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Graham Bond


geboren am 28. Oktober 1937 in Romford, Essex, GB.
Graham lernte das Klavierspiel im Alter von 7 bis 14. Er spielte im Schul-Orchester und erlernte auch Violoncello und Oboe. 1953 spielte er mit einigen Schulfreunden in der Band "The Modernnaires" Dixieland-Jazz. Mit 15 begann er Saxophon zu spielen.

Mit Drummer Terry Lovelock gründete er 1954 das Jazz-Trio "Terry Graham Trio", Pianist war Colin Wild. 1956 wurde die Band zum Quartett, als Bassist war Bob Veale dazugekommen. Graham Bond begann in der Londoner Jazz Szene mit allen möglichen Bands und Musikern zu arbeiten, bevor er 1957 als Pianist für ein Jahr nach Mallorca ging. 1958 wieder zurück in London, machte er wieder bei dem "Terry Graham Quartett" weiter.


1960 hörte Graham beim Besuch einer Musikveranstaltung den Saxophonisten Dick Heckstall-Smith, der bereits Profi-Musiker war, sprach ihn an und spielte auf der Bühne ein paar Stücke mit. Im gleichen Jahr heiratete Graham die Pianistin Diane Eton und trat dem "Goudie Charles Quintett" bei.

Durch Terry Lovelock lernte Graham Bond den erfolgreichen Don Rendell kennen, in dessen Jazz-Band er im Mai 1961 als Saxophonist eintrat. Don Rendell war auch ein Holzbläser, der früher in vielen namhaften Bands gespielt hatte, ehe er sein "Don Rendell Quartett" (nun Quintett) gründet hatte.

Im Juni trat Graham gemeinsam mit Dick Heckstall-Smith in der Band "Live New Departures" auf. Im selben Jahr trat die "Don Rendell Band" zum zweiten Mal bei dem "National Jazz Festival" in Richmond auf.

Graham spielte seit dieser Zeit auch im "Johnny Burch Octet", in dem Dick Heckstall-Smith, Jack Bruce und Ginger Baker aushilfsweise mitwirkten. Wenn sie keine Auftritte mit ihren Bands hatten, spielten Burch und Bond mit Heckstall-Smith, Bruce und Baker in diversen Pubs. Im Oktober 1962 trennte sich Graham vom Don Rendell Quintett, um sich zu verändern.


Als Graham Bond in "Alexis Korner´s Blues Incorporated" einstieg, verließ Cyril Davies die Band, die ihm zu jazzig geworden war. Dick Heckstall-Smith, Jack Bruce und Ginger Baker spielten bereits seit einiger Zeit in der Band.

War Graham Bond schon mit dem Don Rendell Quintet stark beschäftigt, so steigerte sich dies bei Alexis Korner. Die Band spielte fast täglich und hatte manchmal auch weite Strecken in die nördlichen Städte Manchester oder Liverpool zu fahren.

Ab Januar 63 spielte die Band jeden Donnerstag im Flamingo, der länger offen hatte als der Marquee Club. Bond hatte mit Bruce und Baker damit begonnen, das Publikum während der Pause von Alexis Band als Trio weiter zu unterhalten. Bond spielte jeden Tag entweder mit Alexis Band, mit dem Johnny Birch Octet oder mit dem eigenen Trio, an manchen Tagen trat er sogar mit zwei oder auch allen drei Besetzungen auf.

Graham Bond war zu der Zeit der erste Musiker, der in England mit einer Hammond-Orgel auftrat. Er war auch der Erste, der die Hammond umbaute, sodaß sie in zwei Teilen leichter zu transportieren war.

Zwischendurch fand die Blues Incorporated sogar Zeit für einige Übertragungen aus dem BBC Studio, außerdem wurden für eine LP 11 Songs im Studio aufgenommen. Graham Bond tat mit seinem Trio plus dem Saxophonisten ein Vorspiel bei EMI Records, der vorläufig zwar nichts brachte, aber für die Zukunft Vorteile brachte.

Graham Bond nahm auch Trio-Auftritte an und begriff schnell, daß dies lukrativer war, als mit Alexis Band zu spielen. Und so kam es, daß er sich im Februar 1963 von Alexis Korner verabschiedete und Jack Bruce und Ginger Baker gleich mit sich nahm, um eine eigene Band auf die Füße zu stellen. Jack und Ginger verzichteten ungern auf den sicheren Verdienst bei Alexis, aber sie wußten, Graham rechnete mit Ihnen.


"He left Alexis for me and Jack" - Ginger Baker.
"It took years, before Alexis Korner forgave us" - Jack Bruce.



Terry Graham Trio
drums alto sax piano bass
1954 Terry Lovelock Graham Bond Colin Wild

Terry Graham Quartett
1956 Terry Lovelock Graham.Bond Pete Hutchison Bob Veale

Goudie Charles Quintett
guitar alto sax tenor-sax trombone bass drums
Mar60 Goudie.Charles Graham Bond Milton James Gordon.Bellamy Roy Surman Art Terry

The New Don Rendell Quintet
tenor-sax alto sax piano bass drums
Mai 61 Don Rendell Graham Bond John Burch Tony Archer T.Lovelock
Jun 61 Don Rendell Graham Bond John Burch Tony Archer Phil Kinorra
Mai 62 Don Rendell Graham Bond John Burch Tony Archer Ted Pope

Johnny Burch Octet
piano alto sax tenor sax trombone trumpet baritone bass drums
1962 John Burch Graham Bond Dick Heckstall-Smith John Mumford Mick Falana Miff Moule Jack Bruce Ginger Baker

Alexis Korner´s Blues Incorporated
guitar vocal tenor sax alto sax piano bass drums
Nov62 Alexis Korner Ronnie Jones Dick Heckstall-Smith Graham Bond Johnny Parker Jack Bruce Ginger Baker

Graham Bond Trio


Das "Graham Bond Trio" war bereits seit Januar 1963 "nebenbei" aufgetreten, seit Ende Februar 1963 waren sie nun auf sich selbst gestellt. Sie traten mit dem neuen Trio auf, mit dem "Johnny Burch Quintet" und bei den Veranstaltungen der "Live New Departures". Es handelte sich hierbei um Events mit Poetik und Musik, an denen unter vielen anderen auch Pete Brown, Allen Ginsburg und Michael Horovitz teilnahmen. Pete Brown schrieb mit Jack Bruce fortan viele Songs, von denen einige später durch die Gruppe "Cream" zu Welthits wurden.

Die Band nahm im März mit Sänger Duffy Power zwei Songs für seine Single auf. Zu den Aufnahmen wurde einer der damals besten Studio-Gitarristen Englands, Big Jim Sullivan, hinzugezogen. Das erstklassige Ergebnis zeigte Graham Bond die Möglichkeit auf, sein Trio durch Hinzunahme eines guten Gitarristen aufzuwerten.

Graham Bond Quartet


John McLaughlin war als 16-jähriger nach London gekommen und mit den "Professors of Ragtime" getourt. Anfang der 60er Jahre lernte er Alexis Korner´s Band kennen und spielte (jammte) zeitweise mit Ihnen. Auf dieser Bühne traf er auf Musiker wie Mick Jagger, Eric Clapton und weitere. Er arbeitete mit einigen Gruppen wie z.B. "The Marzipan Twisters", ehe er die Chance bekam, in Georgie Fame´s "The Blue Flames" einzusteigen, in der auch Brian Auger mitspielte.

Im März 1963 wechselte John McLaughlin zu Graham Bond, wodurch sich die Band zum Quartett erweiterte. Die Band war bereits kurz nach Gründung gut im Geschäft. Sie traten im Marquee und anderen Clubs auf, unternahmen mit Sänger Duffy Power eine Promotion-Tour für seine soeben erschienene Single, traten an BBC-Radio-Sessions auf, und in zwei Fernseh-Shows. Im August 63 nahm das "Graham Bond Quartet" am "National Jazz Festival" teil.

Im September gab es Streit zwischen Ginger Baker und John McLaughlin, wonach der erste den zweiten aus der Band feuerte. John hatte in den wenigen Monaten etwas von Graham gelernt. Das Interesse an Okkultem, womit sich Graham intensiv befaßte.


John McLaughlin Weg führte zuerst zu "Brian Auger´s Trinity", später spielte er in Günter Hampel´s Band (Deutschland), begleitete Wilson Pickett und die Four Tops auf Europa-Tourneen, und landete 1968 in "Tony William´s Lifetime". Darauf folgte das "Mahavishnu Orchester" und so weiter.

Im Alter von 30 (1972) galt John McLaughlin als "einer der besten Gitarristen der Welt"- Miles Davis.


Als Ersatzmann wurde der Saxophonist Dick Heckstall-Smith aufgenommen, der soeben frei geworden war. Alle vier Musiker kannten sich aus der Zeit bei Alexis Korner.

Von nun an konnte die Band mit zwei Saxophonen arbeiten. Graham spielte Alt und war in der Lage, Hammond-Orgel und Sax gleichzeitig zu bedienen. Die Band spielte mittlerweile in allen Clubs Londons, war ausgebucht und reiste für Auftritte bis nach Newcastle.

Graham Bond Organization


Im April 64 änderte Graham den Namen der Band in "The Graham Bond Organization". Im Mai gab es bei Decca Records eine Vorspiel-Session, woraus die Aufnahmen zu einer Single im Mai resultierten. Ende des Monats wurden vier weitere Songs aufgenommen.

Die "Organization" ging außerdem als Begleitband für den Gitarristen Ernest Ranglin aus Jamaica zu Aufnahmen für eine Single ins Studio. Die Single erschien unter dem Namen Ernest Ranglin & The GB´s. Im Sommer ging die Gruppe mit "Memphis Slim" auf eine Tournee, an der auch Long John Baldry´s "Hootchie Cootchie Men" teilnahmen.

Im August erfolgten wieder Aufnahmen im Decca-Studio und es erschien das Album "Rhythm and Blues". Außerdem erfolgten Film-Aufnahmen für den Film "Gonks go Beat". Im November begleitete die Band Marvin Gaye während eines TV-Auftritts und trug in der Sendung auch zwei eigene Titel vor.

Der Dezember brachte die ersten Aufnahmen bei EMI-Columbia für eine LP. Die Aufnahme Sessions zogen sich zwischen den Auftritten bis Februar dahin. Zum Ende des Jahres 1964 gab es noch einmal eine TV-Appearance.

In diesem Jahr hatte Graham die Band "The Animals" entdeckt und produzierte in der Folge ihre ersten beiden LP´s, die sich hervorragend verkauften.


1965 war die Organization den ganzen Januar mit der Chuck Berry-British-Tour unterwegs. Im gleichen Monat erschien vorab die Single zum Album "The Sound of ´65", welches im Februar auf den Markt kam. Die LP erhielt erstklassige Zeitungs-Kritiken, das Album selbst verkaufte sich schlecht.

Die folgende Single erschien im April 65, auch mit sehr guten Kritiken. Im selben Monat kam auch eine Single von Winston G. heraus, an der Graham und Ginger mitgearbeitet hatten. Winston hatte denselben Manager wie Graham Bond, Robert Stigwood.

Im Juli war die Gruppe in der Fernseh-Show "Ready Steady Go" vertreten, in der Graham Bond sein selbst erfundenes und konstruiertes Mellotron vorstellte, ein Keyboard mit dem authentische Streicher- und Bläsersätze erzeugt werden konnten.

Im Herbst erfolgte wieder die Teilnahme am 5. National Jazz & Blues Festival, der Auftritt wurde diesmal für das amerikanische Fernsehen aufgezeichnet. In dieser Zeit unterstützte die Graham Bond Organization die Gruppe "The Who"und auch andere Künstler bei Plattenaufnahmen im Studio.

Mittlerweile kam es vermehrt zu Uneinstimmigkeiten zwischen Ginger Baker und Jack Bruce, die im September 65 darin gipfelten, daß Ginger ein Messer zog und Jack Bruce damit bedrohte. Jack verließ daraufhin die Band und stieg nahtlos bei "John Mayall´s Bluesbreakers" ein, blieb aber nicht lange, um in der Band "Manfred Mann" weiter zu machen.


Als Ersatz für Jack stellte Graham Bond den nigerianischen Trompeter Mike Falana ein, den er bereits von den Auftritten mit dem "Johnny Burch Octet" kannte. Den fehlenden Bass übernahm Graham fortan mit den Keyboards.

Ende des Jahres wurden noch einige Titel im Platten-Studio aufgezeichnet. Das zweite Album, "There´s a Bond between us", erschien bei Columbia-Records im Dezember.


Die Besetzung blieb bis Mai 1966 bestehen, bis sich Ginger Baker entschloß, seine Mitarbeit in "The Graham Bond Organization" zu beenden.

Ginger Baker hatte im Mai 1966 einen Auftritt in Oxford mit "John Mayall´s Bluesbreakers", wo auch Eric Clapton tätig war. Im Juli 1966 verließ Clapton die Bluesbreakers, um mit Ginger Baker eine neue Band zu gründen. Ginger wollte Jack Bruce dabei haben und als Jack zusagte, war die neue Band gegründet -

"The Cream" - das erste Power-Trio der Geschichte.


John Hiseman spielte nach der Schulzeit (1963-64) in der "Wes Minster Five" in der auch Dave Greenslade (piano) und Tony Reeves (bass) dabei waren. Seine nächste Station war das "Don Rendell Quintet" (1964), 1965 fand sich John in dem "New Jazz Orchester". Es folgte im selben Jahr das "Mike Taylor Quartett", wo er wieder Tony Reeves traf. 1966 spielten John und Tony im "Peter Lemer Quintet".

John Hiseman nahm die Gelegenheit im Juli 1966 wahr, in die "Graham Bond Organisation" aufgenommen zu werden. Im Oktober verließ Mike Falana, die Band, die nun als Trio verblieb. Im Juni 1967 wurde die Gruppe durch den Gitarristen John Moorshead noch einmal auf ein Quartett erweitert. Im August verließen aber Dick Heckstall-Smith und Jon Hiseman die "Graham Bond Organization".


Dick Heckstall-Smith wechselte im August 1967 zu "John Mayall´s Bluesbreakers". Jon Hiseman ging in die Band von "Georgie Fame", im April 1968 wechselte er jedoch auch zu John Mayall. Hier traf er wieder auf seinen früheren Kollegen Tony Reeves aus der Zeit der "Wes Minster Five".

Jon Hiseman, Dick Heckstall-Smith und Tony Reeves verließen John Mayall am 14. Juli 1968, um die Gruppe "Colosseum" zu gründen.


Graham Bond besetzte seine "Organization" im August 67 noch einmal neu mit Ray Russell, Gitarre und Alan Rushton, Drums. Mit diesem Line-up ging die Band zu einem Konzert, an dem auch "Soft Machine" teilnahm, nach Frankreich.

Danach löste Graham Bond seine "Organization" im August 1967 auf. Nach der Scheidung von Diane hatte er keinen Unterhalt gezahlt und kam nun mit dem Gesetz in Bedrängnis. Irgendetwas mußte er nun unternehmen.

Fortsetzung - weiter unten


Die "Graham Bond Organization" war ein wichtiges Bindeglied in der Entwicklung des englischen R&B. Graham interpretierte eine Mischung zwischen Blues und Jazz-Rock, wobei die Rockmusik dominierte.

Alle englischen Blues-Musiker hatten Songs der schwarzen Blues-Sänger und -Musiker auf ihre Art gecovert (nachgespielt), die "Graham Bond Organization" war die erste Formation die eigene R&B-Titel komponierte und präsentierte. Mit ihrer innovativen Musik waren sie ihrer Zeit weit voraus und Vorbild für viele junge Musiker.

"He taught me, hands on, most of what I know about the Hammond organ" - Jon Lord (Deep Purple).


Graham Bond Trio
organ, sax, voc guitar bass, voc drums
Feb 63 Graham Bond Jack Bruce Ginger Baker

Graham Bond Quartet
Mar 63 Graham Bond John McLaughlin Jack Bruce Ginger Baker

Graham Bond Organization
organ, sax, voc tenor-sax bass, voc drums
Sep 63 Graham Bond Dick Heckstall-Smith Jack Bruce Ginger Baker

Graham Bond Organization
Apr 64 Graham Bond Dick Heckstall-Smith Jack Bruce Ginger Baker
organ, sax, voc tenor-sax trumpet drums
Sep 65 Graham Bond Dick Heckstall-Smith Mike Falana Ginger Baker
Jul 66 Graham Bond Dick Heckstall-Smith Mike Falana John Hiseman
Okt 66 Graham Bond Dick Heckstall-Smith guitar John Hiseman
Juni 67 Graham Bond Dick Heckstall-Smith John Moorshead John Hiseman
Aug 67 Graham Bond Ray Russell Alan Rushton

Graham Bond


Nach der Auflösung der Band und seiner Mißerfolge, seiner Geldnot und seiner Drogenabhängigkeit, wuchs seine Depression und Unzufriedenheit. Immerhin sah Graham die Erfolge all seiner Ex-Kollegen.

1968 lernte Graham Bond die Sängerin Diane Stewart kennen, die - ebenso wie er - dem Okkultismus zusprach. Nach einem Klinik-Aufenthalt zogen Graham und Diane Anfang 1968 nach USA, um dort den Erfolg zu suchen, den er in England nicht fand. Auf diese Weise entkam er auch den von Gerichtsseite geforderten Unterhaltszahlungen an seine geschiedene Frau.

Die Zusammenarbeit mit der holländischen Band "The Fool", die eigentlich aus Kunst-Designern bestand und auch dem Okkulten fröhnten, verlief chaotisch. Das Ergebnis war eine eine LP ohne Wert, "The Fool Album".

Graham machte auf Harvey Mandel´s LP "Christo Redemptor" mit, sowie auf Screaming Jay Hawking LP "What that is!". Ferner nahm er mit einigen Musikern von Jefferson Airplane als "Wade and the Renegades" Songs auf, die aber niemals erschienen. Er jammte mit Grateful Dead (es ist unklar, ob davon Aufnahmen erhalten sind) und er jammte mit Jimi Hendrix auf der Bühne und im Studio (auch hier sind die Aufnahmen bisher nicht aufgetaucht).

Bei den Aufnahmen zu einer Longplay von Dr.John (The Sun, Moon & Herbs) war Graham als Saxophonist tätig. Er nahm mit Drummer Hal Blaine die LP "Love is the Law" auf, alle anderen Instrumente spielte Graham selbst. Es folgte kurz darauf eine zweite LP.

1969 kehrte Graham nach England zurück, um sein Glück hier noch einmal zu versuchen. Das brachte ihn vorerst für kurze Zeit hinter Gitter. Danach formierte Graham eine neue Formation, "The Graham Bond Initiation", und er stand wieder auf der Bühne. Zur gleichen Zeit hatte er das Angebot seines Ex-Kollegen angenommen und wirkte auch in "Ginger Baker´s Airforce" mit. Beide Projekte lösten sich Ende 1970 auf.

1970 erschien Graham´s erfolgreichstes Album, "Solid Bond". Seine Kollegin Diane Stewart hatte Graham 1970 geheiratet, diese Ehe wurde 1972 geschieden.

Graham stellte die Band "Magick" zusammen, die nicht lange existierte, spielte eine Zeitlang in der Jack Bruce-Band, danach folgte eine Band zusammen mit Pete Brown. Mit dieser Formation wurde die LP "Two Hands are better then one" produziert. Eine weitere seiner kurzlebigen Bands hieß "Holy Magick", danach folgte "Magus" mit der Sängerin Carolanne Pegg. Diese Band hielt nur wenige Wochen.

1973 spielte Graham an der Seite einiger namhafter Musiker eine Rolle in dem Musik-Film "That´ll be the Day". Im gleichen Jahr hatte Graham den Songwriter/Gitarristen/Sänger Mick Lee kennengelernt, mit dem er auch auftrat.

Einige weitere Band-Projekte waren auf Grund von Graham´s Alkohol- und Drogen- Problemen nur kurzlebig, bzw. kamen nicht zustande.


Graham war seit 1967 widerholt mit dem Gesetz in Konflikt gewesen und hatte seit dieser Zeit auch mehrere Klinik- Aufenthalte hinter sich. Anfang 1974 war Graham Bond "trocken". Eine neue Band, in der auch Chris Wood (von Traffic) dabeisein sollte, kam aber nicht mehr zustande.

Graham Bond wurde am † 8. Mai 1974 von einer U-Bahn in der Londoner Underground-Station Finsbury Park überfahren. Graham konnte nur durch seine Fingerabdrücke erst nach mehreren Tagen indentifiziert werden. Er war 36 Jahre alt geworden.


Graham Bond spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung des britischen Blues-Rock, es gelang ihm aber nie, gute kommerzielle Erfolge zu erzielen. Ursprünglich ein Alt-Saxophonist, erhielt er 1961 den Titel "Britain´s New Jazz Star" (Melody Maker). Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten am Keyboard und seine Innovationen mit Hammond und Mellotron konnte er nicht gewinnbringend umsetzen, obwohl ihm die Presse stets erstklassige Kritiken ausstellte. Seine Band "Organization" veröffentlichte zwei LP´s und einige Singles.

Aber immerhin, Graham Bond´s Bands wurden immer als die besten in London gelobt und gehandelt. Graham selbst als einer der besten Alt-Saxophonisten und Organisten Englands- und dies ungebeugt bis zu seinem Ableben. Seine Mitmusiker gehörten stets zur besten Auswahl, die England zur Verfügung hatte und auch seine Engagements beinhalteten die besten Events.

Von Zeitzeugen und Fachleuten wird Graham Bond in einem Atemzug mit Alexis Korner und Cyril Davies als "Väter des British Blues" genannt, was seinen Stellenwert in der englischen Musik der 60er betont.


Zwei Musiker aus seiner Band, Jack Bruce und Ginger Baker, formierten kurz nach deren Ausstieg das erste Power-Trio der Welt, "The Cream", die in ihrer kurzen Zeit immense Erfolge feierten.

Dick Heckstall-Smith und Jon Hiseman, die sich in Graham Bond´s Band kennengelernt hatten, gründeten kurz nach deren Ausstieg eine der besten Jazz-Rock-Formationen, "Colosseum".

Dick Heckstall-Smith verstarb † 17.Dezember 2004 an Krebs.
Jack Bruce verstarb † 25.Oktober 2014 an einem Leberleiden.


The Fool
Graham Bond Simon Posthuma Marijke Koger Josje Leeger

Graham Bond
voc, sax, org guitar bass drums voc, perc
1969 Graham Bond Harvey Mandel Max Bennett Eddie Hoh Diane Stewart

Graham Bond´s Initiation
voc, sax, org tenor-sax vocal, perc perc bass drums
Sep 69 Graham Bond Dave Usher Diane Stewart Dave Sheen Dave Howard Keith Bailey
Jan 70 Graham Bond Dave Usher Diane Stewart Nigel Taylor Keith Bailey
Mar 70 Graham Bond Dave Usher Kevin Stacey Keith Bailey

Ginger Baker´s Airforce
drums organ, vocal guit, vocal bass, violin percussion vocals tenor, flute alto sax
Nov 69 Ginger Baker
Phil Seaman
Steve Winwood Denny Laine Rick Grech Remi Kabaka Jeanette Jacobs Chris Wood
Harold McNair
Graham Bond
Apr 71 Ginger Baker Graham Bond Denny Laine Colin Gibson Neemoi Acquaie Catherine James
Aliki Ashman
Diane Stewart
Steve Gregory
Harold McNair
Bud Beadle

Magick
voc, alt, org tenor, flute vocal, perc guitar bass drums perc
Apr 71 Graham Bond Steve Gregory Diane Stewart Harold Williams Philip Chen John Weathers Gasper Lawal
Graham Bond Steve Gregory Diane Stewart Harold Williams Philip Chen Reg Isadore Gasper Lawal
Aug 71 Graham Bond Diane Stewart Harold Williams Terry Poole John Weathers Gasper Lawal

Jack Bruce & Friends
bass, vocal alt-sax, organ guitar, organ tenor-sax drums
1971 Jack Bruce Graham Bond Chris Spedding Art Themen John Marshall

Bond & Brown
alt-sax, organ, vocal trumpet, vocal vocal, perc sopran-sax bass drums
Jan 72 Graham Bond Pete Brown Diane Stewart Dave Thompson Lyle Harper Ed Spevock
guitar Lyle Harper Ed Spevock
Jun 72 Graham Bond Pete Brown Diane Stewart Derek Foley Lyle Harper Lyle Harper

Magus
alt-sax, organ, vocal vocal, perc guitar bass drums
Okt 73 Graham Bond Carolanne Pegg Brian Holloway Pete McBeth Paul Olsen

Die Daten und Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch nicht auf absolute Richtigkeit.

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