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The Coasters - The Paramounts


gegründet 1959/60 in Southend-on-Sea.
Die Schüler Gary, Johnny und Brian nannten sich wie die US-Gruppe "The Coasters" und spielten vorwiegend Instrumentals. Peter Martin veranstaltete im Sept. 1960 einen Bandwettbewerb, an dem sie neben anderen Bands teilnahmen.

Peter setzte aus den Teilnehmern eine neue Band zusammen (alle fünf gingen noch zur Schule), nannte sie "The Paramounts" und nahm sie später als Manager unter Vertrag. Der erste Auftritt der neuen Band erfolgte am 5. Nov. 1960.


Die Band trat oft auf, und als Bob Scott eines Tages mit Musik aufhörte, übernahm Gary den Gesang. Sie coverten bisher R&R, und tendierten zunehmend zu R&B. Zu dieser Zeit kaufte Robin´s Vater das Penguin Strandcafe. Sie richteten im Keller einen Musik-Club ein, "Shades", der gut besucht war, und in dem "The Paramounts regelmäßig auftraten.

Ende 1962 verließ Chris die Band, um zu studieren, seinen Platz besetzte Diz Derrick, mit dem Gary früher bereits gespielt hatte. "The Paramounts" hatten den Entschluß gefaßt, Professionals zu werden. Mick wollte seinen Beruf nicht aufgeben und stand kurz vor seiner Heirat, er stieg im Herbst 1963 aus. Nach einem Inserat im Melody Maker wurde Barrie Wilson aus London ausgewählt.


Bisher hatte die Band in Süden gespielt, nun traten sie in und um London auf, oftmals mit Kollegen wie The Rolling Stones. Die Gruppe nahm im IBC-Studio unter Glyn Johns ein Demo-Band auf, Manager Peter Martin handelte mit Ron Richards von Parlaphone einen Deal aus. Die erste Single, "Poison Ivy", wurde als einzige von sechs Singles zu einem mittleren Hit.

BJ Wilson unternahm 1965 einen Trip nach Südfrankreich, Phil Wainman, der später als Produzent erfolgreich wurde, war als Drummer sofort zur Stelle. The Paramounts waren 1965 als Vorprogramm der Beatles Britain Tour aufgetreten. Desillusioniert durch die Erfolglosigkeit löste sich die Band im Oktober 1966 auf.


The Paramounts waren Pioniere des englischen R&B, vielleicht etwas zu früh um die Erfolge anderer Bands zu erringen. Dann aber zu spät, um eigene Songs zu schreiben. Ihre bluesigen Cover-Versionen waren für Insider meisterhaft, nicht aber für die Charts. Sie hatten nur wenige eigene Stücke (Brooker/Trower). Der Zug war bereits abgefahren, Psychadelic war voll im Trend.

Sie sollen (laut Stones und anderen) eine der besten englischen R&B Bands gewesen sein.
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The Coasters
voc, piano guitar bass drums
1960 Gray Brooker Johnny Short Brian Gill

The Paramounts
voc, piano guitar bass drums voc
1960 Gray Brooker Robin Trower Chris Copping Mick Brownlee Bob Scott
1961 Gray Brooker Robin Trower Chris Copping Mick Brownlee
1962 Gray Brooker Robin Trower Diz Derrick Mick Brownlee
1963 Gray Brooker Robin Trower Diz Derrick BJ Wilson
1965 Gray Brooker Robin Trower Diz Derrick Phil Wainman

The Paramounts - Singles
1963 Poison Ivy/I Feel Good All Over
1964 Little Bitty Pretty One/A Certain Girl
1964 Bad Blood/Do I
1964 I'm The One Who Loves You/It Won't Be Long
1965 Blue Ribbons/Cuttin' In
1965 You Never Had It So Good/Don't Ya Like My Love?

Procol Harum


gegründet 1967 in London.
Gary Brooker wollte nun eigene Songs produzieren. Impressario Guy Stevens machte ihn mit Keith Reid, einem der besten modernen Poeten bekannt, der Texte passend in die Zeit des Psychadelic-Rock schreiben sollte. Keith dichtete diese wie kein anderer in der Musik-Szene.

Die neue Band sollte "The Pinewoods" heißen, mit Gary, Keith und vier neuen Musikern, die durch ein Inserat im Melody Maker gefunden wurden. Keith wurde immer als vollwertiges Bandmitglied kreditiert, obwohl er als Texter nie mit der Band auftrat.

Die erste Aufnahme mit Produzent Denny Cordell, fand im Keller einer Methodistenkirche statt. Als Drummer fungierte Studio-Musiker Bill Eyden. Der Song, entlehnt einem Thema von J.S. Bach, "Air on a G String" aus der Suite Nr.3 in D-Dur, mit Reid´s Lyrik hieß "A Whiter Shade of Pale". (Shades hatte auch der Musik-Club der "Paramounts" geheißen.)

Gerade rechtzeitig vor Veröffentlichung der Single rief der Manager an, und schlug den Namen "Procol Harum" vor, so hieß die Katze eines Freundes. Zu spät kam heraus, daß es eigentlich "Procul Harun" heißen sollte, was in lateinisch "Fern dieser Dinge" bedeutet.


Produzent Cordell arrangierte den Deal mit Deram Records (Decca), die Single erschien im Juni 1967. und erreichte innerhalb weniger Tage Platz 1 der UK-Charts, Platz 5 in USA. Der Song verkaufte sich weltweit über sechs Millionen mal, der Stil wurde mit "Classic Rock" definiert. Wenige Tage später wurden Gitarrist Ray und Drummer Bobby durch Gary´s late Kollegen Robin und B.J. ersetzt.

Die erste LP erreichte Platz 47 in USA. Ein neuer Plattenvertrag wurde in USA mit A&M Records vereinbart, die zweite LP erschien 1968 und kam dort auf Platz 24, in UK konnte sie sich nicht plazieren. Im November traten Procol Harum bei dem Miami Pop Festival vor 100.000 Zuhörern neben Canned Heat, Chuck Berry, Fleetwood Mac und The Turtles auf.

Der Hoffnungen, weitere Millionen-Seller zu erschaffen, wurden nicht erfüllt. Nach einigen Singles stellte sich heraus, daß Procol Harum eine Album-Band war. Die Band durchlebte fünf Jahre ohne eine Hit-Single, allerdings waren ihre Alben-Erscheinungen hoch-qualitativ und verkauften sich gut. Die besten Verkäufe erbrachte das dritte Album "A Salty Dog", in USA mit Platz 32, in GB mit Platz 27.

Matthew Fischer, der sich in der Gruppe nicht verwirklichen konnte, verließ die Band, ihm folgte Bassist David Knights. Als Ersatz für beide kam Chris Copping, die Original-Besetzung der "Paramounts" war wieder komplett.


Im Juni 1969 trat die Band neben Steppenwolf, The Band, Blood Sweat & Tears und Chuck Berry bei dem Toronto Park Festival in Kanada auf. Im August beim Atlanta City Pop Festival vor 100.000 Besuchern neben Janis Joplin, Creedence Clearwater Revival und The Byrds.

Im Juli 1970 beim Atlanta Pop Festival in Byron, Georgia, vor 200,000 Zuhörern neben Jimi Hendrix, The Allman Brothers Band, Jethro Tull und Captain Beefheart. Im August traten sie beim Isle of Wight Festival auf.

1971 ging Robin, der seine Fähigkeiten als Gitarrist in der Band nicht verwerten konnte, sein Ersatz hieß Dave Ball, der aber nicht lange blieb, es kam Mick Grabham. Als neuer Bassist wurde Alan Cartwright eingestellt.

1972 gelangte die Single "Conquistador" in die US-Top Twenty, ironischerweise ein Titel aus der ersten LP von 1967. Das neue Album "Live at Edmonton" kam in UK auf Platz 48 und brachte Gold.

Ein neuer Plattenvertrag winkte von Warner Bros./Chrysalis. Das folgende Album "Grand Hotel" hielt sich fünf Monate in den US-Alben-Charts. Weitere Alben-Erfolge mißlangen auf Grund der schlechten Promotion von Warner Bros./Chrysalis. Fast klanglos löste sich "Procol Harum" 1977, nach einer Dekade auf.
"Fern der Dinge"


Brooker und Fischer versuchten eine Zusammenarbeit, die nach einigen Anläufen scheiterte. Beide produzierten aber einige Solo-Alben.
Barrie James Wilson verstarb † 8. Oktober 1990 in Eugene, Oregon an einer Lungenentzündung 43-jährig.


1991 erfolgte eine Wiedervereinigung, Brooker, Fisher, Trower und Reed tourten wieder als "Procol Harum". Die Musiker des letzten Gary Brooker Solo-Albums waren ebenfalls dabei. Seither erfolgten etliche Musiker-Wechsel und es erschienen einige weitere hochwertige Alben. Die Band tourt nach wie vor.

2005 gewann Organist Matthew Fischer einen Prozess gegen Brooker/Reid. Es ging um Tantiemen für den Orgel-Part auf "A Whiter Shade of Pale". Dave Ball verstarb † 1. April 2015 an Krebs


Procol Harum
voc, piano organ guitar bass drums lyrics
1967 Gary Brooker Matthew Fisher Ray Royer David Knights Bobby Harrison Keith Reid
1967 Gary Brooker Matthew Fisher Robin Trower David Knights B.J. Wilson Keith Reid
1969 Gary Brooker Chris Copping
organ, bass
Robin Trower B.J. Wilson Keith Reid
1971 Gary Brooker Chris Copping Dave Ball Alan Cartwright B.J. Wilson Keith Reid
1972 Gary Brooker Chris Copping Mick Grabham Alan Cartwright B.J. Wilson Keith Reid
1976 Gary Brooker Pete Solley Mick Grabham Chris Copping B.J. Wilson Keith Reid
1977 Gary Brooker Pete Solley Mick Grabham Dee Murray B.J. Wilson Keith Reid
1977 Gary Brooker Chris Copping Tim Renwick Alan Cartwright B.J. Wilson Keith Reid

Reunion
1991 Gary Brooker Matthew Fisher Robin Trower
Jerry Stephenson
Dave Bronze Mark Brzezicki
Henry Spinetti
Keith Reid
1991 Gary Brooker Matthew Fisher Tim Renwick Dave Bronze Mark Brzezicki Keith Reid
1991 Gary Brooker Matthew Fisher Geoff Whitehorn Dave Bronze Mark Brzezicki Keith Reid
1992 Gary Brooker Don Snow Geoff Whitehorn Dave Bronze Mark Brzezicki Keith Reid
1992 Gary Brooker Matthew Fisher Geoff Whitehorn Laurence Cottle Mark Brzezicki Keith Reid
1993 Gary Brooker Josh Phillips Geoff Whitehorn Dave Bronze Ian Wallace Keith Reid
1993 Gary Brooker Matthew Fisher Geoff Whitehorn Dave Bronze Ian Wallace Keith Reid
1993 Gary Brooker Matthew Fisher Geoff Whitehorn Matt Pegg Ian Wallace Keith Reid
1995 Gary Brooker Matthew Fisher Geoff Whitehorn Matt Pegg Graham Broad
Keith Reid
1996 Gary Brooker Matthew Fisher Geoff Whitehorn Matt Pegg Henry Spinetti Keith Reid
1997 Gary Brooker Matthew Fisher
Pete Solley
Mick Grabham Matt Pegg
Alan Cartwright
Dave Bronze
Graham Broad Keith Reid
2000 Gary Brooker Matthew Fisher Geoff Whitehorn
Mick Grabham
Matt Pegg Mark Brzezicki Keith Reid
2001 Gary Brooker Matthew Fisher Geoff Whitehorn Matt Pegg Mark Brzezicki Keith Reid

Die Daten und Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch nicht auf absolute Richtigkeit. Die Hitliste zeigt die höchste Plazierung in den Charts, oftmals auch den Zeitraum der Plazierung in den Top 10.

Singles GB US D
1967 A Whiter Shade Of Pale/Lime Street Blues 1 5 1
1968 Homburg/Good Captain Clack 6 15
1968 Quite Rightly So/In The Wee Small Hours Of Sixpence 50 33
1969 A Salty Dog/Long Gone Geek 44
1971 Simple Sister/Broken Barricades
1972 Conquistador/Luskus Delph 22 16
1973 Grand Hotel/Robert's Box
1973 A Souvenir From London/Toujours L'Amour
1974 Nothing But The Truth/Drunk Again
1974 Beyond The Pale/Fresh Fruit
1974 As Strong As Samson/The Unquiet Zone
1975 Pandora's Box/The Piper's Tune 16
1975 The Final Thrust/Taking The Time
1977 Something Magic/Fools Gold
1977 Wizzard Man/Backgammon
1991 The Truth Won't Fade Away/Into The Flood
1991 You Can't Turn Back The Page/One More Time / Perpetual Motion

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