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The Ordettes - The Del Capris


Patricia Louise Holte (LaBelle), geb. am 24.Mai 1944 in Philadelphia, Pennsylvania. Wie viele Schwarze ihrer Zeit, sang auch sie im Kindesalter in der Baptist-Kirche und später im Kirchenchor.

In ihrer Schulzeit wurde sie von einem Lehrer gebeten, für eine Schulaufführung eine Gesansgruppe zusammenzustellen. Beeinflußt durch berühmte Girl-Groups, sowie Sängerinnen formierte Patricia mit drei Mitschülerinnen ein Gesangsquartett mit dem Namen "The Ordettes". Im Jahre 1959 mußten zwei der Mit-Sängerinnen aufhören, da deren Eltern es für wichtig erachteten, sich um deren Schulausbildung zu kümmern.


Nona Hendryx, geb. am 9.Oktober 1944 in Trenton, New Jersey. Ihre Familie zog Mitte der 50er nach Philadelphia, Pennsylvania.

Sandra Dash, geb. am 18.August 1945 in Trenton, New Jersey. Sie sangen in der kurzlebigen Vocal-Formation "The Del-Capris".


Sundray Tucker, geb. am 23. März 1948, war seit der Gründung der Ordettes dabei. Als zwei der Original "Ordettes" nun gingen, holten Patricia und Sundray die zwei Sängerinnen Nona und Sandra von den "Del Capris" zu ihrer Gruppe.

1961 mußte auch Sundray Tucker in der Group aufhören, da ihren Eltern auffiel, ihre Schulleistungen hätten sich verschlechtert.

Patricia kontaktierte ihre frühere Freundin Cindy Birdsong, die daraufhin ihre College-Ausbildung verließ und bei "The Ordettes" einstieg.


Cindy Birdsong, geb. am 15.Dezember 1939 in Mount Holly, war zu diesem Zeitpunkt mit 20 Jahren die Älteste in der Formation. Patricia war 16, Nona 15, Sarah 14.

Nachdem die Girl-Group über ein Jahr lang an diversen Talentshows teilgenommen hatte, erhielten sie 1962 das Angebot, bei Harold Robinson (Newtown-Records) vorzusingen. Unter der Bedingung, daß die Group ihren Namen änderte, erhielten sie ihren ersten Plattenvertrag. Eine Filiale der Plattenfirma war Blue Belle Records, also hießen sie fortan "The Bluebells".

Blue Belles - Patti LaBelle & Her BlueBelles


1962 führte Robinson eine Aufnahme-Session mit "The Starlets", einer Girlgroup aus Chicago, die bereits bei Pam Records unter Vertrag stand. Als eine ihrer Singles im selben Jahr in den Hit-Charts auftauchte, veröffentlichte Harold Robinson in aller Eile eine Single aus deren Session. Um Lizenzproblemen aus dem Weg zu gehen, erschien "I Sold My Soul To The Junkman" nun als von "The Blue Belles".

Die Single kam in die Top Twenty, Robinson verlor ein Gerichtsverfahren und mußte fünftausend Dollar an jede der fünf Starlets zahlen. Da es nun auch rechtliche Probleme mit dem Namen "Blue Belles" gab, änderte Robinson Patricia´s Namen in Patti La Belle, folglich hieß die Doo-Wop-Group nun "Patti La Belle And Her Bluebells".


Nachdem diese im New Yorker "Apollo Theatre" sehr erfolgreiche Auftritte hatten und James Brown mit seinem Album "Live At The Apollo" hoch in den Charts war, nahm Robinson die Girls in dieser Location Live auf. Das Album erschien 1963 mit dem Titel "Sweethearts Of The Apollo", aber es blieb ebenso wie ein weiteres Album mit Weihnachtssongs erfolglos.

Nach weiteren glücklosen Platten wechselten "The Bluebells" zu dem erfolgreicheren "Cameo Parkway Records. Hier wurde ihre Single "Down The Aisle" zu einem Top Forty Hit. 1964 gelang ihnen ein weiterer Top Forty Hit mit "You´ll Never Walk Alone". Während die Gruppe laufend in Clubs auftrat, erschien ihr drittes Album, wieder ein Live-Mitschnitt im Apollo-Theatre, das dem Präsidenten und Eigner von Atlantic Records, Ahmet Ertegun in die Hände fiel.


1965 zeichnete die Girl-Group einen Vertrag bei Atlantic Records unter dem veränderten Namen "Patti LaBelle & The Bluebelles". Bald danach erschienen das Album "Over The Rainbow", sowie zwei Single-Auskopplungen, "All Or Nothing" und "Over The Rainbow". Die nationalen Plattenverkäufe dafür setzten während einer Tournee als Vorprogramm der Rolling Stones ein. Es folgte eine Tour nach England, bei der sie von Reggie Dwight´s (Elton John) Band "Bluesology" begleitet wurden.


In dieser Phase begann das Quartett auch als Session-Group zu arbeiten, sie sind z.B. als Background-Singers zu hören auf Wilson Pickett´s Hit Single "634-5789". Ihr zweites Atlantic-Album, "Dreamer", sowie deren Auskopplungen waren gerade erschienen, als "Patti LaBelle & The Bluebelles" einen Rückschlag erlitten.

1967 bekam Cindy Birdsong das Angebot, Florence Ballard bei "The Supremes" zu ersetzten. Die Plattenfirma setzte daraufhin alle Promotion Ausgaben aus, worauf die Plattenverkäufe stagnierten. "The Bluebelles" blieben fortan ein Trio.

Just zu dieser Zeit erschienen neben der "British Invasion" mit "Aretha Franklyn", "Sly & The Family Stone", "Jimi Hendrix Experience" neue Stilrichtungen der Populär-Musik. Der bisherige Stil der Bluebelles, der aus Gospel, Doo-wop, R&R bestand, geriet zunehmend aus der Mode. Die Erfolge ließen nach, "The Bluebelles" sanken auf einen Tiefpunkt und mußten letztendlich jede Auftrittsmöglichkeit, die sie bekamen, annehmen.

1970 flogen "The Bluebelles" aus ihrem Vertrag mit Atlantic-Records raus und auch ihr langjähriger Manager beendete die Zusammenarbeit mit ihnen.


Auf eine Empfehlung von Dusty Springfield übernahm Vicki Wickham aus London, mit dem die Girls während deren England-Tour 1966 zusammengearbeitet hatten, deren Management. "Patti LaBelle & The Bluebelles" reisten für sechs Monate nach England.

Wickham änderte zuerst deren Namen in "LaBelle", stattete sie mit flippiger Kleidung aus und stellte ihnen die Aufgabe, ihren Stil mit Rock-Einflüssen zu versehen, änderte sozusagen ihr komplettes Image.

Zurück in USA gingen "LaBelle" einen Vertrag mit Track Records ein. Ein Album erschien 1971, die Gruppe ging bald mit "The Who" auf Tournee. 1972 erschien das nächste Album des Trios. Nachdem ihre Plattenverkäufe aber mäßig verliefen, wurden sie aus ihrem Plattenvertrag entlassen. "LaBelle" gingen 1973 bei RCA unter Vertrag, aber auch hier blieben ihre Neuerscheinungen erfolglos.

Managerin Wickham änderte erneut das Image von "LaBelle", die nun in Glam-Rock Kostümen erschienen. Sie traten als Vorgruppe während der Rolling Stones US-Tounee auf. 1974 mußten sie sich erneut nach einem Plattenlabel umsehen, diesmal unterzeichneten sie bei CBS Records.


Allan Toussaint produzierte "Labelle´s" nächstes Album "Nightbirds", das im September 74 erschien. Im Oktober erfolgte "LaBelle´s" historisches Konzert in New Yorks Metropolitan Opera. Es war das erste Mal, daß eine Formation mit moderner Musik auf dieser Bühne auftrat. Mit dem Erfolg dieses Konzerts sprangen die Verkaufszahlen ihrer Schallplatten in die Höhe.

Die kurz darauf erschienene Single "Lady Marmalade" stieg im März 1975 in den Charts an den Spitzenplatz 1 und wurde weltweit zu einem Smash-Hit und einem Millionen-Seller. Daraufhin gingen "LaBelle" auf eine internationale Tournee, gefolgt von ihrem nächsten Album, welches sich wieder mittelmäßig verkaufte. Ebenso erging es dem Folgealbum 1976.

Das Trio hatte sich mittlerweile musikalisch voneinander entfernt. Patti wollte ihre Balladen von früher singen, Nona neigte zu Glam-Rock und Sarah wünschte, die Gruppe solle mehr Disco-Music machen. Nachdem Nona im Dezember 1976 während einem Konzert einen Nervenzusammenbruch erlitt, einigten sich die drei Damen Anfang 1977, "LaBelle" aufzulösen.

Jede von Ihnen wollte es mit einer Solo-Karriere versuchen, Patti LaBelle wurde damit die Erfolgreichste.

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Die Gruppe "Patti LaBelle and The Bluebelles" sollen den besten Satzgesang aller Girl-Groups der 60er gehabt haben, trotzdem waren sie weniger erfolgreich als manch andere. Als "LaBelle" nannte man sie die beste weibliche Gruppe der 70er.

Patti LaBelle wurde wegen ihres Gesanges und ihres Tonumfangs oftmals als beste Soul-Sängerin aufgeführt. Sie führte im Laufe der Zeit die Titel "Godmother of Soul", "Queen of Rock and Soul" und weitere.

Patti, Nona und Sarah leisteten in Gospel, Doo-wop, Soul-Funk, Glam-Rock und Disco Pionierarbeit, die andere Stars später zu Erfolg führte. Sie beeinflußten viele Künstler in Musik, Kleidung, Auftreten, wie z.B. "En Vogue", "Destiny´s Child", "The Pussycat Dolls" und andere. George Clinton kopierte z.B. den Kleidungsstil für seine Band "Funkadelic".

Der Song "Lady Marmalade" wurde oftmals gecovert. Die erfolgreichste Version erschien 2001, gesungen von Christina Aguilera, Pink, Mia und Lil´ Kim, sie brachte den Sängerinnen einen Grammy ein.


Cindy Birdsong begann 1967 als Ersatz für die ausgestiegene Florence Ballard bei "The Supremes" zu singen. Sie beendete ihren Einsatz dort wegen ihrer Schwangerschaft im April 1972. Cindy wurde ersetzt von Lynda Lawrence, der jüngeren Schwester von Sundray Tucker. Birdsong kam Ende 1973 wieder zurück zu "The Supremes" und stieg im Februar 1976 endgültig aus.

Birdsong trat 1983 mit Diana Ross und Mary Wilson für einen One-Night Auftritt zu Motown´s 25. Jubiläums-TV-Special auf.

1987 begann Birdsong wieder Platten aufzunehmen.
1999 gab es eine Reunion der original "Bluebelles" (Patti, Cindy, Nona, Sarah) zur Verleihung des "R&B Foundation Award".


Sundray Tucker stieg 1967 bei "The Three Degrees" ein. Sie war 1969 und 1976 bei Tourneen und Plattenaufnahmen von Stevie Wonder beteiligt. 1970 wurde Sundray Lead-Sängerin bei Ernie Terrell & The Heavyweights.

1993-96 sang Sundray bei FLOS (Formerly Ladies of The Supremes), einer Reunion-Group von Sängerinnen der Supremes.


The Ordettes
1958 Patricia Holte Sandray Tucker ??? ???
1959 Patricia Holte Sandray Tucker Wynona Hendryx Sarah Dash
1961 Patricia Holte Cindy Birdsong Wynona Hendryx Sarah Dash

The Bluebells
1962 Patsy Holte Cindy Birdsong Nona Hendryx Sarah Dash

The Blue-Belles
1962 Patsy Holte Cindy Birdsong Nona Hendryx Sarah Dash

Patti La Belle & Her Blue Belles
1962 Patti La Belle Cindy Birdsong Nona Hendryx Sarah Dash

Patti LaBelle and The Bluebelles
1965 Patti LaBelle Cindy Birdsong Nona Hendryx Sarah Dash
1967 Patti LaBelle Nona Hendryx Sarah Dash

LaBelle
1971 Patti LaBelle Nona Hendryx Sarah Dash

Solo-Karrieren


Bei Patti stellten sich die ersten Erfolge erst ab 1980 ein. 1982 gelang ihr ein Platz 14 in den Charts, der Song brachte ihr eine Grammy-Nominierung ein. 1983 erhielt sie ihre erste "Goldene" für ein Album. 1986 erreichte eine ihrer Singles Platz 1 der Charts.

1991 erhielt Patti für das Album "Burnin" eine "Goldene", sowie einen Grammy für die beste "R&B Female Vocal Performance". Zu diesem Album kam das Trio "LaBelle" erstmals zu einer Reunion zusammen, ein aufgenommer Titel ist im Album enthalten. Eine weitere Reunion gab es 1995 zur Aufnahme einer Single, die in den Dance Charts Platz 1 erreichte.

1998 erhielt Patti ihren zweiten Grammy für das Album "Live One Night Only". Insgesamt war sie 13 Mal für einen Grammy nominiert. Sie erhielt eine ganze Menge weiterer Ehrungen.

Patti tauchte immer wieder in der Öffentlichkeit auf, ob in Fernsehshows, zum Starauftritt des Super-Bowl 1995, oder als TV- und Film-Schauspielerin. 2008 erfolgte die nächste Reunion mit Nona und Sarah, sie veröffentlichten ein gemeinsames "LaBelle"- Album, das erste nach 32 Jahren.


Nona Hendryx hatte mit ihren ersten Solo-Platten wenig Erfolg, sie erschien als Background-Sängerin z.B. auf Dusty Springfield Songs oder auf Tourneen der "Talking Heads". In den 80ern gelangen ihr einige mittlere Plattenerfolge und sie sang in all den Jahren mit zahlreichen bekannten Namen.

Nona war mit ihren Kompositionen erfolgreicher. Sie schrieb z.B. den Titel "Winning", der ein Hit für Santana wurde. Ein anderer Song von Nona war "Rock This House", den sie 1985 mit Keith Richards (Stones) aufnahm. Für den Song erhielt sie eine Grammy-Nominierung.

Schließlich trat sie auch als Schauspielerin in einer guten Anzahl von Filmen auf. Sie schrieb sogar ein Film-Script, das verfilmt wurde. Außerdem schrieb sie ein Kinderbuch.


Von Sarah Dash erschienen einige Schallplatten, die wenig erfolgreich waren. Auch sie erschien als Background-Sängerin auf Platten anderer Stars.

Ende der Siebziger tauchte Sarah in einer ganzen Reihe von TV- und Kino- Filmen als Schauspielerin auf.

Ihre Disco-Single "Lucky Tonight" erreichte 1983 in den Dance-Charts einen fünften Platz.

1988 wurde Sarah von Keith Richards (Stones) engagiert, an seiner Tour als Background-Sängerin teilzunehmen. Dem folgte eine weitere Tournee mit "Richard´s X-pensive Wings", schließlich Aufnahmen zu zwei von Richard´s Alben und einem der Stones.

1990 baute Sarah ihre eigene Show auf und tingelte mit mehr jazz-orientierter Musik durch die Lande.


Singles als Bluebelles

US-Pop

US-R&B

US-Dance

GB
1962 I Sold My Heart To The Junkman (Gesang: The Starlets) (Newtown) 15 13
1962 I Found A New Love (Newtown) 122
1962 Tear After Tear (Newtown)
1963 Cool Water (Newtown) 127
1963 Decatur Street (Newtown)
1963 Down The Aisle (The Wedding Song) (Parkway) 37 14
1964 You´ll Never Walk Alone (Parkway) 34 32
1964 One Phone Call (Will Do) (Parkway)
1964 Danny Boy (Parkway) 76
1965 All Or Nothing (Atlantic) 68
1966 Over The Rainbow (Atlantic)
1966 Ebb Tide (Atlantic)
1966 I´m Still Waiting (Atlantic) 36
1966 Take Me For A Little While (Atlantic) 89 36
1967 Always Something There To Remind Me (Atlantic) 125
1967 Dreamer (Atlantic)
1967 Oh My Love (Atlantic)
1968 Wonderful (Atlantic)
1969 Dance To The Rhythm Of Love (Atlantic)
1969 Pride´s No Match For Love (Atlantic)
1970 Trustin´ In You (Atlantic)

Singles als LaBelle
1971 Morning Much Better (Warner Bros.)
1972 It´s Gonna Take A Miracle (mit Laura Nyro) 103
1972 Moon Shadow (Warner Bros.)
1972 Ain´t It Sad It´s All Over (Warner Bros.)
1973 Open Up Your Heart (RCA)
1973 Sunshine (Woke Me Up This Morning) (RCA)
1974 Lady Marmalade (Epic) 1 1 8 17
1975 What can I Do For You? (Epic) 48 8 8
1975 Messin´ With My Mind (Epic) 19
1975 Far As We Felt Like Goin´ (Epic) 99
1976 Get You Somebody New (Epic) 102 50
1976 Isn´t It A Shame (Epic) 18
1995 Turn It Out (MCA) 1
2008 Roll Out (mit Wyclef Jean) (Verve)
2008 Superlover (Verve) 62 8

Alben als The Bluebelles

US-Pop

US-R&B
1963 Sweethearts Of The Apollo (Newtown)
1963 Sleigh Bells, Jingle Bells & Bluebelles (Newtown)
1965 The Bluebelles On Stage (Cameo-Parkway)
1966 Over The Rainbow (Atlantic) 20
1967 Dreamer (Atlantic)

Alben als LaBelle
1971 Labelle (Warner Bros.)
1971 Gonna Take A Miracle (mit Laura Nyro) (Columbia) 46 41
1972 Moon Shadow (Warner Bros.) 42
1973 Pressure Cookin´ (RCA)
1974 Nightbirds (Epic) 7 4
1975 Phoenix (Epic) 44 10
1976 Chameleon (Epic) 94 21
2008 Back To Now (Verve) 45 9

Die Daten und Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch nicht auf absolute Richtigkeit.

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