleetwood, beizutreten.

Rod Stewart wurde später von Jeff Beck für seine neue "Jeff Beck Group" engagiert, wo Rod´s musikalischer Durchbruch erfolgte. "Shotgun Express" entwickelte sich später zu Fleetwood Mac.

Kurz nach Rod Stewart verließ auch Long John Baldry "Steampacket", die Gruppe löste sich im Juni 1966 auf. Vic Briggs wurde später Gitarrist von "Eric Burdon & The Animals".

Brian Auger gründete daraufhin (Okt.66) "Julie Driscoll, Brian Auger & Trinity". Die Besetzung von Steampacket (mit Ausnahme von Long John Baldry und Rod Stewart) hatte vorerst überlebt, wurde etwas später aber durch Gary Boyle (guit.), Dave Ambrose (bass) und Clive Thacker (drums) ersetzt.

Bluesology


"Bluesology" wurde 1964 von den 18-jährigen Reggie Dwight (später Elton John) und seinem Freund Stewart Brown gegründet. Bass spielte Rex Bishop, drums Mick Inkpen.

1965 wurde "Bluesology" mit der Vertragszeichnung bei einer Agentur zur Profi-Band. In der Folge wurde die Gruppe zur Begleitung von amerikanischen Künstlern eingesetzt, darunter The Isley Brothers, Billy Stewart, Major Lance, Doris Troy, Patty LaBelle.

Long John Baldry engagierte die Band im September 1966 als seine Begleitband. Nur Dwight und Brown willigten ein, die anderen Musiker stiegen aus und mußten ersetzt werden. Im erstklassigen Bläsersatz wirkten Elton Dean und Marc Charig, beide arbeiteten später mit Soft Machine, mit. Eine Zeitlang sang Marsha Hunt in der Band.

Reg Dwight war mit der Musikrichtung wenig zufrieden und konnte sich in der Gruppe nicht als Sänger verwirklichen. Aus diesen Gründen beendete er sein Mitspiel im Dezember 1967. Gleichzeitig stiegen auch Stu Brown und Elton Dean aus. Die Gruppe "Bluesology" trennte sich 1968.


Nach seinem Ausstieg von "Bluesology" änderte Reg Dwight seinen Namen. Er wählte dazu die Vornamen seiner Kollegen Elton Dean und Long John Baldry, setzte diese zusammen und nannte sich fortan "Elton John".

Elton John stellte sich als Sanger/Pianist bei "King Crimson", sowie "Simon Dupree and the Big Sound" vor, wurde aber beide Male nach dem Vorspiel abgelehnt.

Auf das Inserat einer Plattenfirma entstand die Zusammenarbeit zwischen Elton John und Bernie Taupin, die zu Elton´s Karriere als Superstar führte.


Stu Brown gründete später die Band "Cochise".
Dean, Hubbard und Charig wurden zu gefragten Jazz und Session Musikern.
Pete Gavin wurde Drummer bei "Heads, Hands & Feet" und später bei "Vineagar Joe".
Fred Gandi ging zu Caleb Quaye´s Band "Hookfoot".
Long John Baldry wollte sich fortan einer Solokarriere zuwenden (siehe weiter unten).

Elton John und Long John Baldry blieben weiterhin in naher Freundschaft.


The Hoochie Coochie Men
vocal, guit vocal sax guitar piano bass drums
Jan 64 Long-John Baldry Rod Stewart Geoff Bradford Johnny Parker Cliff Barton Ernie O´Malley
Jun 64 Long-John Baldry Rod Stewart Geoff Bradford Johnny Parker Cliff Barton Carlo OŽNeil
Billy Law
Okt 64 Long-John Baldry Rod Stewart Al Gay
Art Themen
Geoff Bradford Ian Armitt Cliff Barton Johnny Spooner
Nov 64 Long-John Baldry trumpet Barry Martin Pete Willis Ian Armitt Tom Connor Eddie Taylor
Dez 64 Long-John Baldry Pete Peterson Rudy Jones Geoff Bradford Ian Armitt Pete Blannin Eddie Taylor

Steampacket
vocal vocal vocal guitar keyboards bass drums
April 65 Long-John Baldry Rod Stewart Julie Driscoll Vic Briggs Brian Auger Rick Brown Micky Waller

Bluesology
vocal piano, keyb guit, voc bass drums trumpet sax
1964 Reggie Dwight Stewart Stu Brown Rex Bishop Mick Inkpen
1966 Reggie Dwight Stewart Stu Brown Freddie Creasey Paul Gale Pat Higgs Dave Murphy
Sep 66 Long-John Baldry
Alan Walker
Marsha Hunt
Reggie Dwight
Jimmy Horowitz
Stewart Brown
Neil Hubbard
Bernie Holland
Fred Ghandi Peter Gavin Marc Charig Elton Dean
Dez 67 Long-John Baldry
Alan Walker
Jimmy Horowitz Neil Hubbard
Bernie Holland
Caleb Quaye
Fred Ghandi Peter Gavin Marc Charig

Long John Baldry


1967, noch zu Zeiten der Band "Bluesology" nahm Long John Bandry als Solist einen Titel des erfolgreichen Songschreibers Tony MacAulay, auf. "Let the Heartaches Begin" erreichte Platz 1 der UK-Charts, in USA nur die hinteren Plätze der Top 100.

"Bluesology" löste sich auf, Baldry versuchte sich weiter als Solo Artist, ihm gelangen noch einige kleinerer Hits wie Mexico, den offiziellen Song des UK Olympia Teams 1968.


Long John Baldry produzierte 1972 zusammen mit Rod Stewart zwei Alben und eine Single, die in USA sehr erfolgreich wurden.

Baldry wurde in den nächsten Jahren kränklich, formierte aber immer wieder Bands mit sehr guten Musikern.

1978 zog Baldry nach Vancouver, Kanada. 1979 nahm er mit der Sängerin Kathi McDonals "You've Lost That Lovin' Feelin" auf, die Single erreichte die US Top 100, wurde in Australien sogar ein Top 5 Hit. In der Folge trat Baldry viele Jahre gemeinsam mit Kathi auf.

Long John Baldry verstarb † im Juli 2005 in Vancouver an einer Lungen-Infektion, im Alter von 64 Jahren. Er hinterließ eine große Anzahl guter Alben, die besten aber produzierte er in den 90ern.

Als historischer Musiker hatte Long John Baldry einen immensen Verdienst an der Entwicklung des britischen R&B der 1960er, man kann ihn ohne weiteres als einen der Mitbegründer bezeichnen.


It Ain´t Easy North American Tour

vocal vocal piano guitar bass drums
1971 Long.J.Baldry Ian Armit Sammy Mitchell Pete Sears Micky Waller

Everything Stops For Tea Tour
1972 Long.J.Baldry Elaine Clark
Myra.Cooper
Ian Armit Bob Kulick Dennis Ball Joey Forgione

LJB Tour with The Small Faces (UK-Tour)
1973 Long.J.Baldry Doreen &
IreneChantor
Judith Powell
John "Rabbit"
Bundrick
hammond
Jakob Magnusson
Sammy Mitchell
Cal Batchelor
Archie Leggatt Freddie Smith


LJB Band
vocal vocal keyboard guitar bass drums
1974 Long.J.Baldry +sax
Tom Brown
George Nash
Jakob.Magnusson
Alan Murphy
Sammy Mitchell
Steve Humphries Harry Hughes
Preston Ross-Hayman
1976 Long.J.Baldry
Kathi.McDonald
Lea Santos
KarenFriedman
Bennett Salvay Alan Murphy
Mark Habib
Phil Lithman
Jim Fish Paul Brown
1977 Long.J.Baldry
Kathi McDonald
Sharon Robinson
Barbara Frye
Jakob Magnusson Alan Murphy Felix Krish Chris Castle
1978 Long.J.Baldry Kathi McDonald piano Roy Young Mick Clarke Jim Fish Jeff Seitz

LJB Band
vocal sax keyboard guitar bass drums
1980 Long.J.Baldry
Kathi McDonald
Rick Morrison Ropb Gusevs
Gerry O´Brian
John Tilden
Terry O´Brian
Mike Gingrich
Ron Garant
Vito Rezza
1981 Long.J.Baldry
Kathi McDonald
Rick Morrison Rob Gusevs Hugh Brockie Ron Garant Rick Gratton
Randy Coryell
1982 Long.J.Baldry
Chryl Lescomb
Rick Morrison Grant Slater Duog McAskill Ron Garant Rick Gratton
1983 Long.J.Baldry
Charity Brown
Kathi McDonald
Rick Morrison Gary Breit Asher Horowitz George Ford Charlie Coolie

LJB Silent Treatment
vocal sax harp keyboard guitar bass drums
1987 Long.J.Baldry
Sibel Trasher
+voc John
Lee Saunders
Kirsten Nash
Butch Coulter Jimmy Horowitz Papa John King George Ford Vince Dietrich

LJB Band
1991
-
2004
Long.J.Baldry
Sibel Trasher
Kathi McDonald
Johnny Ferriera
Steve Hilliam
Rob Bracken
Dave Hoerl
PeteSweetzir
John Lee Saunders
Will McCalder
Eric Webster
Tony Robertson Tom Knowles
Norm Fisher
Dave Kilner
AlmarSpanier
Al Webster
Loren Etkin
Adam Drake
DarrellMayes

Die Daten und Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch nicht auf absolute Richtigkeit. Die Hitliste zeigt die höchste Plazierung in den Charts, oftmals auch den Zeitraum der Plazierung in den Top 10.

Singles GB US
1967 Let The Heartaches Begin 1 80
1968 When The Sun Comes Shining Thru' 29
1968 Mexico 15
1969 It's Too Late Now 21

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