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Münchner Gala Orchester - und weitere Bands

MGO (Sextett)


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Nach dem Ausstieg zweier Kollegen standen wir vier restlich verbliebenen wieder am Anfang.


Es war mir gelungen, mit einem Impressario ins Geschäft zu kommen, von dem wir einige Auftritte erwarten konnten.

Für das erste Engagement standen wir im prachtvollen Saal des Hotels Penta in
Wiesbaden auf der Bühne.

Wir begleiteten als Stargast den schwarzen Sänger Irvin Doomes, mit dem wir natürlich nachmittags geprobt hatten.

Der Festabend verlief reibungslos und erfolgreich.



Die zwei fehlenden Musiker wurden durch Aushilfen ersetzt:

Ein Drummer aus München, höchste Klasse mit sehr gutem Gesang, eine bessere Lösung gab es nicht. Und einen jungen Keyboarder, ebenfalls von außergewöhnlicher Klasse. Er kam, sah sich die Notenmappe kurz an und sagte - das geht schon. Beim Auftritt setzte er sein Keyboard klanglich, stylistisch und technisch in einer Perfektion ein, die unglaublich war, und alles fehlerfrei. Wir hofften, daß uns diese neuen Kollegen auch weiterhin zur Verfügung stehen würden.


Zwei Tage nach der Veranstaltung rief mich der Impressario an und meldete den Diebstahl von einigen Mikrofonen während des letzten Auftritts. So etwas lag uns absolut fern. Der Agent beharrte allerdings darauf, es käme nur jemand von uns in Frage. Von seiner Seite kamen somit keine Aufträge mehr.

Für mich ist bis heute klar, daß diese Machenschaft inkl. dem Galaabend ein abgekartetes Spiel war, um uns aus dem Rennen zu werfen und zu schaden. Es sollte nicht das letzte bleiben.

Und somit erlebte ich das zweite Sylvesterfest meiner 20-jährigen Laufbahn, das ich ohne Auftritt zu Hause verbrachte.

Hans G. Sextett


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Im Februar fragte mich einer der Kollegen, ob ich bei einer Faschingsveranstaltung mitmachen wollte, was ich auch tat.


Zwei Tage später fuhr ich in die Provinz, nach Geisenhausen. Der Faschingsball fand in einem Gasthaus statt, von den Musikern waren mir zwei bekannt, mit denen ich aber noch nie Musik gemacht hatte.


Hans G., der Bandleader war mir bis dahin nicht bekannt und auch danach hörte ich nie wieder über ihn.


Der Abend lief jedenfalls routiniert ab.

MGO (Sextett)


9203-6532

Eine Anfrage aus Frankfurt brachte uns ein Re-Engagement. Wir hatten mit Ronny P. und später mit MGO bereits für diese Gesellschaft gearbeitet.

Der Auftritt erfolgte im Palmengarten, Frankfurt. Auf meine Empfehlung war Billy Mo, † 2004 (Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut), als Stargast eingeladen, den wir musikalisch begleiteten.



Unsere beiden Gastmusiker waren diesmal auch mit von der Partie.

Der nächste Auftritt erwartete uns am folgenden Tag.

Die zünftigen Wolpertinger (Sextett)


Unser Trompeter war bereits in der Volksmusik tätig gewesen und meinte, wir sollten uns in dieser Richtung versuchen. Er kannte einen Manager aus der Branche, auf den er mich ansetzte. Ich kam mit dem Agenten, der uns für die Zukunft viel versprach, überein. Er wählte für uns den Namen "Die zünftigen Wolpertinger".

Der Trompeter brachte drei versierte Musiker mit, mit denen wir in einer dreiwöchigen intensiven Probephase ein komplettes volkstümliches Repertoire auf die Beine stellten, das sich hören lassen konnte.

Der erste öffentliche Auftritt sollte ein Stadlabend in der Inntalhalle, Rosenheim sein. Ein beeindruckendes Fest, das vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet und später ausgestrahlt wurde.

9203-6533 Es waren etliche namhafte Stars der Volksmusik eingeladen, die alle im Laufe des Stadlabends auftraten. Wir sollten den Abend musikalisch eröffnen und beenden.

Der Manager fragte mich, ob unsere Ton-Anlage für alle Auftretenden benützt werden konnte. Das waren Sänger, Duos und Bands, von denen jeder eine andere Einstellung des Mixers benötigte. Eine fähiger Tontechniker, der die Shows ausloten konnte, war nicht anwesend.

Also teilte ich ihm mit, daß ich die Verantwortung für das Abmischen nicht tragen kann, zumal, die Shows auf Grund der Rundfunkaufzeichnung ruckzuck wechselten. Wenn dies jeder Auftretende selbst täte, stehe die Anlage zur Verfügung.


So geschah es dann auch, die Künstler mühten sich am Mixer, und ich bekam später den Tadel für die nicht vollführte Arbeit eines Toningenieurs. Mit uns hatte sich die Veranstaltung eine kostenlose Ton-Beschallung für die Halle geleistet, so sah ich jedenfalls das Resümee. Unsere Musik war unwichtig gewesen, wir hatten nur vier Titel gespielt (von 150 vorbereiteten).

Die folgenden drei angesetzten Termine dieses Managers fanden erstmal nicht statt. Dies war mein erster Kontakt mit der Volksmusik.

MGO (Quartett)


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Eine Geburtstags-Gesellschaft hatte uns für ihr Fest verpflichtet. Für die kleine Feier war auch nur eine kleine Besetzung gewünscht, die wir zu viert bestritten.


Das Jubiläum fand im Hotel Bachmaier, Rottach-Egern am Tegernsee statt.

Nico´s Quintett


9206-6560 In München gab es den Hacker-Keller, in der Nähe der Oktoberfestwiese. Die große Gaststätte wurde das ganze Jahr über täglich von Reisegruppen aus aller Welt angesteuert, die dort einen bayerischen Abend erlebten.

Dazu spielte eine Band Volksmusik, eine Tanzgruppe (Münchner Kindl Show) bot Tanz, Gesang und bayrische Schmankerln.

An gutbesuchten Tagen kamen schon knapp an die tausend Besucher in dem Lokal zusammen.

Unser Saxophonist nahm auch Aufträge an. Für ein Engagement im Hacker-Keller nahm er mich und unseren Bassisten mit. Wir traten sieben Tage täglich auf, hatten dann einen Tag Pause und spielten dann weitere sieben Tage.

MGO (Sextett)


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Eine Gala in München, die wir abschließen konnten,
führte uns in die Schäfflerstuben, ein Restaurant,
das dem Hacker-Keller angeschlossen war.









Unser Saxophonist bot mir für den nächsten Tag
ein Zusamenspiel an, das ich natürlich annahm.

Nico´s Duo


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Es war Sonntag und es handelte sich um einen Tanztee im Duo. Um heute ehrlich zu sein, für die Arbeit im Duo war ich zu der Zeit schlecht vorbereitet. Ich hatte bisher immer in Bands mit drei bis sechs Musikern gearbeitet und konnte daher wenig von meiner Seite beisteuern, aber der Kollege schien mit der Leistung zufrieden gewesen zu sein.

Der Tanztee fand an Münchens nördlichem Stadtrand, im Matthäser am Hasenbergl, statt.

Der Matthäser am Hasenbergl wurde später geschlossen und zu Gunsten eines Neubaues abgerissen.




Fotografiert am 22.05.2010

MGO (Sextett)


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Wir bekamen kurzfristig eine Hochzeit angeboten, die wir musikalisch unterhalten sollten.


Die Hochzeitsfeier wurde im Hotel "Zum Forst" in Thalhausen, nicht weit vor den Toren Münchens, zelebriert.

Nico´s Quintett


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Im Abstand von einem Monat kehrten wir wieder in den Hacker-Keller (München) zurück, diesmal allerdings mit einem anderen Bassisten.


Unser Bassist von MGO, der in der Nähe von Köln wohnte, hatte geäußert, lieber zu Hause zu bleiben. Da er begonnen hatte, Aufträge als Alleinunterhalter anzunehmen, wollte er diese nicht aufs Spiel setzen.


Das Engagement galt für fünfzehn Tage ohne freien Tag.

Die zünftigen Wolpertinger (Sextett)


Die zweite Chance mit dem bereits genannten Manager bekamen wir drei Monate nach unserem Auftritt in Rosenheim. Auch für diesen Auftritt fiel unser Bassist aus, ein wichtiger Mann, erstklassig am Bass und am Gesang. Als Ersatz bekamen wir einen Musiker von den bekannten "Hot Dogs". Es konnte unserem Bassisten nicht annähernd das Wasser reichen ("ich bin ja eigentlich Gitarrist", das hätte er vorher sagen sollen).

9206-6569 Das Volksfest bestand eigentlich nur aus einem Festzelt, welches sich in Vielau, in der Nähe von Zwickau, befand.

Die Organisation war nachlässig, uns vertraglich zugesicherte Quartiere standen nicht zur Verfügung. Nur auf mein heftiges Drängen wurden im Laufe des Abends Zimmer sichergestellt, 120 km entfernt, Nähe Bayreuth, wo wir nach dem Abbau um 5:30 Uhr morgens eintrafen.

Mit dem Manager hatte ich keinen Kontakt mehr. Die kurze Zusammenarbeit war geprägt von falschen Versprechen, wiederkehrenden Forderungen, wie wir zu arbeiten hätten und zahlreichen Treffen, mit weiten Anfahrten, die nichts brachten, als immer die gleichen Gespräche.

Dies waren meine ersten Erfahrungen mit deutscher Volksmusik, eher negativ.

Nico´s Quintett


9206-6559




Mit sechs Wochen Abstand kehrte ich ein weiteres Mal in den Hacker-Keller, in München, zurück. Diesmal dauerte das Engagement sechs Tage, mit täglichem Auftritt.


Am vorletzten Auftrittstag erhielt ich die Anfrage einer Agentur, ob wir eine Gala in zwei Tagen annehmen könnten, da die verpflichtete Band ausgefallen war. Ich nahm kurzerhand an.

MGO (Sextett)


Der Versuch, unsere Musiker für diese Gala zusammen zu trommeln, gestaltete sich als schwierig und ich hatte nur einen Tag Zeit. Schließlich war klar, daß Saxophonist und Keyboarder nicht dabeisein würden. Es gelang mir einen Saxophonisten, der sich als erstklassig erweisen sollte, aufzutreiben. Nach langem erfolglosem Suchen wurde mir von der Pepe Lienhard Band ein Keyboarder aus Krefeld empfohlen.

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Nach vielen Stunden Autofahrt kamen wir in Walsrode, zwischen Hannover und Hamburg, an. Es war schon spät, die Bühne war gerade noch rechtzeitig aufgebaut, als der Keyboarder auftauchte, und schon ging der Auftritt los.


Unglaublich, mit welcher Präzision der Mann aus Krefeld seine Tasten bediente und mit welcher Sicherheit er das nie zuvor gesehene Noten- Material beherrschte.


Bei der Veranstaltung in einem Festzelt handelte es sich um den Jäger-Ball, der nach acht Stunden gewaltiger Stimmung zu Ende ging. Alles war zu aller Zufriedenheit glatt gelaufen.

Nico´s Quintett


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Nachdem unser bisheriger Saxophonist in Walsrode nicht mitgemacht hatte, gab es eine leichte Verstimmung zwischen uns.


Trotzdem holte er mich knapp drei Wochen nach unserem letzten Gastspiel wieder in den Hacker-Keller in München.


Dieses Mal verblieben wir für vier Tage in dem Haus.

MGO (Sextett)


Für das Sylvester-Fest hatte ich uns ins Hotel Arabella in Frankfurt/M verpflichten können, ein Hotel-Komplex, in dem an diesem Tag mehrere Bands in den verschiedenen Räumlichkeiten aufspielten.

Auch dieses Mal war kein Keyboarder zu Verfügung, ich kam mit einem deutschen Kollegen in Kontakt, der in New York lebte und über Weihnachten/Neujahr seine Eltern in München besuchte. Er sollte zu Sylvester mit uns arbeiten. Obwohl seine Leistung in Ordnung war, so ganz paßten wir musikalisch nicht zusammen. Es blieb eine einmalige Zusammenarbeit.

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Ein unangenehmes Vorkommnis des Abends war ein Gast aus Bayern, der uns immer wieder mit außergewöhnlichen Wünschen penetrant belästigte und mit seiner lautstarken schlechten Laune zunehmend die Stimmung im Saal beinahe zum Kippen brachte.


Ich habe etwas annähernd Vergleichbares nicht davor und nicht danach erlebt. So etwas kommt nicht von ungefähr, für mich war dies ein gekaufter Unruhestifter. Immerhin waren wir einigen Konkurrenten im Wege, ich kannte vier davon persönlich.

Der Vorfall blieb jedenfalls an uns hängen.

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Das neue Jahr brachte uns als ersten Auftrag eine Gala in München ein.


Diese fand in einer der kleineren Räumlichkeiten des Hotels Bayerischer Hof statt und nannte sich Bau-Soirée.

Knapp zwei Wochen danach stand der nächste Auftritt an. Dieser erfolgte im Hotel Zellner in Königsbrunn, südlich von Augsburg. Wir unterhielten eine Gesellschaft von Schaustellern.

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Während der sechsstündigen Gala hatte sich eine derartige Stimmung aufgebaut, daß wir auf vielfachen Wunsch um eine Stunde verlängerten.

Nach dieser Stunde hatten die Gäste noch immer nicht genug, also ging es eine weitere Stunde weiter. Dies wiederholte sich noch einmal.

Auf die vierte Anfrage sollte es noch eine halbe Stunde weitergehen.

Als man uns daraufhin um noch eine Verlängerung bat, mußten wir ablehnen, wir waren total ausgepumpt.

Wir hatten seit acht Uhr Abends fast ohne Pause durchgespielt. Als wir aufhörten, war es knapp sechs Uhr morgens.

Dies war der letzte Auftritt, den das "Münchner Gala Orchester" spielte. Obwohl ich auch danach noch Anfragen bekam und Verträge hätte abschließen können, hier endete die bisher letzte Inkarnation von "MGO".

Das Ende von MGO


Die Gründe zur Auflösung des Münchner Gala Orchesters lagen in Vorkommnissen unterschiedlichen Charakters:

Es begann bei dem ersten Auftritt vor fünfzehn Monaten mit der Geschichte der gestohlenen Mikrofone, was für mich eine undenkbare Sache war. Ich werte den Vorgang heute als falsche Anschuldigung, aus welchem Grund auch immer.


Ich hatte uns für einen exklusiven Faschingsball in München beworben und sollte den Auftrag bekommen. Nun mußte ich festestellen, daß der Vertrag an die Band unseres früheren Drummers gegangen war, der weiterhin unerlaubt mit unserem Bandnamen auftrat. Mit einem Telefonat unterband ich dies für die Zukunft, für diese Gala war es zu spät.


Eine in Frankfurt stattfindende Gala, an der viele potentielle Veranstalter im Publikum waren, hatten wir bereits in der Tasche. Ich war sicher, aus der Veranstaltung einige Engagements erhalten zu können. Die Gala wurde uns kurz vorher storniert. Ich weiß nicht, wer den Abend spielte, in seiner Verantwortung lagen aber die Gründe für die Absage.


Ich investierte Geld, Zeit, Arbeit und Nerven um Kontakte aufzubauen und Aufträge zu bekommen. Eines Tages rief eine Agentur an und meldete, daß sich einer meiner Kollegen mit einem Trio bei ihr beworben hätte. Die Agentur könne mit uns nicht arbeiten, wenn nicht klar sei, ob die Musiker bei mir oder anderswo spielten. Wir verloren kurzerhand drei Aufträge und die Schuld kam in diesem Fall direkt aus unseren eigenen Reihen.


Dann war da die Sache mit dem Management aus der Volksmusik, für die wir viel Arbeit auf uns genommen hatten, um mit zwei Auftritten wieder abzudanken. Nun gut, vielleicht war ich da nicht ganz unschuldig, etwas mehr Geduld hätte mehr gebracht.

Und letztendlich die oben beschriebene Sylvestergala mit dem Störenfried, die mit Sicherheit von jemandem arrangiert worden war, denn- bereits tags darauf hatte dieser "jemand" bereits mehrere Agenturen darüber infomiert.


Das Münchner Gala Orchester war als Konkurrent unbequem und hatte auch Neider- meines Erachtens mindestens vier. Ich bin sicher, daß die Band ohne diese Vorkommnisse gut ins Geschäft gekommen wäre und damit auch überlebt hätte.


Ein wichtiger Grund zur Bandauflösung lag auch an internen Problemen. Die Band spielte nur in den oben unter MGO eingetragenen Terminen in Original-Besetzung, das sind nicht mehr als neun Auftritte in fünfzehn Monaten. Zu wenig, um davon leben zu können. Daher suchte jeder von uns auch Auftrittsmöglichkeiten mit anderen Bands, Kollegen oder als Alleinunterhalter, und fand sie auch.

Jedesmal, wenn ich einen Vertrag abschließen konnte, wurde es schwieriger, die Kollegen, die über Deutschland verstreut wohnten, zusammen zu trommeln. Mit Keyboard und Drums, die keine festen Mitspieler darstellten, war es immer eine unsichere Sache, aber komischerweise klappten diese zwei Besetzungen immer erstklassig. Für den Saxophonisten gab es mittlerweile einen guten Ersatz, der immer zur Verfügung stand.

Zum letzen Sylvester hatte ich große Mühe, unseren Trompeter umzustimmen, denn er hatte bereits woanders zugesagt. Mit seiner goldenen Harfe wäre er in unserem Programm nicht zu ersetzen gewesen.

Das größte Problem war, wenn unser Bassist, unser bester Sänger, bereits andere Verbindlichkeiten hatte. Er arbeitete mittlerweile als Alleinunterhalter und bekam jede Menge Aufträge. Unseren letzten Job in Augsburg spielte er bereits nur nach langem Bitten und meinte, wir sollten einen neuen Bassisten suchen, er hätte zu viele Alleinunterhalter-Aufträge.


Einen noch nicht erfüllten Auftrag, der etwas später stattfand, gab ich an unseren früheren Drummer weiter, bei dem ich wußte, seine Auftritte liefen so ähnlich wie bei uns ab.

...und dann Schluß mit Musik


Vor fünfzehn Monaten hatte ich dem ausscheidenden Drummer und dem Keyboarder einen angemessenen Betrag für die Ton- und Licht- Anlage ausgezahlt. Der Drummer fand die Höhe der Zahlung in Ordnung, der Keyboarder nicht.

Nun stand ich neuerlich vor der gleichen Situation, Ton und Licht aufzuteilen oder die Anlage als komplett zu belassen. Ich entschied mich für Letzteres und zahlte die entsprechenden Anteile an die Kollegen aus, die damit einverstanden und zufrieden waren.

Wer weiß, wie die Zukunft aussehen würde, vielleicht würde ich die Anlage in meiner Laufbahn noch einmal brauchen? Anstatt sie billig zu verhökern, behielt ich sie.


Nun passierten zwei unangenehme Dinge.

Jemand hatte mich beim Finanzamt angeschwärzt, ich wurde einer Steuerprüfung unterzogen. Daraus resultierte eine Steuer-Nachzahlung, die ich mit den Kollegen teilte. Drei der Herren weigerten sich, zu zahlen. In einem Fall war der Geldbetrag nur gering, hier verzichtete ich auf weitere Schritte. Im zweiten Fall mußte ich einen Anwalt bemühen, der die Sache regulierte, der dritte Fall ging übers Gericht.

Der Kollege, der mit der Vergütung für die Gerätschaften nicht zufrieden war, hatte mich verklagt, sodaß auch diese Angelegenheit über Anwälte reguliert werden mußte. Das Ergebnis brachte nicht viel Änderung, sodaß die Sache in einem Vergleich enden mußte. Das einzige Resultat war, daß sowohl ich als auch der Gegner die Rechtanwälte bezahlen mußten.


Für mich waren die Vorkommnisse der letzen zwei Jahre zu viel. Meine Enttäuschung betraf in großem Maße das Verhalten einiger Kollegen, mit denen man viele Jahre zusammengearbeitet hatte und die letztendlich alles bisher Geschehene zum eigenen Vorteil vergaßen.

An diesem Punkt entschied ich - es reicht, jetzt ist Schluß mit Musik. Ich packte die Instrumente ein, stellte sie in eine Ecke um sie nicht mehr anzufassen und beendete das Kapitel Musik.

Fashion Music - und sonstige Späße


Etwa vier Monate später fand ich ein Inserat in der Zeitung: "Gitarrist gesucht", ich meldete mich.

Es handelte sich um eine Amateur-Band, ein Quintett, dessen Gitarrist aussteigen wollte. Die Band hatte einen neuen Drummer, der eingeprobt werden mußte. Zu diesen Proben war der alte Gitarrist nicht mehr bereit, da er ohnehin ginge. Nachdem ein neuer Gitarrist gebraucht würde, gingen die Proben in einem "Aufwasch", wurde mir weiters mitgeteilt.

Ich war der Meinung, daß es hier keinen Ärger geben könnte. Und die Aussicht, wieder auf einer Bühne zu stehen, war sehr reizvoll. Also sagte ich zu, zumal der Proberaum nicht weit von meinem Wohnort entfernt war.

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Es folgte eine Probe wöchentlich, nach sechs Wochen der erste Auftritt, der gut ablief. Die Band spielte in München ein Fest für einen Kleingärtner-Verein.

Danach gingen die wöchentlichen Proben weiter. Nach mehreren Wochen stand wieder ein Auftritt an, den die Band nun wieder mit dem alten Gitarristen spielen wollte.

Ich bekam den Eindruck, nur für die Proben mit dem Drummer gebraucht zu werden, da mein Vorgänger nicht proben wollte. Und für den kürzlichen Auftritt hatte er keine Zeit, da war ich als Ersatz gerade recht. Ich teilte dies den Kollegen mit, was zu einem scharfen Wortwechsel führte.

Damit war ich raus, aus der Band. Und trotz allem hatte es wieder Ärger gegeben. Und obwohl ich mich ärgerte, war ich froh.

Anmerkung: Da von diesem Termin kein Bildmaterial vorhanden war, wurde ein Foto am 23.5.2010) erstellt.

Ein neues Projekt?


Für den Versuch, ein neues musikalisches Projekt aufzubauen, gab ich einige Inserate auf. Es meldeten sich daraufhin eine ganze Reihe von Interessenten, die ich aber großteils schon in der Telefonleitung abschreiben konnte.

Mit einigen dieser Musiker traf ich mich zu Gesprächen. Ich muß aber leider zugeben, daß sich die Interessen der einzelnen Personen weder untereinander, noch mit den meinen trafen. Eine musikalische Zusammenarbeit hätte keinen Erfolg gehabt. Das war es nicht, was ich mir vorgestellt hatte.


Das Treffen mit einer bereits existierenden Formation war zwar enttäuschend, trotzdem ließ ich mich auf einige Proben ein. Eigentlich wollte ich den Herren etwas weiterhelfen, denn in der bestehenden Form hatten sie keine Chance auf Publikums- Arbeit. Und somit trafen wir uns einige Wochen lang in deren Proberaum.

Meine Schulungsversuche hatten den Erfolg, daß einer der Herren schon bald aufgab und sich verabschiedete. Es dauerte nicht lange, bis der Keyboarder des Gleichen tat. Allerdings kam dieser immer wieder mal im Proberaum vorbei und holte sich von mir Ratschläge. Ich glaube, er nahm die Chance wahr, sich damit zu Hause weiterzubilden.

Im Besonderen aber der verbliebene Gitarrist nahm die Sache ernst und bat mich um einen Einzelkurs. Er wollte auf E-Bass umsteigen und schaffte es innerhalb eines Jahres zu beachtlichen Leistungen am Bass.

Der Versuch, die Band durch bessere Musiker zu verstärken, mißlang. Insgesamt war einfach noch zu wenig Substanz vorhanden. Nach einigen Monaten gab ich die Sache auf und überließ die Herren sich selbst.


Nach einiger Zeit rief mich der Bassist wieder an, sie hätten jetzt eine bessere Besetzung, ich sah mir die Sache an. Tatsächlich hatten sie sich leicht weiterentwickelt, aber es lag noch viel Arbeit vor ihnen. Immerhin hatten sie in ihrem Umfeld selbst zwei bis drei Auftritte organisieren können, was mich freute.

Ich probte noch ab und zu mit Ihnen, aber mein Versuch, die Band weiter zu beratschlagen, mißlang. Sie waren ja sogar schon aufgetreten, und hatten keine Lust mehr, sich Ratschläge anzuhören.

Verständlich- was zuviel ist, ist zuviel. Man sollte seine Grenzen kennen.

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