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Teil 1 - Mit Musik durchs Land

Wie alles begann?


Ich musizierte seit geraumer Zeit mit einem Freund, der auch Gitarre spielte. Als absolute Beatles- Fans trafen wir uns regelmäßig zu Hause und versuchten Songs unserer Idole, und andere Songs der damaligen Ära, nachzuspielen.


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Der Beat(les)-Boom war in vollem Gange, in fast jeder Gaststätte traten am Wochenende Beat-Bands auf, nachmittags zum Tanz-Tee.


In der Nähe meines Elternhauses war ein solcher Beat-Schuppen. (Bild links)

Jedes Wochenende ging ich dorthin (ich war noch minderjährig), um die Bands zu sehen und zu hören.


Manche dieser Bands spielten (Memphis) Soul. Musik, die mich sehr beeindruckte.


Mit solchen Songs wollte ich auch gerne auf Bühnen stehen.

Wir versuchten des Öfteren, Mitstreiter für eine Band zu gewinnen, und wandten uns auch oft an Musiker der Bands, die wir auf Bühnen sahen. Unsere Versuche scheiterten jedesmal kläglich.

Wahrscheinlich waren wir musikalisch noch nicht reif genug für die Bühne. Anzumerken wäre, daß mein Mitstreiter mittlerweile auf Schlagzeug umgestiegen war. Er fand sich gut zurecht damit, und er war ein guter Sänger.

Erste Auftritte


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"Es hat sich herum gesprochen, daß Sie Gitarre spielen. Bei der Militärmusik ist ein Mann ausgefallen, sind Sie bereit dort sofort einzusteigen?" "Aber das geht doch nicht. Ich bin zum Dienst eingeteilt."

"Das lassen Sie nur meine Sorge sein. Ziehen Sie sich um, Sie werden in 20 Minuten mit einem Dienstfahrzeug abgeholt."

"Und mein Instrumentarium... es ist in meinem Elternhaus." "Man wird Sie dorthinfahren. Abtreten und fertigmachen".

Wenig später war ich auf dem Wege, meine Geräte abzuholen.

Die Fahrt zur Veranstaltung dauerte zwei Stunden. 30 Minuten nach Ankunft begann das Sextett zu musizieren.





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Der Spielort:
Hotel Salzburger Hof in Bad Hofgastein.




Der Auftritt dauerte fünf Stunden. Um 5 Uhr morgens war ich wieder in der Kaserne und ging zu Bett.




Eine Stunde später erschallte der Weckruf zum Morgenappell. Diesmal galt er ausnahmweise aber nicht für mich. An diesem Tag durfte ich weiter schlafen.



(fotografiert April 2014)

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Nach dem gleichen Muster verlief ein weiterer Auftritt, der einzige Unterschied bestand darin, daß die Veranstaltung an einem anderen Ort stattfand.

Spielort:
Hotel Weißes Rössl in St.Wolfgang am Wolfgangsee



(fotografiert am 30.April 2014)


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Danach schien der Musiker, für den ich eingesetzt wurde, wieder einsatzfähig gewesen zu sein. Einen weiteren Auftrag bekam ich nicht.


Nach meiner Entlassung aus der militärischen Dienstpflicht machten wir mit unseren "Proben" sofort weiter, mein Freund und ich.

Aber- mittlerweile hatte sich viel verändert. In den meisten Gaststätten spielten keine Bands mehr. Und- "Memphis Soul" - war nicht mehr "in". Die Zeit des "Psychadelic" und des "Hard-Rock" hatte vor Längerem begonnen.

Und trotzdem spielten die Bands unserer Region noch immer Beatles und Konsorten? Ich würde das anders machen, wenn ich könnte. Ich würde "Psychadelic" und "Hard-Rock" spielen.

Poem 58


Irgendwie lief alles ganz schnell und wie in einem Film ab. Kurz nach meiner Entlassung aus dem Wehrdienst führte ich ein Gespräch mit einem Bassisten, der wiederum einen Organisten (Keyboarder gab es damals noch nicht) kannte, dies machte alles perfekt.

Es ergab sich, daß wir vier uns trafen, ein Konzept erstellten, musikalische Proben durchzogen und drei Monate später bereits unsere ersten Auftritte bestritten.


7100-Poem Die Band hatte noch keinen geeigneten Namen. Die erste LP von Chicago (Chicago Transit Authority) hatte uns alle so sehr beeindruckt, daß wir daraus einige Titel ins Programm nehmen wollten.

Wir wählten daraus den Song "POEM 58" zu unserer Erkennungsmelodie und schließlich auch zum Namen unserer Band.

Unser Repertoire bewegte sich von Psychadelic bis Blues-, Klassik-, Hard- Rock, man nannte dies damals Progressive Musik.

Aus dem damaligen Musikangebot suchten wir Stücke aus, die für uns eine (oder zwei) Nummern zu "groß" waren, aber erstaunlicherweise klangen die Ergebnisse für uns akzeptabel.

Und obwohl unsere Musikrichtung sehr ausgefallen war und in unserer Gegend bessere Bands existierten als wir, waren wir erfolgreich. Wir absolvierten innerhalb des ersten Jahres über 50 Auftritte, also fast jede Woche einen (ein Verdienst unseres geschäftstüchtigen Bassisten).

"POEM 58" nahm an vier Band-Wettbewerben teil, bei denen wir leider nie siegten, da hatten die Bands, die kommerzielle Hits spielten, die Nase vorn. Aber wir genossen unsere Bühnenarbeit.



Network Nr.3 - Sweet Wine - No Name Quartett


Ein Jahr verging auf der Suche nach musikalischer Orientierung. Das Zusammenspiel mit diversen Musikern und verschiedenen Richtungen brachte drei öffentliche Auftritte in drei unterschiedlichen Besetzungen. Im Gegensatz zu "POEM 58" brachten mich diese Aktivitäten aber kein Stück weiter.

Network Nr.3


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Als Trio (git., bs., dr.) probten wir eine Zeit lang, bis sich uns ein Auftritt anbot.


Dieser erfolgte in Ampflwang, Oberösterreich.
Das Blues-Festival 1973 fand auf dem abgebildeten Buchleitenfeld seine Ausführung. Bei dem Open Air spielten mehrere Bands.
(13.10.1973)


Wir präsentierten einen bunten Reigen von Blues- bis Jazz- Rock.








(fotografiert am 30.April 2014)

Erwähnenswert aus dieser Phase war das Zusammenspiel mit einem jungen Drummer aus New York von außerordentlichem Können. In einem Stadtcafé wurden wir von einem Herrn angesprochen, der sich als Friedrich Gulda zu erkennen gab. Er hatte uns beobachtet und offenbar erkannt, daß wir mit Musik zu tun hatten.

An einem der nächsten Tage wohnte Herr Gulda, Yoghurt löffelnd, einer unserer Proben bei. Schließlich zog er eine Recorderflöte aus der Tasche und stieg improvisierend ein. Ein großartiges Erlebnis.

Diese Session bescherte mir in der Folge zwei Freikarten für zwei Abende Gulda-Konzert (Das wohltemperierte Klavier). Da von meinen Kollegen keiner mit wollte und auch sonst niemand so kurzfristig Zeit hatte, saß ich mit meiner Großmutter in der ersten Reihe des ausverkauften Konzertsaals. Herr Gulda ließ es sich nicht nehmen, zu Konzertbeginn von der Bühne zu steigen, um uns persönlich zu begrüßen.

Dem Drummer unterbreitete Herr Gulda das Angebot, für eine Tournee in Gulda´s Jazz-Trio mitzuspielen. Dieser lehnte jedoch ab, da er sich im Musik-Studium befand. Was für eine ungenutzte Chance!!!

Sweet Wine


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Auch hier handelte es sich um ein Trio, in dem oben besagter Drummer wieder dabei war.


Man hatte uns dazu eingeladen, eine Jugend- Veranstaltung zu unterhalten.


Das Fest fand seine Ausführung im Saal der Pfarre St.Paul, in Salzburg-Riedenburg.
(25.11.1973)



Der originale Saalbau wich im Laufe der Jahre einem Neubau, der auf dem Foto abgebildet ist.




(fotografiert März 2014)

No Name Quartett


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Wie aus dem Namen ersichtlich, handelte es sich hierbei um ein Quartett ohne Namen
(keyb., guit., bs., dr.,).


Die Band trat im Arbeitersaal in Vöcklabruck auf.
(02.03.1974)


Das alte Gewerkschaftshaus (Arbeitersaal) wurde vor Jahren abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.






(fotografiert am 30.April 2014)

Affinity


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"Quintett sucht Gitarristen und Drummer"


Irgendwann fand ich dieses Inserat in der Zeitung. Mit meinem Vorspiel in Berchtesgaden war mein Einstieg perfekt.

Als Schlagzeuger konnte ich meinen Kollegen von POEM 58 empfehlen. Er war als Drummer und als Sänger sehr gut und wurde daher auch eingestellt.

Die Band brauchte einen neuen Namen? Ein Blick ins Englisch-Wörterbuch genügte.
"Affinity", allen Kollegen gefiehl der Begriff und keiner wußte, was er bedeutete.

"Affinity" war Hitparaden-orientiert, damit war die Zeit des Hard-Rock für mich vorbei. Die Proben begannen schon bald und wenige Wochen später ging "Affinity" auf die große Tour.


New Morning


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DÄNEMARK, Frecericia


Das Tanzlokal war voll, brechend voll. Rauch, von Zigaretten, hing in der Luft. Bereits das junge Publikum auf der Tanzfläche war nicht mehr klar erkennbar, dahinter verhinderten dichte Rauchschwaden den weiteren Blick. Das gegenüberliedende Ende des Raumes war nicht mehr sichtbar.


Vor einer Woche nur hatte ich mich auf den Weg gemacht, hier täglich geprobt und stand nun fünf mal die Woche auf der Bühne, von 22:00 bis 4:00 morgens. Danach wurde Frühstück serviert, bis 6:00 leerte sich der Laden dann jeden Tag.


Yellow Submarine


Ein Quintett mit Sängerin? Ja, das konnte ich mir gut vorstellen. Ich besuchte die Band während deren Arbeit auf dem Münchner Oktoberfest. Auf ein Vorspiel folgten nach zwei Wochen die Proben.

Keyboarder und Sängerin hatten die Band mit 3 neuen Leuten neu besetzt, einer davon war ich.
Wir hatten einen Monat Zeit zum Aufbau des Programms, bevor der erste Auftritt folgte. Das Programm bestand aus Tanzmusik - Hitparade, Allround und alles, was man so zur Unterhaltung braucht.


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"Die Sangerin ist der Star, ich als Keyboarder kann von hinten keine Conferance führen. Du bist der Frontmann, Du machst die Ansagen." Aber ich hatte so etwas noch nie gemacht. "Du wirst das schon schaffen, lege Dir ein paar Worte zurecht, das klappt schon."

Erster Auftritt, der Vorhang öffnete sich, vor uns ein voller Saal mit rund 1200 Gästen. Mir schlotterten die Beine, "Begrüße die Leute. Los, fang an".

Ich glaube nicht, daß ich meine Sache gut gemacht hatte, aber wir brachten den Abend hinter uns. Für mich wars der Alptraum schlechthin.


"So schlecht war das fürs erste Mal gar nicht," kam es vom Bandleader. Na, dankeschön!


Arno W. Team

Teil I - Die ersten Monate


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Diesmal dauerte es einen Monat, bis ein interessantes Angebot eintraf.


"Wir spielen den ganzen Monat in der Schweiz, in Basel. Können Sie zum Vorspiel hierher kommen? Die Fahrtkosten bekommen Sie natürlich erstattet." So natürlich war dies in meiner bisherigen Laufbahn nicht.


Drei Tage darauf fand das Treffen statt. Clara Night-Club, ein Lokal mit Tanz, Artistik und auch etwas Strip-tease. So, wie es in der Schweiz eben häufig zu finden war. Ein exklusiver Nightclub, wie ich bis dahin überhaupt noch keinen gesehen hatte. Die Gruppe gefiel mir sofort und ich ihnen auch.


"Komm, wir gehen ins Café hinüber, ich lade Dich auf einen Kaffee ein, wir können dabei die Einzelheiten besprechen." Ich lehnte dankend ab, ich trank keinen Kaffee. "Hier in der Schweiz schmeckt Kaffee ganz anders, probiere in wenigstens." Der Kaffee war tatsächlich vorzüglich, mit 27 trank ich ihn nun zum erstenmal und begann mich an dieses Getränk zu gewöhnen.




Die Proben erfolgten im selben Monat und einige Tage später begann meine Bühnenarbeit mit der Band. Mein Vorgänger, der sich nur kurz in der Formation befunden hatte, fuhr nach Hause.


Die Band war immer achtzehn Monate im Voraus ausgebucht und alles war bis ins Kleinste organisiert, dies dürfte in dieser Branche einzigartig gewesen sein.


Teil II - Die Reise setzt sich fort


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Mittlerweile waren etliche Monate verstrichen, die mir viele Highlights offenbart hatten.


Die Band war über viele Monate im voraus ausgebucht, wir hatten viel Erfolg und waren viel unterwegs. Somit gab es auch viel Neues zu sehen und zu erkunden.


Diese wunderbare Zeit hielt an und schien endlos so weiter zu gehen. Ich war bereit, sie zu genießen und den Weg weiter zu beschreiten.



Das neue Jahr begann in Düsseldorf......


Teil III - Eine wunderbare Zeit


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Ohne Unterbrechung traten wir bereits am Neujahrstag wieder auf. Diesen Monat brachten wir wieder im Münchner Park-Cafe zu. Und es gab wie bisher einen freien Tag in der Woche.


Wie üblich wohnte ich im Hause. Da die erste Etage gerade renoviert wurde, quartierte man mich diesmal eine Etage höher ein. Das erhaltene Zimmer war um Klassen schlechter als mein letztmaliges in der ersten Etage.


Und mittlerweile ging bereits das Gespräch um, daß der Pächter das Haus abgeben wollte.


Teil IV - Alles hat ein Ende


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Wir verblieben auch den ersten Monat des neuen Jahres in Basel und arbeiteten wieder mit einigen guten Artisten zusammen.


Unsere täglichen Auftritte wurden eines Tages durch den Tod des Hausherrn unterbrochen.


Durch das unerfreuliche Ereignis war es für uns fraglich, ob das Engagement zu Ende gespielt werden konnte.


Nach zwei Tagen Pause erfolgten die Auftritte aber wieder im gewohnten Rahmen.


Ob und wie der Nightclub künftig weitergeführt würde, blieb aber ungewiß.


Entwicklung u. Werdegang des Arno W. Teams


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Achtundzwanzig Jahre nach deren Ende bekam ich Einblick und Informationen über die gesamte Zeit des Bestehens dieser großartigen Formation.


Auf dieser Seite werden die Engagements, Auftritts-Orte und Reisen des "Arno W. Teams" aufgeführt, soweit die mir zur Verfügung stehenden Daten ausreichen.


Durch einen Klick auf den folgenden Link kann der interessierte Besucher diesen Tourneeplan verfolgen.


Music Paradise


Die eiligst eingeleitete Suche brachte den Erfolg, daß ich mich nach drei Monaten wieder auf der Bühne fand. Dies ereignete sich folgendermaßen:

Eines der Angebote war von einem Quartett, das mich zum Vorspiel einlud. Ob ich die Fahrtkosten zurückerhalte? "Fahrtkosten? Wenn du einsteigst, verdienst du ohnehin". Na gut, ich machte mich trotzdem auf den Weg.

Zum Vorspiel hatte ich dreihundert Kilometer zurückzulegen, er fand in einem Privatraum statt. Außer mir war ein zweiter Bewerber vorgeladen, dieser wurde als Erster getestet. Ich verstand nicht, warum man zwei Leute gleichzeitig kommen ließ?

"Seine Leistung war gut, ich bin auch nicht besser. Soll ich trotzdem vorspielen?". Man entschied sich für mich. "Wir werden eine Woche Probe brauchen. Anfang des Monats sind wir in Schruns in Österreich".


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Das Lokal hieß Alpe Sassella, wir waren nur 12 Tage dort, 3 Tage davon hatten wir frei.

Einen der freien Tage nahm ich die Seilbahn, die mich in die Schneewelt hinauf führte. Dorthin, wo der Skifahrer regiert.

Alles lief planmäßig ab. Der Bassist: ("Jaco Pastorius? Der zeigt mir nichts mehr") und der Keyboarder waren hervorragende Musiker und stark von Soul-Funk-Jazz beeinflußt.

Das Repertoire wies auch zu einem großen Teil entsprechende Tendenzen auf. Der Drummer, ein Schweizer, stand hinter den beiden völlig zurück, völlig unauffällig.
Die Musik war musikalisch erstklassig, der Erfolg aber nicht berauschend. Für das Publikum zu "funky", die Darbietung war nicht das, was die Gäste hören wollten.

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Drei Tage frei, danach trafen wir uns in Raubling wieder, einer Ortschaft ca. 15 km von Rosenheim entfernt.

Raublinger Alm, ein Tanzlokal mit schöner Inneneinrichtung, war leider schlecht besucht.

Wir blieben 27 Tage in dem Haus, hatten jede Woche 3 Tage frei, spielten somit 16 Tage.



Untergebracht waren wir in einer Gaststätte in Bad Aibling, Anfahrt zum Lokal über 30 km.

Ich unternahm in der Zeit einen Ausflug zum Chiemsee, besuchte Schloß Herrenchiemsee erstmalig, eines der prachtvollen Schlösser König Ludwigs II.

8205-2235 Vier Tage frei, danach sollten wir uns im Fürstentum Liechtenstein zusammenfinden.

Wir kamen in Triesen an, der Schlagzeuger erschien nicht, fortan hörte niemand mehr von ihm. "Kein Problem, ich werde schnell einen Ersatzmann organisieren", meinte der Bassist.

Der erste Abend zu dritt, am nächsten Tag war ein Drummer da, der ohne Probe die nächsten Wochen einwandfrei mitspielte.


Wir spielten vierzehn Tage in Triesen, in der Maschlina Bar, wenig publikumsfreundlich:
"Könnt ihr die Nummer 1 aus der Hitparade?" "So etwas spielen wir nicht!"

Musiker, die uns besuchten und hörten, waren allerdings voll begeistert.

Ich vertrat eine andere Einstellung. Als der Job für den nächsten Monat storniert wurde (oder gar nicht vorhanden war?), bot ich an, auszusteigen. Ebenso schnell wie mein Einstieg vonstatten gegangen war, war die Sache auch wieder erledigt.  Nach 2 Monaten und 39 Auftritten.

Keyboarder und Bassist, beide erstklassige Musiker, traf ich einige Jahre später wieder. Den Keyboarder in der Begleitband von Howard Carpendale, den Bassisten als Chor-Leiter und -Sänger von Joan Orleans. Beide hatten sich musikalisch dem Trend "angepaßt".

Frederic Brothers


Dieses mal dauerte es fünf Monate, bis ein Angebot klappte. Vorspiel und Proben erfolgten in Nürnberg. Mein erster Einsatz mit diesem Quartett erfolgte wenige Tage später, wir gastierten zwölf Tage im Xanadu in Neuenburg/Breisgau.

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Über die Besetzung der Band gibt es nicht viele Worte zu verlieren.
Einzig der Schlagzeuger, der gute Referenzen vorweisen konnte, wußte, was er spielte und sang. Ein sehr fähiger Kollege, der auch erst seit kurzem in der Band war.

Das Saxophon, das in der letzten Band gar keine Rolle mehr gespielt hatte, gelangte hier bei wenigstens drei Stücken zum Einsatz - im Duett mit der Posaune des Keyboarders. Ich muß wieder zugeben, im Quartett kann man nur beschränkt mit zwei Bläsern agieren.

"Die Bühnengarderobe geb ich Dir schon mal. Wenn Du Geld übrig hast, zahlst Du mir die 500,-- DM einfach".

So einfach, wie das bisher Geschriebene klingt, liefen die nächsten Wochen ab.


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Danach ging es für einen Monat ins Park-Cafe, München. Meine letzten Auftritte im Park-Cafe, bevor sich dieses endgültig zur Diskothek verwandelte.

Zu diesem Engagement erhielt ich ein Zimmer am Dachboden des Hauses, in der ehemaligen Personal-Etage.

Eine elendige, schmutzige Abstellkammer, die Heizung funktionierte nicht und es war bitter kalt in diesem Monat. Es war die schlechteste Unterkunft meiner gesamten Laufbahn.

Nach Ablauf des Monats erhielt ich meine Gage. Die Bühnen-Garderobe war noch offen, also bezahlte ich diese nun.

"Wir haben jetzt einen Monat frei, im Januar geht es in der Schweiz weiter".

Eine Woche später erhielt ich einen Anruf. Der Auftrag in der Schweiz wäre storniert worden, für danach wären vorläufig ohnehin keine Verträge da, am Besten, wir vergessen die Band.

Und die Garderobe, die ich letzte Woche bezahlt hatte? "Die gehört jetzt Dir, wir brauchen sie nicht mehr."


Die Garderobenfrage gipfelte in einem Gerichtsgang, den ich leider verlor. Die drittklassige Garderobe, für die ich privat keine Verwendung hatte, gehörte nun endgültig mir. Ich konnte sie entsorgen. In den 40 Tagen hatten wir 32 mal gespielt.


Es folgten drei Monate erneuter Suche, in denen viele Anfragen und Angebote eintrafen, halbherzig und unsicher, nicht ernstzunehmend bis kurios. Ich war solcherlei aus der Vergangenheit bereits gewohnt und wußte diese richtig einzustufen.

Teil 2 oder zum Hauptmenü


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