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Ronny P. Band

Das verflixte siebte Jahr


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In der ersten Woche des neuen Jahres, sogar exakt am gleichen Tage wie im Vorjahr, erfolgte unser Re-Engagement in Würzburg.



Die Gala des Sportvereines verlief wieder sehr erfolgreich im Studentenhaus, sodaß wir nach der Veranstaltung abermals mit einer 3-Liter- Bocksbeutel-Flasche besten Weißweins aus der Region belohnt wurden.



Diesmal behielten wir den Wein für uns Musiker, beim letzten Mal hatte ihn der Bandleader für sich selbst konfisziert.

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Es war uns gelungen, einen weiteren Auftrag für uns zu buchen, den wir ohne unseren Bandleader spielten.



Die Gala fand vier Tage nach Würzburg im
Hotel Kempinski, Gravenbruch statt.



Zur Conférence war Fernsehsprecherin Doris Paperitz anwesend.

Als Stargast trat Ireen Sheer mit ihrem Showblock, von uns musikalisch begleitet, auf.

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Nach abermals vier Tagen trafen wir uns in Ismaning.



Wir hatten den CSU-Ball im Bürgersaal bereits vor zwei Jahren bestritten und waren für dieses Jahr wieder eingeladen worden.



Den nächsten Tag konnte ich ausschlafen, den darauf folgenden fuhr ich morgens nach Berlin los.

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Ich kam wie üblich rechtzeitig an und traf die Kollegen im Hotel Berlin in Berlin.

Wir spielten den Abend für die Schausteller- Vereinigung, auch wieder sehr erfolgreich, wahrscheinlich gab es auch für diese Gala ein Re-Engagement.




Ob dem so war, erfuhr ich aber nicht mehr, denn dies war mein letzter Auftritt mit dem Ronny P. Sextett.

Ich packte meine Sachen, verabschiedete mich vom Bandleader und fuhr am nächsten Tag mit gemischten Gefühlen nach Hause.

Wie es soweit kam?


Autogr
Der Bandleader hatte uns vor drei Monaten in Monte Carlo eröffnet, den Keyboarder alsbald gegen einen seiner Kollegen aus früherer erfolgreicher Zeit auszutauschen. Auf unsere Einwände hatte er mit "Wem dies nicht paßt, der kann auch gleich gehen", reagiert, worauf wir geschlossen äußerten, daß uns dies nicht passe.

Ich glaube, keiner von uns rechnete in diesem Moment wirklich damit, daß dies das Ende dieser Besetzung bedeuten könnte, denn die Band lief hervorragend, und ein gutes Team löst man nicht leichtfertig auf.



Ich persönlich hatte vor Jahresfrist vor einer Kündigung gestanden. Mir war bewußt, daß ich nach sieben Jahren der Nächste sein könnte, der rausfliegt. Daher war ich gut beraten, mit der Band zu opponieren.

In persönlichen Gesprächen bot der Bandleader jedem an, zu bleiben. Für mich war es zu spät. Ich wußte, daß meine Tage schnell gezählt waren, auch wenn ich geblieben wäre. Ich hatte kein Vertrauen mehr.



Die Zeit seitdem war mit einigen unschönen Zusammenstößen vergangen, im Hotel Berlin erfolgte die Trennung von dieser Truppe, die mich nicht nur musikalisch ein großes Stück weitergebracht hatte.

Der Besuch vieler Länder, Städte, Sehenswürdigkeiten, die Bekanntschaft vieler Menschen, die oft ebenso schnell wieder vorbei war, konnte ich im Geiste wenigstens mitnehmen.



Die Trennung war schmerzhaft, die Zukunft ungewiß, hatte aber auch einen guten Aspekt. Die Jahre in dieser Band waren fast immer von Streß geprägt, von Leistungsdruck und von drohender Kündigung. "Hinter Dir warten 50 Musiker, die Deinen Platz einnehmen wollen."

Ich glaubte, das Richtige zu tun und nahm mir vor, zukünftig alles anders (besser) werden zu lassen.

Die Ronny P. Band trat bereits eine Woche später in neuer Besetzung auf.

Auf Grund der vielen Engagements, die wir mit aufgebaut hatten, waren die neuen Musiker anfangs sicher begeistert. Denn die erarbeiteten Erfolge konnten wir nicht mitnehmen, die blieben zurück.

Wie sich die Zukunft der Band entwickelte, erfuhr ich aus Gesprächen mit einem meiner Nachfolger. Die Band verlor in der neuen Besetzung viele Aufträge. Der Keyboarder, dessen Einstieg zu unserer Trennung führte, war nach einem Unfall nicht mehr verfügbar. Der Bandleader bekam Probleme mit den Musikern, er löste das Sextett nach fünf Jahren auf.

Danach übernahm Ronny P. als stellvertretender Bandleader die Leitung des bekannten Orchesters Ambros Seelos.


Wir fünf Musiker hatten beschlossen, zusammen zu bleiben und unseren Weg als Band gemeinsam weiter zu gehen.

Die Dummheit, Erfolg zu riskieren, trifft uns alle

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