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Sounds of Blue


Stan Webb, geboren 1946 in London.
In jungem Alter zog seine Familie mit ihm nach Kidderminster, Nähe Birmingham. Musik interessiert, spielte er Ende der 50er in Skiffle Groups Teekistenbass. Nachdem er auf Schallplatten Blues-Gitarristen gehört hatte, begann er selbst, Gitarre zu lernen.

Stan begann in der Umgebung Birminghams mit R&B Bands aufzutreten. Zu Anfang mit "The Strangers Dance Band", die sich dann in "Strangers Incorporated" umbenannte. 1962 gründete er seine erste Band, "The Blue Four", bald darauf "The Shades Five". März 1964 stieg Stan in David Yeates R&B Formation "Sounds of Blue" ein. Die Gruppe trennte sich nach einem Jahr.


Christine Perfect, geboren Juli 1943 in Grenodd, Nähe Birmingham.
Ihr Vater war Konzert Violinist, ihr Großvater Organist in der Westminster Abbey, London. Sie begann mit vier Jahren am Piano zu spielen, und erhielt ab elf klassischen Klavierunterricht. Mit fünfzehn wurde sie durch ihren Bruder mit R&R und Blues konfrontiert, fortan konzentrierte sie sich auf diese Musikrichtungen.

Christine besuchte fünf Jahre die Kunstschule Birmingham, sie spielte in dieser Zeit mit anderen Studenten in Blues-Bands, zuletzt mit "The Bobcats", die sich später zu der namhaften Gruppe "The Rockin` Berries" entwickelte.

Ihre erste richtige Band war 1964 "Sounds of Blue", mit der sie ein Jahr lang ernsthaft spielte. In dieser Zeit sang sie auch des Öfteren mit Spencer Davis und seiner Band.

Zum Ende ihres Studiums änderte sich einiges bei "Sounds of Blue", was zur deren Auflösung führte. Christine zog 1965 nach London, um dort als Dekorateurin zu arbeiten.


Chris Wood, geboren 1944 in Harborne, Birmingham, war sowohl in Musik als auch in Malerei interessiert. Chris begann mit fünfzehn Querflöte zu lernen, nachdem er in einem Kinofilm einen Song mit Flöte, gespielt von "The Chico Hamilton Band" gehört hatte. Bald danach begann er auch das Saxophon zu erlernen.

1962 spielte er im "Steve Hadley Quartet", einer Jazz/Blues Gruppe. Er wechselte danach 1964 zu der Gruppe "Sound of Blue", die R&B, Blues und Rock-Hits kopierte.


David Yeats hatte Anfang der 60er die Gruppe "Sounds of Blue" gegründet, in der es im Laufe der Zeit einige Musiker-Wechsel gegeben hatte. Im März 1964 spielten außer Dave noch Stan Webb, Andy Sylvester, Christine Perfect, Chris Wood und Rob Elcock mit.

1965 beendete Christine ihr Kunststudium und wollte nach London ziehen, um ihren neuen Beruf dort auszuüben. Auch Rob Elcock hatte bereits angekündigt, sein Glück als Musiker in London versuchen zu wollen.

Für Bandleader Dave kam dies ganz gelegen, er wollte mit seiner Frau Carol den Schallplattenladen "The Groove Shop" in Birmingham übernehmen und lieber hinter dem Verkaufstisch mit Musik handeln. Jahre später, nach seiner Scheidung, ging er nach London um mit internationalem Plattenhandel sein Geld zu verdienen.

Chris Wood erhielt ein Angebot von der Band "Kansas City Seven" (ab 1966 "Locomotive"), in der auch Mike Kellie (später Spooky Tooth) spielte. Chris Wood lernte in dieser Zeit Stevie Winwood (Spencer Davis Group) kennen und machte mit ihm oft bei Jam-Sessions mit. Als Stevie 1967 Traffic gründete, war Chris Wood als Gründungsmitglied dabei. Chris spielte auf allen zehn Traffic-LP´s mit.

Stan Webb und Andy Sylvester wollten weiterhin zusammen bleiben und nannten ihre neu gegründete Formation nach einem Willie Dixon-Song, "Chicken Shack".


SOUNDS OF BLUE
vocals guitar, voc. bass Organ sax, flute drums
1964 Dave Yeats Stan Webb Andy Sylvester Christine Perfect Chris Wood Rob Elcock

Chicken Shack


Stan Webb und Andy Sylvester gründeten 1965 die erste Inkarnation von "Chicken Shack". Über die Jahre 1965 und 66 sind leider keine Hintergrundinformationen zu der Band zu finden, insofern können hier keine Angaben über Besetzung, Spielorte oder anderes gegeben werden.

Fest steht, daß "Chicken Shack" Anfang 1967 mit Drummer Alan Morley als Trio besetzt war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Band zur reinen R&B-Band entwickelt, sie spielten ausnahmslos English-R&B.

Mike Vernon suchte Talente für sein neues Label "Blue Horizon Records". Rowdy (Dave) Yeats kannte Vernon durch sein Platten-Geschäft und vermittelte ein Treffen in Birmingham Ende Februar 1967. Mike Vernon war beeindruckt und vereinbarte eine Studio-Session. Während dieser Gelegenheit besuchte Vernon auch die Band "The Levi Set", in der Jeremy Spencer spielte. Vernon vermittelte später Jeremy an Fleetwood Mac.


Stan Webb wollte sein Trio erweitern und nahm mit Christine Perfect Kontakt auf, die daraufhin ihren Beruf in London aufgab und ab Ende April in Webb´s Band mitmachte. Durch Gene Vincent´s Manager Henry Henroid bekam die Gruppe ein Engagement im Hamburger Star Club, wo sie den gesamten Juni 1967 auftraten.

Durch Mike Vernon erhielt "Chicken Shack" laufend erstklassige Auftritte, ein Höhepunkt davon war das Windsor Jazz-Festival am 13.August. Als der Drummer sein Mitspiel im September beendete, trat Hughie Flint (von John Mayall) kurzfristig ein. Für das Engagement als Begleitband der amerikanischen Blues-Größe Freddie King wurde jedoch Al Sykes (den die Band aus der Zeit in Hamburg kannte (The Sound of Syke)) als Drummer eingestellt. Die England-Tour dauerte vom 6. bis 21.Oktober. Damit endete auch Al Sykes Gastspiel, als vierter Drummer der Gruppe stieg Dave Bidwell ein.


Im Dezember 1967 erfolgten die Plattenaufnahmen zu einer Single, im Juli 68 zur LP "40 Blue Fingers Freshly...", an der ein Bläsersatz teilnahm (Dick Heckstall-Smith, John Almond, Alan Ellison). Die LP erreichte in GB Platz zwei der Alben-Charts.

Zu dieser Zeit stand "Chicken Shack" oft mit "Fleetwood Mac" auf der gleichen Bühne, Christine und John McVie (Bassist von Fleetwood Mac) verliebten sich ineinander. Die Hochzeit der beiden folgte im August 1968. Da die beiden Bands dauernd unterwegs waren, sahen sich die Eheleute McVie nur selten.

Das zweite Album, "OK Ken!", aufgenommen im Oktober 1968 wurde wiederum sehr erfolgreich, die bisherigen Singles jedoch floppten. Die Single, "I´d rather go blind", gesungen von Christine, wurde Mitte 1969 mit Platz 14 der English Charts zum Hit.


"Chicken Shack" hatte Mitte 1969 ihren Höhepunkt mit akzeptablen Plattenverkäufen und gutbesuchten Auftritten erreicht. Christine Perfect wurde in diesem Jahr von Melody Maker´s Lesern zur besten Sängerin des Jahres gewählt. In einer anderen Wahl wurde sie zu den "zehn Frauen mit den schönsten Beinen Britanniens" gezählt.

Da Christine zu wenig Zeit für ihr Eheleben fand, beendete sie ihr Mitspiel in der Band Mitte 1969 um Hausfrau zu werden. Den Erfolg der Single "I´d rather go blind" erlebte "Chicken Shack" bereits ohne Christine.


Durch den Single-Erfolg fühlte sich Christine dazu berufen, mit einer schnell zusammengestellten Band eine England-Tournee durchzuführen und ein Album aufzunehmen. Danach gab sie ihre Solo-Karriere aber wieder auf. Christine hatte bereits früher bei "Fleetwood Mac"-Platten-Aufnahmen mitgewirkt. Im Laufe des Jahres 1970 bekam sie das Angebot und wurde schließlich festes Mitglied in der Band ihres Ehemannes, "Fleetwood Mac", die im Laufe der 70er zu Weltruhm gelangte.


Nach Christine´s Ausscheiden waren die besten Zeiten "Chicken Shack´s" vorüber. Mit dem neuen Keyboarder Paul Raymond (vorher bei "Plastic Penny") wurde das dritte Album "100 Ton Chicken" eingespielt, welches sich schlecht verkaufte (Platz 25). Die Single "Tears in the Wind" kam im August 1970 immerhin bis Platz 29. Die Auftritte der Band waren nach wie vor sehr erfolgreich.

Im Juli 70 kam das vierte Album der Band auf den Markt und blieb erfolglos, ebenso eine Single, worauf Mike Vernon den Plattenvertrag mit "Chicken Shack" beendete. Im August folgte eine US-Tour, gemeinsam mit der "Savoy Brown Blues Band".


"Chicken Shack" löste sich im Dezember 1970 auf. Raymond, Bidwell und Sylvester gingen zu "Savoy Brown".

Andy Sylvester spielte im Laufe der Zeit in mehreren namhaften Bands, wie "Melvyn´s Marauders", "Ricky Cool & The Rialtos", "Robert Plant´s Honeydrippers", "Steve Gibbons Band". 1984 war er mit Ricky Cool Gründungsmitglied von "The Big Town Playboys". Danach tourte er mit Mike Sanchez. Paul Raymond wurde später Musiker in der "Michael Schenker Group", später "UFO".


Fortsetzung "Chicken Shack" weiter unten


CHICKEN SHACK
guit, voc bass keyboards, voc drums
1965 Stan Webb Andy Sylvester Alan Morley
1967 Stan Webb Andy Sylvester Christine Perfect Al Sykes
1968 Stan Webb Andy Sylvester Christine Perfect Hughie Flint
1968 Stan Webb Andy Sylvester Christine Perfect Dave Bidwell
1969 Stan Webb Andy Sylvester Paul Raymond Dave Bidwell

Dez 1970 - Auflösung - Frühjahr 1971 Neubesetzung
1971 Stan Webb John Clascock Pip Pyle
1971 Stan Webb John Clascock † 79 Paul Hancox sax
1972 Stan Webb Bob Daisley Tony Ashton Paul Hancox Chris Mercer
1972 Stan Webb Rob Hull David Wilkinson Alan Powell

Ende 1973 Auflösung - 1976 Neugründung

guitar

drums

sax
1976 Stan Webb Paul Martinez Robbie Blunt Ed Spevok Dave Winthrop
1977 Stan Webb Steve York Robbie Blunt Ed Spevok Dave Winthrop
1979 Stan Webb Bob Daisley Paul Butler Keef Hartley
1980 Stan Webb Alan Scott Paul Butler Ric Lee
keyboard
1981 Stan Webb Andy Pyle Paul Butler Ric Lee Tony Ashton
1982 Stan Webb Andy Pyle Miller Anderson Russ Adler Tony Ashton
1983 Stan Webb Roger Saunders Miller Anderson John Gunzell
keyboard sax
1986 Stan Webb Jan Connolly David Wilkinson John Gunzell Dave Winthrop
1987 Stan Webb Wayne Terry David Wilkinson Bev Smith Dave Winthrop
1987 Stan Webb David Wintour David Wilkinson Bev Smith guitar
1988 Stan Webb David Wintour David Wilkinson Bev Smith Gary Davis
1991 Stan Webb James Morgan David Wilkinson Bev Smith Gary Davis
1998 Stan Webb Jim Rudge Bev Smith Gary Davis
2002 Stan Webb Jim Rudge sax Mick Jones Gary Davis
2010 Stan Webb Jim Rudge Dave Winthrop Chris Williams Gary Davis

Chicken Shack


Im Frühjahr erschien Stan Webb mit der Trio-Neubesetzung von "Chicken Shack". Den Bass hielt John Glascock (vorher "The Gods", "Head Machine", "Fat Toe)", das Schlagzeug bediente anfangs Pip Pyle, kurz darauf jedoch Paul Hancox (vorher "The Mindbenders").

Im März 1972 ging Glascock zu "Carmen", er wurde 1976 Bassist bei "Jethro Tull".
John Glascock verstarb † Nov.1979 an einem Herzklappenfehler.


Der neue Bassist hieß Bob Daisley. Bei Platten-Aufnahmen waren Tony Ashton (keyboards) und Chris Mercer (sax) dabei. Danach ging Daisley zu "Uriah Heep", "Rainbow", "Black Sabbath" und es erfolgte bei "Chicken Shack" eine Neubesetzung mit Rob Hull (bass), David Wilkinson (keyboard), Alan Powell (drums). Diese Formation endete vor Erscheinen der neuen LP.

Savoy Brown


1974 wirkte Stan Webb mit den Gitarristen Kim Simmonds und Miller Anderson auf der "Savoy Brown" LP "Boogie Brothers" mit, um danach mit der Band auf Tournee zu gehen. Diese Episode endete im Sommer 74.

Stan Webb Band


Gemeinsam mit Robbie Blunt (vorher bei "Bronco", "Silverhead") und Eric Dillon gründete Stan die "Stan Webb Band", die auch nur einige Monate hielt.

Broken Glass


nannte Stan Webb seine nächste Gruppe. Hier waren dabei Bob Rawlinson (bass), Tony Ashton (keyb.), Robbie Blunt (guit.), Mac Poole (drums (vorher Warhorse)). Sie gingen im April 76 auf Tour und trennten sich danach. Stan Webb gab darauf ein kurzes Gastspiel bei Canned Heat.

Chicken Shack


Die dritte Wiederbelebung von "Chicken Shack" erfolgte Ende 1976. Mit Bassist Paul Martinez (vorher "Hackensack"), Robbie Blunt (guit.), Ed Spevok (drums ("Graham Bond", "Pete Brown")), Dave Winthrop (sax (Supertramp)) nahm Stan Webb das nächste Album "The Creeper" auf.

1977 bekam die Band mit Steve York (vorher "Vinegar Joe", "Manfred Mann") einen neuen Bassisten. Der gehende Paul Martinez spielte später unter anderem in der Band von Robert Plant.


1979 trennte sich die Band abermals. York, Blunt (später bei "Robert Plant", "Jeff Healey Band", "Nik Robertson"), Spevok und Winthrop (später "Ruts") machten den Platz frei für Bob Daisley (bass), Paul Butler (guit. ("Jellybread", "B.B. King", "Keef Heartley Band")) und Keef Heartley (drums ("John Mayall", "Keef Heartley Band")).

Wenig später (1980) wechselten mit Alan Scott und Ric Lee (vorher Ten Years After) Bassist und Drummer. Im folgenden Jahr stieß Tony Ashton wieder zu "Chicken Shack" und es erfolgten die Aufnahmen zum Album "Roadies Concerto".


1981 ersetzte Andy Pyle (vorher bei "Blodwyn Pig", "Kinks") den bisherigen Bassisten. 1982 gingen Butler und Lee, statt ihnen stießen Miller Anderson (guit. (Savoy Brown)) und Russ Adler (drums) zu "Chicken Shack".

1983 verließ Bassist Pyle die Band wieder, hinzu kam Roger Saunders (vorher "Freedom"), für den scheidenden Drummer stieg John Guntzel ein. Diese Besetzung hielt etwas länger, einzig Tony Ashton verschwand aus dem Line-up.


1986 gab es wieder Veränderungen. Stan Webb spielte nun mit Jan Connolly (bass), John Guntzel (drums) und den zurück gekommenen Dave Wilkinson (keyb.(vorher "Peter Green")), sowie Dave Winthrop (sax). In dieser Besetzung wurde das Album "39 Bars" eingespielt, unter Produzent Pete Haycock (früher "Climax Blues Band").

1987 gab es mit Bev Smith einen neuen Drummer, mit Wayne Terry einen neuen Bassisten, der Letztere sowie Winthrop verschwanden noch im gleichen Jahr aus der Band, am Bass erschien nun David Wintour (früher "Alexis Korner", "Who", "Leo Sayer").


1988 brachte statt des verlorenen Saxophonisten einen Gitarristen namens Gary Davies. Die Bandbesetzung zeigte sich bis 1991 stabil, hier stieg mit James Morgan (früher "Jack Green", "George Hatcher") ein neuer Bassist ein. Für das Album "Changes" wurde Saxophonist Jed Kelly (früher "Bees make Honey") eingestellt.

1993 zeigte sich "Chicken Shack" mit Webb, Morgan, Smith, Davies wieder auf ein Quartett reduziert. In dieser Besetzung wurde das Album "Plugging Good" aufgenommen.

1998 erschien mit Jim Rudge ein neuer Bassist, 2002 mit Mick Jones ein neuer Drummer, der die Group nach acht Jahren wieder verließ.

2010 zeigt als Drummer Chris Williams, und neu hinzugekommen den Saxophonisten Dave Winthrop, der 87 ausgeschieden war.


"Chicken Shack" war Ende der 60er nach "Fleetwood Mac" die namhafteste R&B Band Englands. Sie dürfte die einzige R&B Band Englands darstellen, die nach wie vor öffentlich auftritt. Auch wenn Stan Webb das einzig übriggebliebene Gründungsmitglied darstellt, sein "Blues" ist nach wie vor original.


Die Daten und Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch nicht auf absolute Richtigkeit.

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