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Supergroups + Power Trios


Glaubt man den Berichten in Musikjournalen, oder sonstigen Medien, so tauchten die ersten Supergroups Ende der 60er auf. Beim Betrachten der Musikgeschichte ergibt sich aber ein anderes Bild.

Vor allem das Verständnis des Begriffes "Supergroup" spielt hier eine wesentliche Rolle. Die Meisten verstanden unter dieser Bezeichnung das Entstehen einer Gruppe, die etwas noch nie Dagewesenes, etwas das alle Hitparaden stürmt, kreierte. Von solchen Supergroups gab es viele, die aber in Vergessenheit gerieten, sobald ein neuer Musikstil in Erscheinung trat.

Das Kapitel Supergroups könnte mit Glenn Miller beginnen, oder einer Formation vor seiner Zeit. Wir beginnen dieses Kapitel der Musikgeschichte in dieser Website mit dem Anfang unserer Popular-Musik (Blues, Beat, Rock), Anfang 1960. Und, die Zahl der aufgeführten Supergroups ist auf einige wenige begrenzt, da der Begriff "Supergroup" ansonsten sein Ziel verfehlt hätte.

Alexis Korner´s Blues Incorporated (1961-67)


AlexisKorner
"Alexis Korner´s Blues Incorporated" soll diese Liste eröffnen. Alexis vertrat den traditionellen Blues schon Mitte der 50er, als sich noch niemand in England damit befaßte. Seiner jahrelangen Ausdauer ist es zu verdanken, daß sich der "British Blues" entwickeln konnte - und somit unsere moderne Musik.

Mit der Gründung der "Blues Incorporated" formierte Alexis Korner die erste "Supergroup" einer neuen Musikrichtung, des R&B. Supergroup deshalb, weil Alexis zur Besetzung der Band die besten Musiker engagierte, die damals zur Verfügung standen. Und- die Besetzung der Band wechselte stetig.

Verfolgt man die Geschichte der Musiker, die diese Band durchliefen, bemerkt man, daß fast jeder von ihnen, der nicht ohnehin schon namhaft war, sich zumindest später einen großen Namen machte.

Über "Alexis Korner´s Blues Incorporated" wurde bereits im Kapitel Blues ausführlich berichtet

The Graham Bond Organization (1963-68)


GrahamBond
Man kann nicht alle Gruppen, die aus "Alexis Korner´s Band hervorgingen eine Supergroup nennen. Aber eine davon sicher, "The Graham Bond Organization".


Beim Nennen der Erst-Besetzung der Gruppe fällt sofort das fantastische Line-up der Band auf (Graham Bond, Jack Bruce, Ginger Baker, John McLaughlin). Nennt man weitere Namen (Dick Heckstall-Smith, Jon Hiseman), kann man nur erahnen, welch musikalisches Potential die Band hatte. Kein Wunder, daß sich aus dieser Band große Formationen entwickelten.


Graham Bond´s Band gelang nie der große Erfolg, der Grund hier für mag darin liegen, das ihre Musik der Zeit um Jahre voraus war.

Über "The Graham Bond Organization" wurde bereits im Kapitel Blues ausführlich berichtet

The Yardbirds (1963-68)


Yardbirds Als R&B-Group 1962 in Zeiten des Blues-Booms gegründet, nahm die Band 1963 den Namen "The Yardbirds" an, etwa zu der Zeit, als Eric Clapton in die Formation einstieg.

1965, als Clapton seine Zukunft bei John Mayall sah, gelang es den "Yardbirds" den jungen Jeff Beck als Lead-Gitarristen zu gewinnen, mit dem die Band ihre erfolgreichste Zeit hatte.

Bald darauf entschloß sich die Formation, einen besseren Bassisten einzustellen, dies sollte Session-Musiker Jimmy Page sein. Jimmy wechselte aber bald zur Gitarre, worauf Jeff Beck die Formation verließ. Mit nachlassendem Erfolg sprang ein Musiker nach dem anderen ab, bis Jimmy Page sich nach neuen Kollegen umschauen mußte, es entstanden 1968 aus "The New Yardbirds" "Led Zeppelin".

Zu Zeiten des Bestehens der "Yardbirds", sprach noch niemand von einer Supergroup. Der Umstand, daß drei der weltbesten Rock-Gitarristen hier mitgespielt hatten, die später alle Welterfolge feierten, machte "The Yardbirds" im Nachhinein zur Supergroup.



John Mayall´s Bluesbreakers (1963-70)


JohnMayall
John Mayall gründete seine Bluesbreakers 1963 mit der Hilfe Alexis Korner´s.

Was diese Gruppe zur Supergroup macht, war zum einen die Fähigkeit John Mayall´s, aus ihr eine richtungsweisende Blues-Band Englands zu machen. Zum anderen aber die große Anzahl der erstklassigen Musiker, die im Laufe der Zeit bei "The Bluesbreakers" mitspielten.

Der wahrscheinlich populärste "Bluesbreaker" war Eric Clapton, der 1965 von den Yardbirds kommend, die Band 1966 schon wieder verließ.

Von den vielen Musikern, die hier mitspielten, beschritten die meisten später den großen Erfolgsweg.

"John Mayall´s Bluebreakers" wurden nie als Supergroup bezeichnet, verdient hätten sie dies aber mehr als viele andere.


Long John Baldry (1964-67)


LongJohnB
Eine weitere Band, die aus Alexis Korner´s Schule kam, waren die Formationen um Long John Baldry.

Hervorgegangen aus "Cyril Davis´s R&B All Stars", profitierte Long John Baldry von einer Besetzung erstklassiger Musiker. Und auch nach personellen Veränderungen gelang es "Long John" immer wieder, hervorragende Besetzungen zu formieren.

Bei ihm spielten zeitweise, um nur die namhaftesten zu nennen, Rod Steward, Julie Driscoll, Brian Auger, Elton John. Erstaunlicherweise hieß ein 1965 veröffentlichtes Album seiner Band "Steampacket-The First Supergroup".


Auch Baldry´s Besetzungen gelang nie der große Durchbruch, seinen größten Erfolg feierte er als Solist 1967.

Über "Long John Baldry" wurde bereits im Kapitel Blues ausführlich berichtet.

The Move (1965-72)


Move Diese Band wurde wahrscheinlich als Erste- oder Einzige- gezielt als Supergroup formiert. Die Musiker stammten ausnahmslos aus Birmingham, spielten seit Jahren in verschiedenen Gruppen, kannten sich aber alle.

Als der noch unbekannte David Bowie bei einem Aufenthalt in Birmingham einige Bands hörte, vertrat er die Meinung, einige der Musiker sollten eine neue Band gründen. Sozusagen eine Supergroup, bestehend aus den besten Musikern dieser Bands.

Damit war die Gruppe "The Move" im Jahre 1965 gegründet, eine Band aus hervorragenden Musikern, die schnell ihren Erfolg fanden.

In den sieben Jahren ihres Bestehens gab es allerdings einige Musikerwechsel, bevor aus der Gruppe 1972 das noch erfolgreichere "Electric Light Orchestra" hervorging.

"The Move" wurden schon zu ihrer Gründung als Supergroup bezeichnet.



The Cream (Juni 66-Nov.68)


CreamFresh Jack Bruce hatte mit Ginger Baker schon bei Alexis Korner und danach bei Graham Bond gespielt.

Bei John Mayall war Jack Bruce nur für kurze Dauer, hier arbeitete er mit Eric Clapton zusammen. Schon kurze Zeit später ergab sich die Möglichkeit der Zusammenarbeit von Bruce, Baker und Clapton.

"The Cream", das erste Power-Trio der Welt formierte sich 1966. Und schon mit den Ankündigungen in der Musik-Presse wurde die Band als Supergroup gehandelt. Die folgenden Monate wurden "The Cream", sei es auf Schallplatte, Konzert, oder wo es sonst noch ging, bis zum letzten vermarktet.

Die Auflösung der Band erfolgte 1968, nach zweieinhalb Jahren, Sie hatten in dieser Zeit 35 Millionen Alben verkauft.

"The Cream" blieb als Supergroup eine Ausnahme-Erscheinung, sie ist bis heute "Die Supergroup" geblieben.



The Jeff Beck Group (Feb. 67-69)


JeffBeck
Als zweiter der Yardbirds-Super-Gitarristen formierte Jeff Beck seine Supergroup.

Bestehend aus erklassigen Musikern und dem damals weitgehend unbekannten Sänger Rod Stewart, wurde auch diese Band bereits im Vorfeld von den Medien zur Supergroup hochstilisiert.

1967 entstanden, 1969 aufgelöst, produzierte "The Jeff Beck Group" zwei großartige Alben. Stilistisch gab Jeff Beck darauf bereits die Musik von Led Zeppelin, die allerdings erst ein Jahr später entstanden, vor.


Eine Neubesetzung der "Jeff Beck Group" fiel 1972 auseinander und führte zur Gründung von Beck, Bogert & Appice- einem Power-Trio, das aber nur wenig Beachtung fand, und sich daher nach kurzer Dauer wieder auflöste.


The Jimi Hendrix Experience (März 67-Sept.70)


JimiHendrix Von dem Animals-Bassisten Chas Chandler entdeckt und gemanaged, begann Jimi Hendrix seinen Erfolgsweg in England.

Weniger durch Medien, als durch seine verblüffenden Auftritte, seine musikalischen Fähigkeiten, sprach sich sein Name wie ein Lauffeuer in der gesamten Musikwelt herum.

Das Power-Trio wurde 1967 gegründet, 1969 in "Gypsy Sun & Rainbows" umformiert, hieß später "Band of Gypsys" und schließlich wieder "Jimi Hendrix Experience". Die Band endete mit Hendrix Ableben † im September 1970.

Sein Gitarrenspiel war bahnbrechend und wirkt bis heute einzigartig. Es entstanden vier Alben, davon ein doppeltes. Nach seinem Tode erschienen zahlreiche weitere Alben, viele davon live aufgenommen.

"The Jimi Hendrix Experience", das wahrscheinlich einflußreichste Power-Trio aller Zeiten.



Crosby, Stills & Nash (1968-80)


CrosbyStillsNash
Nach dem Rauswurf von den Byrds und dem Ende von Buffalo Springfield einigten sich David Crosby und Stephen Stills zu einer Zusammenarbeit. Um etwas wirklich Großes zu formieren, sollte ein großes Talent gewonnen werden.

Während der US-Tournee der Hollies bot sich ein solches an. Bei einem Zusammentreffen mit Graham Nash konnte dieser der Aussicht nicht wiederstehen, Teil einer "Supergroup" zu werden.

So wurde es auch, das Trio "Crosby, Stills & Nash" schlug mit ihrem frischen, klaren Folk-Rock bei dem Woodstock-Festival voll ein. Das Trio, das zeitweise durch Neil Young verstärkt wurde, fuhr in den nächsten Jahren bis zu ihrer Trennung riesige Erfolge ein.

Seither gab es einige kurzfristige Cooperationen der drei Musiker, denen eins geblieben ist, sie genießen bis heute den Status von Legenden.


Led Zeppelin (1968-80)


Led-Zeppelin
1968 aus den Yardbirds entstanden, wurde auch diese Formation von Anfang an in den Medien als "Supergroup" gehandelt. Jimmy Page, der dritte Super-Gitarrist der Yardbirds, hatte "Led Zeppelin" mit einem hervorragenden Line-up aus der Taufe gehoben.

In den folgenden Jahren konnte die Band ihren Ruf als Supergroup nicht nur behaupten, sie entwickelte sich zu der bedeutendsten Hard-Rock-Gruppe der Geschichte. Sie gelten als Wegbereiter des Heavy Metal und des Grunge. Bis zum Ende der Band im Jahre 1980 veröffentlichten sie 10 Alben, deren Verkaufszahlen bis heute bei 300 Millionen Alben liegen.


Das Ende von "Led Zeppelin" erfolgte durch das Ableben John Bonham´s † 1980, des Drummers der Truppe.


Emerson, Lake & Palmer (Aug. 70-76)


EmersonLakePalmer
Keith Emerson hatte seine Band "The Nice" aufgelöst, um eine weitere "Supergroup" zu gründen. Mit Greg Lake am Bass und Carl Palmer gelang ihm dies auch.

"Emerson, Lake & Palmer" wurde von den Medien auch schon im Vorfeld als Supergroup angekündigt.

Mit einer Mischung von Klassik, Rock, Jazz und experimentellen Synthesizer-Effekten war die Gruppe weltweit während ihrer gesamten Laufzeit überaus erfolgreich. Die Auflösung der Band erfolgte 1978.

Danach gab es mehrere versuchte Wiedervereinigungen, die die alten Erfolge aber nicht wieder zurückholen konnten.


Asia


/Asia
Asia wurde 1981 gegründet mit dem Ziel, mit einigen hochanerkannten Musikern eine erfolgreiche Supergroup zu formieren.

Geoff Downes, Steve Howe, Carl Palmer und John Wetton sollten dies verwirklichen. Ein erstes Album verkaufte sich bombig. Das zweite nur noch halb so oft. Die Konzert- Tourneen waren hastig mit Fehlplanungen zustande gekommen. Die Live-Auftritte brachten nicht das Ergebnis, das man sich vorgestellt hatte.

Zu einem dritten Album sollte es vorerst nicht kommen, die Band platzte. Mit neuen Musikern wurden mehrere Neustarts versucht. Seit 1989 existierte die Group wieder, mit häufig wechselnden Musikern. Eine Reunion der Original-Musiker kam erst 2006 zustande.

Obwohl "Asia" an die 40 erstklassige Alben produziert hatte, ihren geplanten Status als Supergroup konnten sie nie richtig unter Beweis stellen.



The Traveling Wilburys


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Mit den bisher genannten dreizehn "Supergroups" endet die Aufzählung eigentlich, wäre da nicht eine Formation gegründet worden, die "The Last Supergroup" genannt wurde:

"The Traveling Wilburys" entstanden durch einen Zufall. George Harrison mußte für sein Plattenlabel "auf die Schnelle" noch einen Song einspielen. Dabei halfen ihm einige Musiker aus, die gerade greifbar waren.

Bob Dylan, Jeff Lynne, Tom Petty, Roy Orbison, was für eine Besetzung. Dies befanden auch die Plattenfirmen der einzelnen Musiker, die sie bestärkten, als Gruppe ein Album zu produzieren. Letztendlich entstanden sogar zwei sehr erfolgreiche Alben.

Eine Weiterarbeit dieser Formation wurde durch das plötzliche Ableben † Roy Orbison´s und den später folgenden Tod † George Harrison´s verhindert.



Um weitere große Formationen der Rock-Musik aufzuzeigen, sind im nächsten, letzten Kapitel einige namhafte Bands und Interpreten, die bisher nicht genannt wurden, sowie einige der bekanntesten frühen Rock-und Hard Rock- Bands aufgeführt.

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