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Sam & Dave


gegründet 1961 in Miami, Florida.
Samuel Moore (geb.1935 in Miami, Florida) und David Prater (geb.1937 in Icilla, Georgia) wuchsen mit Gospel auf. Beide hatten in den 50ern Bühnenerfahrung mit unterschiedlichen Bands ("The Melionaires", "The Sensational Hummingbirds").

Sam Moore hatte mit "The Majestics" 1954 eine Platte aufgenommen. Sam Cooke soll ihm einst seinen Platz bei den "Soul Stirrers" angeboten haben, seit Sam Moore aber Jackie Wilson auf der Bühne erlebt hatte, wollte er nur modernen R&B machen.


Sam Moore und David Prater trafen sich erstmalig 1961 im "The King of Hearts Club" in Miami. David trat an einem Amateur-Abend auf und sang einen Titel von Jackie Wilson. Als ihm der Text entfiel, sprang Sam auf die Bühne, um den Song gemeinsam zu vollenden. Die Aktion gefiel beiden, sowie dem Publikum so gut, daß sie der Club-Besitzer unter Vertrag nehmen wollte. Sie akzeptierten und beschlossen, als professionelles Duo zusammenzubleiben.

Ihre Bühnen-Erfolge brachten ihnen schon bald einen Vertrag bei dem unabhängigen Roulette Records in Miami. In den nächsten zwei Jahren wurden sechs Singles produziert, die ohne Erfolg blieben. Im Sommer 1964 wurden sie von Produzent Jerry Wexler entdeckt und für Atlantic Records unter Vertrag genommen. Seit 1960 kooperierte Atlantic vertraglich mit Stax-Records in Memphis, dort sollte auch die Studioarbeit mit Sam&Dave erfolgen.


Die musikalische Begleitung des Duos übernahm die Stax-Hausband "Booker T. and the M.G.’s", die Bläsersätze lieferten "The Memphis Horns". Die ersten zwei Single-Veröffentlichungen brachten wenig Erfolg.

Fortan schrieb das Songwriter-Team Isaac Hayes und David Porter alle Songs für Sam & Dave und produzierte die Aufnahmen. Die dritte Single "You Don't Know Like I Know" erreichte Platz 7 der R&B Charts. Es folgte eine Serie von elf aufeinander folgenden Top Twenty R&B Hits in den nächsten drei Jahren. Fünfzehn ihrer Hits kamen auch in die Pop-Charts, die höchste Plazierung erreichte "Soul Man" (Platz 2), vier ihrer Titel kamen in die britischen Charts.


"Soul man" brachte Sam & Dave 1967 eine Goldene sowie die Verleihung eines Grammys. "Hold on , I´m coming" brachte ihnen 1995, 29 Jahre nach Veröffentlichung der Single, eine Goldene Schallplatte ein. Auf der Bühne wurden Sam & Dave einer der besten Live Acts der 60er genannt, was ihnen den Titel "Double Dynamit" einbrachte.

Im Mai 1968 endete der Vertrag zwischen Atlantic und Stax und somit konnten Sam&Dave nicht mehr auf Songs von Hayes/Porter und die Begleitung der Stax-Musiker zurückgreifen. Die letzte bei Stax produzierte Single "Soul Sister, Brown Sugar" erschien 1969 und wurde ein Top Twenty Hit. Die weiteren Singles, produziert in New York City, Miami oder Alabama mit Songwritern und Musikern von Atlantic erreichten die Charts nicht mehr.

David Prater, der 1968 seine Freundin mit der Waffe angeschossen hatte, konnte der Verhaftung nur durch eine Verehelichung entgehen. Der nachlassende Erfolg, Drogenkonsum und Streitigkeiten führten im Juni 1970 zur Trennung des Duos.


Sam & Dave fanden trotzdem einige Male wieder zusammen. 1975 erschien das Album "Back at Cha" (United Artists), produziert von Steve Cropper, begleitet von den ehemaligen Stax-Musikern, die Single "A Little Bit of Good" geriet zu einem kleinen Hit. 1976 sangen sie auf einem Album von Jaco Pastorius, es erschien daraus die Single "Come On, Come Over".

Die letzte Zusammenarbeit resultierte auf den Erfolg der Blues Brothers mit den Songs von Sam & Dave und dem Film "The Blues Brothers". Es folgten 1980/81 einige Auftritte, der letzte zu Sylvester 1981 in San Francisco. Fortan sprachen die beiden nie wieder miteinander.


Danach tourte Dave mit Sam Daniels als Sam & Dave. Sam Moore´s Versuch, die Verwendung des Duo-Namens zu verbieten, mißlang. Ihren letzten Auftritt hatten Sam (Daniels) & Dave im April 1988 zu einer Stax-Reunion-Show im Atlanta Civic Center, an der auch Isaac Hayes, Eddie Floyd, Rufus & Carla Thomas teilnahmen.

Sechs Tage später verstarb David Prater † am 9. April 1988 an einem Autounfall. Er war unterwegs, seine Mutter in Sycamore, Georgia zu besuchen.

"I think Sam & Dave will probably be the best live act that there ever was".
(Phil Walden, Manager von Otis Redding und Sam & Dave)



Sam & Dave wurden 1992 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Etliche Musikstars haben Songs von Sam & Dave gecovert und damit die Charts erreicht. "Hold On, I'm Comin" z.B., wurde 17 mal gecovert.

Sam Moore nahm "Soul Man" 1986 mit Lou Reed für den Film "Soul Man" auf, der Song kam in GB auf Platz 30. Sam erschien mit Junior Walker im "Tapeheads".
Er hatte einen Hit im Duett mit Conway Twitty, das Album "Rainy Night In Georgia" kam in die Top Ten.
Sam sang auf Platten von Springsteen, Henley, Annie Lennox, Elton John, Sting, Billy Joel, Aretha Franklin, Lou Reed, James Brown und anderen.
Sam tritt bis heute gelegentlich auf, z.B. im Januar 2007 (im Alter von 71) in der Fernsehshow "American Idol" vor über 30 Millionen Zuschauern.

"To me, Sam Moore is the Frank Sinatra of Soul Music" (B.B. King)
"Sam Moore is the Greatest Living Soul Singer" (Rock-Kritiker Dave Marsh)


Singles US
R&B
US
Pop
GB D

The Majestics (Sam Moore, lead) (Marlin Records)
1954 Nitey night/Cave man rock

Sam & Dave (Alston Rec./Marlin Rec.)
1961 Never, Never/Lotta Lovin'
1961 My Love Belongs to you/No More Pain

Sam & Dave (Roulette Records)
1962 I need love/Keep walkin'
1962 No more pain/My love belongs to you
1963 She's alright/It feels so nice
1963 It was so nice while it lasted/You ain't no big thing baby
1963 If she'll still have me/Listening for my name
1964 I found out/I got a thing goin' on

Sam & Dave (Stax Records)
1965 A place nobody can find/ Goodnight baby
1965 I take what I want/Sweet home
1966 You don't know like I know/Blame me 11 50
1966 Hold on I'm comin/I got everything I need 1 21
1966 Said I wasn't gonna tell nobody/If you got the loving 8
1967 You got me hummin'/Sleep good tonight 7
1967 When something is wrong with my baby/Small portion of your love 2
1967 Soothe me [live version, recorded in Paris]/I can't stand up for falling down 16 35
1967 Soul man/May I baby 1 2 24 23
1968 I thank you/Wrap it up 4 9 34

Sam & Dave (Atlantic Records)
1968 You don't know what you mean to me/This is your world 20
1968 Can't you find another way/Still is the night 19
1968 Everybody got to believe in somebody/If I didn't have a girl like you
1969 Soul sister brown sugar/Come on in 18 15
1969 Born again/Get it
1969 Ooh ooh ooh /Holdin' on
1970 Baby baby don't stop now/I'm not an indian giver
1970 When you steal from me/One part love two parts pain
1970 Knock out in the park/You easily excite me
1971 Don't pull your love out/Jody Rider got killed

Sam Moore Solo (Atlantic)
1970 Tennessee Waltz/Give you Plenty lovin
1971 Stop/Keep on sockin´ it to me
1971 Shop around/If I should lose your love

Dave Prater Solo (Alston)
1972 Keep my fingers crossed/Love business

Same & Dave Reunited (United Artists)
1974 A little bit of good (cures a whole lot of bad )/Blinded By Love
1974 Under the Boardwalk/Give it What you can
1977 We can work it out/why did you do it (Contempo)

Die Daten und Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch nicht auf absolute Richtigkeit. Die Hitliste zeigt die höchste Plazierung in den Charts, oftmals auch den Zeitraum der Plazierung in den Top 10.

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